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  4. Kinderzeichnungen aufbewahren oder in den Abfall werfen? 5 Tipps

Mal ehrlich…

Kinder-Zeichnungen gehören in den Abfall!

So schnell wie Kinder Kunst produzieren, kommen wir Eltern mit Bestaunen, geschweige denn mit Einordnen gar nicht nach. Was also tun mit all den Blättern und Basteleien? Dem schlechten Gewissen zum Trotz: Weg damit! Wem das zu radikal ist, bekommt von uns fünf Tipps für mehr Übersicht und Ordnung in der Kreativecke.

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Ein Hoch auf die Kreativität: Kinder lieben es, zu malen und zu basteln. Doch wohin mit all den Werken?

Getty Images

«Schau Mama, ein Regenbogen!» Das Mädchen hält voller Stolz ein Blatt hoch. Darauf zu sehen ist… ein Wirrwarr aus braunen Filzstift-Linien. Die Mutter, sichtlich gefesselt vom Talent ihres Kindes (das war ein Witz), nimmt das Werk entgegen, um es zu den 12'739 anderen Zeichnungen in die «Erinnerungskiste» zu legen. Irgendwann – ganz bestimmt – wird sie Zeit finden, sich darum zu kümmern.

Nein, wird sie nicht. Wann haben Eltern schon Zeit für sowas? Doch solange die Sachen irgendwo ganz hinten im Schrank aufbewahrt werden, müssen sie sich immerhin nicht mit dem schlechten Gewissen rumschlagen, das sie haben, wenn Bilder in den Abfall wandern. 

Gängige Ausreden sind: «Ich werde mich in 53 Jahren bestimmt darüber freuen, alles nochmals durchzuschauen.» Beliebt ist auch: «Ich bewahre das alles für meine Kinder auf, damit sie beim Auszug in die erste WG in Erinnerungen schwelgen können.» Beides wird kaum eintreffen. Oder hättet ihr Freude an einer Bananenschachtel voll mit euren alten Basteleien? Spätestens nach einem Mal anschauen würdet ihr das Zeug eh selber wegschmeissen.

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Bevor es Kritik hagelt: Ja, wir haben ein Herz. Ein ziemlich grosses sogar. Kinderkunst ist toll und kein Zweijähriger muss auch nur annähernd wissen, wie man einen perfekt proportionierten menschlichen Körper zeichnet. Wir sind voll für kreative Entfaltungsfreiheit, ein Hoch auf braune Regenbögen! Ob wir Kinderzeichnungen aufbewahren oder entsorgen hat aber nichts damit zu tun, wie sehr wir unsere Söhne und Töchter lieben. Denn wir lieben sie unendlich!

So bewahren wir die Kunst unserer Kids auf

Weil das Thema in Haushalten mit Kindern immer wieder aufkommt, haben wir bei den Müttern auf der Redaktion nachgefragt, wie sie die Kunstwerke ihrer Kinder managen. Dabei wird klar, dass es eine Kluft zwischen den Organisierten und den Chaoten unter uns gibt:

«Die schönsten Bilder landen in einer Kunstmappe, aber nur etwa ein Bild pro Jahr – also wirklich nur die allerschönsten! Alle restlichen Zeichnungen dürfen die Kinder an ihre Kinderzimmerwände hängen. Dort bleiben sie so lange, bis sie von allein wieder abfallen und im Abfall landen.» Susanne, 37

Wow, das hört sich konsequent und übersichtlich an. Finden wir super! Eine etwas weniger strenge Methode hat uns die nächste Kunstsammlerin verraten:

«Als meine Tochter mit dem Zeichnen begann, lochte ich zuerst noch jedes ihrer Werke fein säuberlich und legte es in einen Ordner. Mit der Zeit wurden das so viele, dass ich auf eine Schachtel umstieg: Dort werfen wir alle Kunstwerke hinein und misten den Haufen von Zeit zu Zeit aus. Mit etwas zeitlichem Abstand fällt es mir leichter, auch mal eins ins Altpapier zu geben.» Caroline, 38

Zum Schluss erreicht uns noch ein stiller Hilfeschrei, denn das Durcheinander scheint Überhand zu gewinnen:

«Ehrlich gesagt habe ich absolut keine Übersicht, was sich in den Zeichnungskisten der Kids alles befindet. Da kommen unter anderem ihre Malereien und Basteleien rein, versehen mit Name, Datum und einer Erklärung, was es darstellen soll. Das Ziel war eigentlich, für jedes Kind pro Lebensjahr ein kleines Buch zu binden. Damit angefangen habe ich noch nicht – der Berg ist mittlerweile riesig. Hilfe!» Emilia, 34

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Ist es eine Kuh? Oder doch ein Traktor? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. 

Getty Images

5 Tipps für den Umgang mit Kinderkunst

Der Minimalismus ist in den letzten Jahren in viele Wohnungen und Häuser gezogen. Nur noch behalten, was wirklich Freude macht, alles andere kann weg. Wenn es aber um Dinge mit sentimentalem Wert geht, ziehen viele doch noch eine Grenze. Briefe, Postkarten oder alte Fotos wegschmeissen? Niemals! Irrelevant dabei ist, ob wir die Sachen jemals wieder anschauen werden. Eine staubige Schachtel mehr im Keller stört ja keinen.

Bei Kinderzeichnungen ist es dasselbe. Bevor wir euch also raten, alles sofort wegzuschmeissen (was echt die beste Lösung wäre), folgen nun ein paar Tipps, wie ihr das Chaos in Zukunft besser handeln könnt, bevor ihr unter Bergen von verkritzelten A4-Blättern und mit Pailletten beklebten Eierkartons untergeht:

  1. Entscheiden, was bleiben darf: Wem es schwerfällt, sich gleich von Kinderkunst zu trennen, kann alles in eine (kleine!) Kiste schmeissen. Schreibt auf die Rückseite, wer was wann gemalt hat. Durch die Grösse der Box seid ihr gezwungen, diese regelmässig auszumisten. Und wie oben gehört, fällt es mit ein wenig Abstand leichter, sich zu trennen. Mistet aber auf jeden Fall ohne eure Kids aus, sonst darf nämlich gar nichts weg.
  2. Kunstbücher machen: Die einfachste Version dieses Tipps ist, die Zeichnungen zu lochen und mit einem hübschen Faden zusammenzubinden. Dazu ein Deckblatt mit der Jahreszahl und dem Namen des Kindes und schon hält alles zusammen und fliegt nicht in der Weltgeschichte umher. Das Binden geht natürlich auch maschinell, bedeutet aber mehr Aufwand. 
  3. Zeigt her die Kunst: Ob Pinnwand, Schnur mit kleinen Klammern oder good old Klebeband an der Wand (Washi-Tape lässt sich ohne Rückstände wieder entfernen) – es gibt viele Möglichkeiten, Kinderkunst auszustellen. Diese Methoden ermöglichen regelmässiges Auswechseln der Werke, gibt den Kids ein gutes Gefühl und wenn die Zeit gekommen ist, wandern die Zeichnungen unbemerkt in den Abfall. 
  4. Digitalize it: Statt die tatsächliche Zeichnung zu behalten, könnt ihr von den Sachen auch Fotos machen. Schreibt diese an mit Datum, dem Namen des kleinen Künstlers und dem Titel des Bildes und ab damit in einen Ordner auf eurem PC (oder Handy). Am Ende des Jahres kann man so ruckzuck ein digitales Fotobuch erstellen. Die Erinnerung bleibt, nimmt aber viel weniger Platz in eurem Daheim ein.
  5. Adé Geschenkpapier-Knappheit: Recycling ist im Jahr 2020 essenziell. Warum also nicht alte Kinderzeichnungen als Geschenkpapier verwenden? 
Von Edita Dizdar am 02.07.2020
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