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  4. Ist Dreck schädlich für Kinder? Nein, sogar gesund, besagt eine Studie

Die Wissenschaft spricht sich klar dafür aus

Mehr Dreck für Stadtkinder, so einfach gehts!

Euer Kind ist ein Dreckspatz? Gut so! Eine finnische Studie zeigt den positiven Einfluss von Dreck auf das Immunsystem. Und wir zeigen euch, wie ihr auch als Stadtmenschen mehr Dreck ins Familienleben reinbringt.

Kind mit schmutzigen Händen

Dreckeln macht Spass und stärkt das Immunsystem.

www.plainpicture.com

Fröhlich hüpft der kleine Bub von Pfütze zu Pfütze. Dazwischen wühlt er begeistert in der tiefnassen und schweren Erde, betrachtet fasziniert die Erdklumpen an den Händen und fährt sich damit übers Gesicht und durchs Haar. Ein Dreckspatz wie aus dem Bilderbuch und das ist gut so, wie ein finnisches Projekt belegt. 2020 hat eine Kinderbetreuungsstätte in Helsinki den Schützlingen Pflanzentöpfe mit Dreck zum drin Rumwühlen, Naturboden und Garten zur Verfügung gestellt. Nach nur einem Monat erschien die Vielfalt der Mikroben im Darm und auf der Haut der Kinder, die diese Tagesstätte besuchten, deutlich gesünder.

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Im Vergleich zu Kinder in normalen städtischen Kindertagesstätten mit relativ dreckfreien Bodenbelägen, zeigten sich bei den Kindern aus dem schmutzbereicherten Umfeld nach 28 Tagen mehr Immunzellen-Marker im Blut. «Wir fanden auch heraus, dass die Darmmikrobiota von Kindern, die Grünpflanzen erhielten, der Darmmikrobiota von Kindern ähnelte, die jeden Tag den Wald besuchen», sagt Umweltwissenschaftlerin Marja Roslund von der Universität Helsinki.

Dreck schützt vor Allergien und Asthma

Es ist nicht die erste Studie dieser Art. Kinder, die viel im Kuhstall spielen, sind besser vor Allergien und Asthma geschützt, sagen die sogenannten Bauernhofstudien. Dass Landkinder im allgemeinen einen besseren Immunschutz haben, als Kinder, die in der Stadt aufwachsen, ist mittlerweile Allgemeinwissen. Dem Zürcher Allergologen Roger Lauener gelang bereits vor 20 Jahren der Nachweis, dass Mikroben in der Umwelt das Immunsystem der Kinder beeinflussen.

Ihr müsst deswegen aber nicht gleich alle Zelte in der Stadt abbrechen und aufs Land ziehen. Der Dreck-Effekt gilt nämlich auch in der Stadtwohnung: Schmutz, zum Beispiel von Strassenschuhen reingebracht, stärkt das Abwehrsystem ebenfalls.

7 Tipps für mehr Dreck im Stadtleben
  • Schuhe nicht mehr regelmässig reinigen und eine Ecke für besonders dreckige Exemplare reservieren
  • Matsch-Ecke auf dem Balkon einrichten zum Freestyle-Dreckeln
  • Verwandelt euren Balkon in einen Garten
  • Sandkästen sind das reinste Bakterien-Paradies. Lasst die Kinder munter drin buddeln
  • Kauft Bio-Gemüse, zum Beispiel einen Bund Rüebli, auf dem Markt und esst es ungewaschen
  • Fantasie-Znacht mit Tannenzapfen-Mais, Gras-Spaghetti und Stein-Steak 
  • Und zum Dessert gibts Erdkuchen mit Regenwurm-Vermicelles

Wir wünschen euch viel Spass und weitere vergnügliche Drecksideen!

Von Maria Ryser am 9. August 2019 - 08:00 Uhr
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