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  4. Jugendliche und Zigaretten: Prävention und Hilfe für verzweifelte Eltern

Wie Eltern richtig reagieren

Hilfe, mein Teenager greift zur Kippe!

Wenn Teenager zu Zigaretten greifen, sind viele Eltern alarmiert. Markus Meury, Mediensprecher von Sucht Schweiz erzählt uns im Interview, wie man richtig auf die Situation reagiert, was man den Jugendlichen sagen kann – und was man keinesfalls tun sollte.

Teenager raucht

Teenager und Zigaretten: Rauchen, weil es «cool» ist.

Getty Images

Herr Meury, wie werden Jugendliche heute auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam gemacht? 
Es wäre wichtig, das Thema besonders im Schulunterricht einzubauen. Allerdings werden Lehrkräfte von den Schulleitungen damit vielerorts alleine gelassen. Heute sind integrierte Ansätze im Vordergrund, also ganze Kampagnen, die auch die sozialen Medien umfassen. Letztere haben leider auch die Zigarettenmultis für ihr Marketing entdeckt, beispielsweise gezielt mit jungen Influencern.

Inwiefern?
Die Tabakindustrie ködert gezielt junge Menschen, indem Werbung dort gemacht wird, wo sie Jugendliche erreichen kann. Zudem verwenden sie eine attraktive Ausdrucksweise und Bildsprache und bieten die Gelegenheit, Geschenke oder Erlebnisse zu gewinnen. Man weiss auch, dass junge Menschen auf ihren Wegen im Alltag sechsmal mehr Anreize zum Rauchen sehen als Präventions-Botschaften. Eine Einschränkung der Werbung wäre also entscheidend.

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Welche Rolle spielen die Eltern in der Prävention?
In unserer Studie zur Suchtprävention konnten wir zeigen, dass Eltern nach wie vor einen starken Einfluss auf den Substanzkonsum ihrer Kinder haben. Dies vor allem dann, wenn ein gutes Vertrauensverhältnis besteht und die Eltern über die Freizeitaktivitäten der Kinder Bescheid wissen. Es ist markant, wie Jugendliche, die sich von ihren Familien unterstützt fühlen, signifikant weniger oft zu psychoaktiven Substanzen greifen.

Inwiefern?
Die Tabakindustrie ködert gezielt junge Menschen, indem Werbung dort gemacht wird, wo sie Jugendliche erreichen kann. Zudem verwenden sie eine attraktive Ausdrucksweise und Bildsprache und bieten die Gelegenheit, Geschenke oder Erlebnisse zu gewinnen. Man weiss auch, dass junge Menschen auf ihren Wegen im Alltag sechsmal mehr Anreize zum Rauchen sehen als Präventions-Botschaften. Eine Einschränkung der Werbung wäre also entscheidend.

«Auffällig ist, dass die heutigen Jugendlichen später mit dem Rauchen anfangen.»

Markus Meury, Mediensprecher Sucht Schweiz

Wie viele Schweizer Jugendliche rauchen heute überhaupt noch Zigaretten?
Bei den Schülern zwischen 11 und 15 Jahren haben wir jeweils alle vier Jahre neue Zahlen. Die letzten sind aus dem Jahr 2018. Da rauchten etwa 8,7 Prozent der 15-Jährigen mindestens wöchentlich. Im 2010 waren es noch etwa 17,3 Prozent. 

Inwiefern?
Die Tabakindustrie ködert gezielt junge Menschen, indem Werbung dort gemacht wird, wo sie Jugendliche erreichen kann. Zudem verwenden sie eine attraktive Ausdrucksweise und Bildsprache und bieten die Gelegenheit, Geschenke oder Erlebnisse zu gewinnen. Man weiss auch, dass junge Menschen auf ihren Wegen im Alltag sechsmal mehr Anreize zum Rauchen sehen als Präventions-Botschaften. Eine Einschränkung der Werbung wäre also entscheidend.

rauchende jugendliche

Mädchen rauchen auch – allerdings seltener als ihre männlichen Altersgenossen.

Getty Images

Greifen Jugendliche eher zu normalen oder zu E-Zigaretten? Und wie sieht es mit dem Konsum von Shisha, Snus und weiteren Nikotinprodukten aus?
Der Konsum von E-Zigaretten hat bei 11- bis 15-Jährigen stark zugenommen. Allerdings ist noch unklar, ob es sich vor allem um Ausprobier-Konsum handelt. 32 Prozent der Jungen und 17 Prozent der Mädchen haben im Alter von 15 Jahren haben mindestens einmal im Leben eine Wasserpfeife geraucht. Bei Snus sind es 13 Prozent der Jungen und 5 Prozent bei den Mädchen. Wasserpfeife und Snus sind vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. Diese sind sich oft nicht bewusst, dass das Schadenpotential bei der Wasserpfeife genauso hoch ist wie bei der Zigarette und dass Snus genauso stark abhängig machen kann.

Von Edita Dizdar am 22.11.2020
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