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  4. Janni Hönscheid zieht mit ihrer Familie um: Tipps fürs Umziehen mit Kindern

Janni Hönscheid packt die Kisten

Das solltet ihr beim Zügeln mit Kindern beachten

Janni Hönscheid und Peer Kusmagk machens mit ihren Bildern inmitten von Umzugskisten vor: Bald beginnt die Zügelsaison. Steht auch bei euch eine Züglete an? Wir haben eine Expertin gefragt, wie Eltern ihre Kinder optimal auf einen Umzug vorbereiten können.

Janni Hönscheid und Peer Kusmagk mit Kindern Emil-Ocean und Yoko mit Umzugskisten

Parat für den Umzug: Janni Hönscheid und Peer Kusmagk ziehen mit ihren Kindern Emil-Ocean und Baby Yoko in eine kleinere Bleibe.

Instagram/jannihonscheid

«Noch ein letzter Blick zurück und hinein ins neue Leben!», schreiben Surferin Janni Hönscheid, 29, und Schauspieler Peer Kusmagk, 44, zum letzten von mehreren Umzugsbildern, die sie in den vergangenen Tagen von sich und ihren Kindern auf Instagram gepostet haben. Das Paar zieht mit Emil-Ocean, 2, und Baby Yoko von seinem grossen Haus mit Garten und See vor der Tür in eine kleinere Bleibe. Denn das Haus habe ihnen mehr Druck als Entspannung gebracht, sodass sie sich mit der Zeit nach etwas Überschaubarem gesehnt hätten, «nach mehr Zeit für Familienabenteuer und Reisen ohne das Gefühl zu haben, nicht genügend auszunutzen was man hat», schreiben die beiden. «Schon das Ausmisten hat sich wie eine Befreiung angefühlt.»

Sich als Eltern nicht stressen lassen

Entsprechend glücklich wirken die beiden auf den Bildern. Und das ist gemäss Barbara Wüthrich vom Pro Juventute Beratungsteam die beste Voraussetzung für einen gelungenen Umzug mit Kindern. «Den Kindern gehts gut, wenns den Eltern gut geht», sagt sie. Deshalb sei es wichtig, während eines Umzugs gut zu sich selber zu schauen und darauf zu achten, sich möglichst nicht stressen zu lassen. Die Tipps dafür wie das gelingt, teilt die Expertin in die drei Phasen des Umzugs auf: Das Abschied nehmen, den Umzug an sich sowie das Ankommen am neuen Ort.

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Abschied nehmen vom alten Ort


    •    Auf das Kind eingehen: «Das Wichtigste ist, dass sich Eltern am Kind orientieren und ihm gut zuhören. Freut es sich auf den neuen Ort oder ist die Züglete eher mit Ängsten und Trauer verbunden? Muss sich das Kind «nur» von der Wohnung oder auch von Gspänli in Kita, Kindergarten oder Schule verabschieden? Je nach Situation sollten die Eltern den Umzug dann stärker thematisieren, Rituale machen und sich mit dem Kind bewusst von seiner alten Umgebung verabschieden.»


    •    Abschiedsrituale begehen: «Ein schönes Abschiedsritual könnte sein, ein Album mit Fotos der Gspändli zu machen oder einen Setzkasten mit schönen Steinen oder anderen Dingen von seinen Lieblingsplätzen zu sammeln.»


    •    Sicheren Hafen bis zuletzt bestehen lassen: «Auch wenn sich in den letzten Tagen vor dem Umzug die Wohnung rundherum immer mehr lichtet: Das Kinderzimmer oder zumindest das Kinderbett als sicherer Hafen soll möglichst bis zuletzt bestehen bleiben.»


    •    Vorausschauen: «Wichtig ist auch, schon vom alten Ort aus an den neuen Ort zu gehen, damit das Kind weiss, was auf es zukommt. Und zwar nicht nur die neue Wohnung, sondern auch die Umgebung darum herum und allenfalls das neue Schulhaus, den Weg dorthin sowie natürlich die künftige Lehrperson.»


    •    Die Kinder mitreden lassen: «Ideal, um die Vorfreude der Kinder zu wecken, ist es, sie bei einigen Dingen mitentscheiden zu lassen: Wer kriegt welches Zimmer, oder welche Farbe sollen die Wände in deinem Zimmer haben?»


    •    Die Gspändli nicht vergessen: «Auch für die Nachbarskinder kann es ein grosse Veränderung sein, wenn ihre liebsten Spielkameraden plötzlich nicht mehr da sind. Vielleicht kann man sie bei den Abschiedsritualen miteinbeziehen. Und danach den Kontakt – je nach Distanz wenigstens über Social Media – weiterhin pflegen.»

Der Zügeltag

    •    Verantwortliche für die Kinder bestimmen: «An den Zügeltagen muss jemand fix für die Kinder da sein. Die Eltern regeln am besten schon im Vornherein, wer sich um sie kümmert.


    •    Genügend Helferinnen und Helfer engagieren: «Wie sehr man die Kleinen die eigentliche Züglete miterleben lassen möchte, hängt stark davon ab, wie es den Eltern dabei ergeht, wie hoch ihr eigenes Stresslevel ist. Das gelingt natürlich am besten, wenn man ausreichend helfende Hände zur Seite hat – ob von Familie und Freunden oder von professionellen Umzugsteams.


    •    Kinder mit«helfen» lassen: «Sofern es der Stresslevel der Eltern zulässt, macht es viele Kinder stolz, ein paar Dinge selber die Treppe rauf und runter zu tragen, einen Koffer zu packen oder im Zügelwagen mitzufahren. Unsere Tochter durfte zum Beispiel im Leiterwagen das Büsi zügeln, davon erzählt sie heute noch.»


    •    Die Kinder betreuen lassen: «Eltern, die während des Umzugs selber total gestresst sind, bringen die Kinder für den Zügeltag besser zu den Grosseltern oder anderen nahen Bezugspersonen.»

Peer Kusmagk und Sohn Emil-Ocean im Umzugswagen

«Noch ein letzter Blick zurück und hinein ins neue Leben!», schreiben Janni Hönscheid und Peer Kusmagk auf ihrem gemeinsamen Instagram-Account zum Bild von ihm mit Söhnchen Emil-Ocean.

instagram/janniundpeer

Ankommen am neuen Ort

    •    Sicheren Hafen zuerst einrichten: «Die Einrichtung des Kinderzimmers, besonders das Bett mit den liebsten Kuscheltieren, soll am alten Ort als letztes eingepackt und am neuen Ort als erstes wieder ausgepackt werden, damit das Kind seinen sicheren Hafen hat.»



    •    Auf das Kind eingehen: «Das gilt für alle drei Phasen des Umzugs. Besonders auch jetzt, am neuen Ort. Vielleicht hat das Kind neu ein eigenes Zimmer und möchte zu Beginn doch nochmals bei dem grösseren Geschwisterkind oder bei den Eltern schlafen, dann soll man ihm dies unbedingt ermöglichen.

»

    •    Schulwechsel gut begleiten: «Kinder, die neben der neuen Wohnung auch in eine neue Schule kommen, soll man gut darauf vorbereiten, das Schulhaus schon vorgängig besuchen und den Einstieg mit der neuen Lehrperson besprechen.

»

    •    Viel Verständnis zeigen: «Ein Umzug ist ein grosser Umbruch im Leben eines Kindes. So ein Wandel ist immer mit Chancen und Risiken verbunden. Manchen Kindern bringt es Vorteile, andere sind noch länger traurig über den Verlust ihrer Gspänli. Dann ist es wichtig, dass die Eltern extraviel Verständnis zeigen und immer wieder mit ihrem Kind reden.»

Von Christa Hürlimann am 19.02.2020
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