Es ist die normalste Sache der Welt – und trotzdem spricht praktisch niemand offen darüber: Die meisten Frauen drücken während der Geburt nicht nur das Baby heraus, sondern auch ab und zu ein wenig Stuhl. Alle Hebammen kennen das. Alle Ärztinnen und Ärzte auch. Kein Grund, sich zu schämen oder deswegen besorgt zu sein. Im Gegenteil!
Darum kommt nicht nur das Baby raus
Zu Stuhlgang während der Geburt kommt es, weil der Geburtskanal der direkte Nachbar des Enddarms ist. Während das Baby auf seinem Weg nach unten rutscht, braucht es Platz – und der weibliche Körper schafft diesen, indem er durch den Druck der Wehen alles ausscheidet, was im Weg ist.
Das macht vielen Frauen im Vorfeld Sorgen – aber unter der Geburt, das können wir versprechen, wird es zur Nebensache. Und für das medizinische Personal ist das sowieso ganz normales Tagesgeschäft.
Was übrigens ebenfalls häufig vorkommt, ist Erbrechen während der Geburtswehen.
Nach dem Baby ist es noch nicht geschafft
Hat das Neugeborene seinen ersten Schrei getan, geht das Pressen noch ein wenig weiter, denn da kommt noch etwas: Die Plazenta muss ebenfalls raus. Die Nachgeburt flutscht jedoch deutlich leichter als der Kopf des Kindes.
Mit Pupsen gehts weiter
Die ersten Tage nach der Geburt werden eventuell etwas peinlich: Der arg beanspruchte Beckenboden kann manchmal vorübergehend Pupse nicht unter Kontrolle halten. Ein lauter Furz im Mehrbettzimmer auf der Geburtsstation bringt jedoch niemanden aus der Fassung. Das gehört eben dazu.
Was nach der Geburt nicht mehr geht
Jede dritte Frau ist nach der Geburt (oft vorübergehend) von Inkontinenz betroffen. Da dieses Thema schambehaftet ist, fühlen sich viele Frauen damit allein – obwohl sie es gar nicht sind.
Und während der Stuhl im Gebärsaal noch locker rausrutschte, geht hier in den ersten Tagen nach der Geburt oft nicht mehr viel. Viele neue Mamas leiden in den ersten Tagen mit Baby unter Verstopfung. Sie hat verschiedene Ursachen: von hormoneller Veränderung bis hin zu einer Presshemmung, weil Angst vor Schmerzen vorhanden ist.
Auch Mama wird Windeln tragen
Nach einer vaginalen Geburt ist noch lange nicht alles raus, was raus muss. Frauen bluten weiter – das ist allgemein bekannt. Weniger häufig thematisiert wird jedoch: Die dicken Windeleinlagen bleiben oft länger erhalten, als man denkt. Viele Frauen tragen sie gut und gerne bis zu sechs Wochen lang.
Diese Unterleibsblutungen heissen Lochien oder Wochenfluss. Sie verändern sich im Verlauf der Wochen: Anfangs sind sie sehr stark und enthalten viel geronnenes Blut, was für eine dunkelrote Farbe sorgt. Mit der Zeit nimmt der Wochenfluss ab und ähnelt zunehmend einer Menstruationsblutung. Schliesslich bleibt nur noch eine leichte Schmierblutung zurück.
Lust, mehr Tabus zu brechen? Dann lest unseren Artikel: «27 Dinge, die einem vor der Geburt niemand sagt»