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Kinderärzte warnen

Immer mehr Kinder verbrennen sich beim Inhalieren

Aktuell leiden besonders viele Kinder an Atemwegserkrankungen. Inhalieren soll die Symptome lindern. Nun schlagen Kinderärzte jedoch Alarm: Diesen Winter haben sich schon doppelt so viele Kinder wie sonst mit Inhalationswasser verbrannt.

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Kind, inhalieren

Bei der Kochtopf-Methode ist die Gefahr, dass sich Kinder verbrühen, besonders hoch.

Getty Images

Derzeit leiden extrem viele Kinder an Atemwegserkrankungen wie dem RS-Virus, Corona oder der Grippe. Ein beliebtes Hausmittel, um den Viren den Kampf anzusagen: Inhalieren. Dadurch sollen die gereizten Schleimhäute befeuchtet und Schleim in den Bronchien und der Nase gelöst werden. Allerdings gilt es beim Inhalieren einige Vorsichtsmassnahmen einzuhalten. 

In einem Bericht der SRF-Sendung «10 vor 10» warnten Kinderärzte vor den Gefahren beim Inhalieren. Kinderchirurgin Sophie Böttcher vom Zürcher Zentrum für brandverletzte Kinder sagt ihn der Sendung etwa: «Diesen Winter sehen wir mehr als doppelt so viele Fälle wie sonst von Kindern, die sich mit Inhalationswasser verbrühen.» Die Verletzungen seien oft so tief, dass Haut transplantiert werden müsse. Um solche schlimmen Fälle möglichst zu verhindern, ist es wichtig, dass im Notfall rasch die richtigen Massnahmen getroffen werden.

Wie reagieren, wenn es zu Verbrühungen kommt?

  • Sofort die nassen Kleider ausziehen
  • Die verbrannten Stellen kühlen – allerdings nicht mit eiskaltem, sondern lauwarmem Wasser
  • Handelt es sich nicht bloss um wenige Spritzer heisses Wasser, sofort den Notarzt kontaktieren

Um Unfälle zu vermeiden, sollte bei Kindern auf keinen Fall die Kochtopf-Methode angewendet werden, bei der heisses Wasser in eine Pfanne gefüllt wird und man sich mit einem Handtuch über dem Kopf darüber beugt. Nebst der Verbrennungs-Gefahr könnten die heissen Dämpfe auch in die Augen gelangen und die Schleimhäute reizen. Besser geeignet für Kinder sind sogenannte Düsen- oder Ultraschall-Vernebler mit Inhalationsmaske. Zudem sollte bei Kindern auf das Inhalieren mit ätherischen Ölen verzichtet werden. Auch sie können die Augen und Schleimhäute reizen und gar zu allergischen Reaktionen führen.

Wirksamkeit nicht belegt

Der Pneumologe Alexander Möller vom Kinderspital Zürich zeigt sich im Bericht von «10 vor 10» generell nicht überzeugt von der Wirksamkeit des Inhalierens. Er sagt zum Thema Inhalieren: «Wir empfehlen das nicht.» Die Abwägung von Risiko und Nutzen spreche dagegen. Man habe zwar subjektiv das Gefühl, dass die Nase gut behandelt werde, aber der Dampf gelange nicht in die mittleren und unteren Atemwege. Dort wo das Problem liege, habe man also keinen Effekt. Auch Studien würden keine wesentliche Wirksamkeit des Inhalierens zeigen.

Alternativen zum Inhalieren:

  • Die Nase mit einer Kochsalzlösung spülen – entweder mittels Spray oder indem man lauwarmes Wasser mit Salz durch die Nase einatmet
  • Möglich und besonders effizient ist auch, die Kochsalzlösung mit einer Spritze in die Nase einlaufen zu lassen
Von fei am 2. Januar 2023 - 08:27 Uhr