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  4. Vatertag: Väter erzählen über die Beziehung zu ihren Kindern

Ein Hoch auf die Papas!

Das sagen Väter über ihr Leben mit Kindern

Heute ist Vatertag! Grund genug, den Vätern das Wort zu überlassen. Vier Papas haben uns Fragen zu ihrem Leben mit Kindern beantwortet. Das Resultat sind lustige, selbstkritische, ehrliche und vor Liebe strotzende Antworten. Aber lest selbst!

vater und tochter

Liebe, Wärme, Geborgenheit: Ein Vater mit seiner Tochter.

Imago

Dave, Vater einer Tochter (2), Baby auf dem Weg

Was ist ein guter Vater?
Meiner Meinung nach macht einen guten Vater aus, dass er sich ganz bewusst Zeit für seine Kinder nimmt und ihnen dann seine ganze Aufmerksamkeit und Liebe schenkt.

Was machst du richtig gut?
Ich packe bei allen Aufgaben mit an. Ich koche, ich putze, ich räume auf. Und ich bin aktiv an der Erziehung unserer Tochter beteiligt. Ich bin also nicht nur der Spass-Vater, sondern setze auch liebevoll Grenzen. 

An welchem Punkt möchtest du arbeiten?
Ich möchte versuchen, die Bedürfnisse meiner bald zwei Kinder besser zu erkennen und ihnen gerecht zu werden. Das ist nämlich nicht immer einfach. Und ich will endlich lernen, wie ich der Kleinen schöne Frisuren machen kann. 

Was ist das Beste am Vater sein?
Ich liebe es, meine Tochter auf ihrem Weg zu unterstützen und zu fördern. Es macht mich so glücklich zu sehen, welche Fortschritte sie macht, mit ihr Abenteuer zu erleben und durch ihre Augen die Welt nochmals anders kennenzulernen. 

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Leni, Vater von Zwillingsbuben (5)

Was ist ein guter Vater?
Ein guter Vater ist für mich zunächst einmal einer, der sich Zeit für seine Kinder nimmt. Etwas weniger trivial: Er muss zwar nicht wie ein Leuchtturm sein (das klingt für meinen Geschmack nach zu viel Licht), sondern eher wie eine Leselampe. Die Leselampe ist immer da und ermuntert das Kind dazu, nächtelang durchzulesen. Aber welches Buch es sich genau aus dem Bücherregal fischt, darüber entscheidet sie nicht.

Was machst du richtig gut?
Ich kann mich sehr gut in meine Kinder hineinversetzen und weiss noch genau, wie frustrierend sich die kategorischen Neins der Erwachsenen anfühlen. Solche gibt es von mir deshalb selten, dafür häufiger ein «Warum eigentlich nicht?» Die Kinder schenken mir im Gegenzug erstaunlich oft ein «OK, mach ich», wenn es wirklich zählt. 

An welchem Punkt möchtest du arbeiten?
Wenn ich gestresst oder krank bin, dann klappts schlecht mit Geduld und Verständnis – ein schlechter Charakterzug.

Was ist das Beste am Vater sein?
Es gibt mir die Möglichkeit, gemeinsam mit meinen liebsten Menschen nochmals von null an die Schönheit der Welt zu entdecken. Es ist wie zweimal leben statt nur einmal – nur dieses Mal viel bewusster.

Sven, Vater einer Tochter (19) und eines Sohnes (16)

Was ist ein guter Vater?
Wer seine Kinder liebt und annehmen kann, wie sie sind, statt sie nach seinen Wünschen zu formen, macht meiner Meinung nach so einiges richtig.

Was machst du richtig gut?
Ich bin sehr stolz darauf, dass ich es nach der Trennung von meiner Frau geschafft habe, ein aktiver, präsenter und leidenschaftlicher Vater zu bleiben. Als sich meine Eltern damals trennten, war das leider nicht der Fall. 

An welchem Punkt möchtest du arbeiten?
Manchmal fällt es mir schwer, Schwäche zu zeigen oder über Gefühle zu reden. Da bin ich wirklich dran und ich merke auch, wie es mir immer besser gelingt. Aber es ist noch Luft nach oben.

Was ist das Beste am Vater sein?
Man bekommt eine zweite Chance, eine Art Entschädigung für die eigene verkorkste Kindheit. Ich liebe es, dass die Beziehung zu meinen Kindern liebevoll und innig ist. Wir sind ein Team und wir erleben zusammen Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte.

«Das Beste am Vater sein? Wenn dich die Kinder stürmisch begrüssen, diese Sekunden, in denen sie auf dich zu rennen und dir in die Arme fallen.»

Tom, Vater eines Sohnes (7) und einer Tochter (4)

Tom, Vater eines Sohnes (7) und einer Tochter (4)

Was ist ein guter Vater?
Jemand, der gerne Zeit mit seinen Kindern verbringt und richtig bei der Sache ist. Der schaut und staunt, was die Kinder machen, denken, reden und können. Jemand, der seine Kinder liebt und akzeptiert, wie sie sind. Wenn die Kinder auch als Erwachsene noch gerne Zeit mit dir verbringen, dann hast du vieles richtig gemacht.

Was machst du richtig gut?
Ich lasse mich auf Kinder ein, höre ihnen zu und nehme sie ernst.  Ich erzähle gerne Geschichten, eigentlich packe ich möglichst viel Kommunikation in eine Story. So ist ihr Leben ein Abenteuer und bleibt spannend. Wenn ich im Spielmodus oder Erzählmodus bin, dann werde ich zu einem Magneten für Kinder. Ich geniesse diese spielerische Seite sehr.

An welchem Punkt möchtest du arbeiten?
Ohne Grenzen geht es nicht, diese Balance zu finden zwischen Grenzen und Autorität ist manchmal schwer. Selten, meist wenn sich sonstiger Frust angestaut hat, neige ich zu Schimpftiraden und dann werde ich auch laut. Das kann ich besser – durchatmen und kurz innehalten helfen.

Was ist das Beste am Vater sein?
Kinder erfüllen mein Leben, sie sind Sinn stiftend. Ich sehe das Leben mit anderen Augen, erlebe vieles nochmal und doch anders. Hinterfrage vieles von uns Erwachsenen. Das Beste in einem Moment ausgedrückt: Wenn dich die Kinder stürmisch begrüssen, diese Sekunden, in denen sie auf dich zu rennen und dir in die Arme fallen.

Von Edita Dizdar am 06.06.2021
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