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Neuer Elterntyp unter der Lupe

Na, gehört ihr auch zu den Rasenmäher-Eltern?

Nach Helikoptereltern und Tigermamas gibt es nun die Rasenmäher-Eltern. Hier erfahrt ihr, was es mit dem neuen Begriff auf sich hat und ob ihr auch dazu gehört.

Bildnummer: 50196406  Datum: 11.07.2000  Copyright: imago/Birgit KochVater mit Baby (6 Wochen alt) mähen gemeinsam den Rasen im Garten, Personen ,  ,  , Symbolfoto; 2000, Model-released, Baby, Babys, Säugling, Säuglinge, , , Kind, Kinder, sechs, hält, halten, haltend, trägt, tragen, tragend, Familie, Mann, Eltern, Garten, allein erziehend, erziehender, Gartenarbeit, Rasenmäher, mäht, mähend; , quer, Kbdia, Gruppenbild, Deutschland,  ,; Aufnahmedatum geschätzt

Der Rasenmäher ist natürlich nur eine Metapher: So laufen Rasenmäher-Eltern nicht rum.

Imago

Es gibt so viele Schubladen, in die man Eltern stecken kann. Gerade tut sich eine neue auf: die Schublade der «Rasenmäher-Eltern». Dieser Begriff macht derzeit im Internet von sich reden. Was es damit auf sich hat, erklären wir euch gerne. Ob ihr dazugehört, müsst ihr selber rausfinden. Wir hoffen es nicht!

Diese Merkmale machen euch zu Rasenmäher-Eltern

Wenn ihr wissen wollt, was Rasenmäher-Eltern tun, um so genannt zu werden, stellt euch einen Rasenmäher vor. Was tut der? Er mäht alles nieder. Und genau das tun auch Rasenmäher-Eltern: Wenn sich etwas ihrem Kind in den Weg stellt, mähen sie es weg. Zack, bumm.

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Rasenmäher-Eltern tun alles, was nötig ist, um ihr Kind vor Rückschlägen, Auseinandersetzungen oder Misserfolgen zu bewahren. Anstatt ihre Kinder auf Herausforderungen vorzubereiten, mähen sie Hindernisse nieder, sodass ihre Kinder sie gar nicht erst zu spüren bekommen.

«Rasenmäher-Eltern tun alles, was nötig ist, um ihr Kind vor Rückschlägen, Auseinandersetzungen oder Misserfolgen zu bewahren. Anstatt ihre Kinder auf Herausforderungen vorzubereiten, mähen sie Hindernisse nieder, sodass ihre Kinder sie gar nicht erst zu spüren bekommen», so ist die Beschreibung eines anonymen Lehrers auf wearetheteachers.com zu finden.

Rasenmäher-Eltern tun alles, was nötig ist, um ihr Kind vor Rückschlägen, Auseinandersetzungen oder Misserfolgen zu bewahren. Anstatt ihre Kinder auf Herausforderungen vorzubereiten, mähen sie Hindernisse nieder, sodass ihre Kinder sie gar nicht erst zu spüren bekommen.

Darum wollt ihr keine Rasenmäher-Eltern sein

Das tönt wahnsinnig viel besser, als es ist. Denn Rasenmäher-Eltern tun ihren Kindern mit ihrer vorausgreifenden Art nichts Gutes. Im Gegenteil. «Indem wir Kinder grossziehen, die nur wenige Auseinandersetzungen erlebt haben, erschaffen wir keine glückliche Generation von Kindern. Wir erschaffen eine Generation, die keine Ahnung hat, was sie tun soll, wenn sie tatsächlich mal auf ein Hindernis stöst. Eine Generation, die beim blossen Gedanken an einen Misserfolg in Panik ausbricht oder komplett abschaltet. Eine Generation, für die Scheitern so schmerzhaft ist, dass sie Bewältigungsmechanismen wie Sucht, Schuldzuweisung und Verinnerlichung benötigt, um damit klarzukommen», erklärt ebendieser Lehrer weiter.

Diese Auswirkungen hat die Rasenmäher-Erziehung

Bereits lange warnt der australische Pädagoge John Marsden vor genau diesem einen Erziehungsfehler, den Rasenmäher-Eltern machen: dem Überbehüten. Gerade diese Eltern, die es besonders gut meinen, richten mit ihremErziehungsstil oft grossen Schaden an, so Marsden. Denn sie nehmen ihre Kinder als hilflose Wesen wahr, die nichts alleine schaffen, und lassen sie deswegen nicht auf Bäume klettern, keinen Streit austragen, den Schulweg nicht alleine gehen ... dabei braucht ein Mensch genau diese Erfahrungen, um sich gesund entwickeln zu können.

Rasenmäher-Eltern rauben ihren Kindern vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Einfach die Finger von allem zu lassen, ist aber auch keine Lösung, das wäre dann Vernachlässigung. Es gilt, den goldenen Mittelweg zu finden, damit unsere Kinder zu resilienten Persönlichkeiten heranwachsen können. Eine Anleitung dafür findet ihr hier.

Von KMY am 19. Juli 2021 - 07:09 Uhr
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