Es sind die kleinen Dinge, die zählen! Fachleute aus Finanzen, Haushalt, Erziehung und Paarliebe verraten, welche fünf Mini-Vorsätze den Elternalltag 2026 entspannen.

Dania Schiftan ist Psychotherapeutin und klinische Sexologin mit eigener Praxis in Zürich sowie Spiegelbestseller Autorin. In ihrem Podcast «Helvetia kommt» spricht sie mit ihren Gästen offen über Sexualität, Intimität und andere wichtige Lebensthemen.
Mirjam KlukaVorsatz: Zurück zur Erotik finden
«Sexualität im Elternalltag muss nicht spontan und wild sein. Ich empfehle Elternpaaren, die sich vom Alltag überrollt fühlen und keine Zeit und Lust für körperliche Nähe finden, Sex und Intimität - wie andere wichtige Bereiche im Leben - zu planen: realistisch und passend zum Alltag. Auch Micro Habits können da bereits helfen: eine etwas längere Umarmung am Morgen bei der Verabschiedung in den Tag oder der bewusste sechssekündige Gottman-Kuss am Abend vor dem Schlafen. Neben diesen Micro Habits dürfen Sex und Intimität ganz bewusst geplant werden. Eltern können kleine Sex-Dates vereinbaren, die wirklich in ihren Alltag passen. Dabei darf die Latte - buchstäblich - tief hängen: Nähe zählt, nicht «perfekter» Sex. Wenn Paare solche Mini-Rituale und fixen Dates in ihren Alltag einbauen, wird Intimität wieder berechenbar und Lust kann mit der Zeit nachwachsen, ohne Druck und schlechtes Gewissen. Geplante Intimität ist kein Zeichen von Unlust, sondern von Wertschätzung füreinander.» Dania Schiftan

Philipp Frei ist Geschäftsführer von Budgetberatung Schweiz.
ZVGVorsatz: Auf einen Traum sparen
«Steter Tropfen höhlt den Stein – besonders beim Sparen. Wenn eine Familie für einen grossen Traum Geld zur Seite legen möchte, sollte der Sparbetrag realistisch gewählt sein, damit das Dranbleiben gelingt. Sparpotenzial findet sich oft bei der Wahl von Ausflügen oder beim Essen unterwegs. Auch ein gezielter Wocheneinkauf, bei dem man Mahlzeiten einplant, die weniger kosten, hilft. Sinnvoll ist es, den Sparbetrag fest im Budget einzurechnen und gleich zu Monatsbeginn auf ein separates Konto zu überweisen. Eltern empfehle ich ausserdem, ihre Kinder in das Sparvorhaben miteinzubeziehen – bei der Planung wie auch bei der Umsetzung. So lernen diese früh, Kosten abzuschätzen und zu verstehen, wie Sparen funktioniert.» Philipp Frei

Nadine Obrist, Sozialpädagogin und Elternberaterin bei Pro Juventute
ZVGVorsatz: Nie mehr laut werden
«Elternsein ist wunderschön, kann aber auch anstrengend sein. Es ist völlig normal, manchmal an seine Grenzen zu kommen und die Nerven zu verlieren. Entscheidender ist, wie man damit umgeht. Wer merkt, dass Stress, Müdigkeit oder Überlastung die Geduld schrumpfen lassen, kann vorher kleine Strategien einsetzen: kurze Pausen, tief durchatmen oder den Raum wechseln, bevor man reagiert. Eltern sollten ihre Grenzen nicht mit Gewalt – weder verbal noch körperlich – durchsetzen. Konflikte lassen sich am besten durch offene und gewaltfreie Kommunikation, klare Ansagen und Struktur lösen. Ein Beispiel: Bei potenziell stressigen Situationen wie zum Beispiel dem Einkaufen hilft es, dem Kind vorher anzukündigen, was erwartet wird: «Ich möchte, dass du beim Einkaufen bei mir bleibst, damit ich dich nicht verliere im Laden», «Ich möchte, dass du nur das aus dem Gestell holst, was ich dir sage, damit wir nicht Dinge anfassen, die wir nicht brauchen». Dazu ist es wichtig aufzuzeigen, wie reagiert wird: «Wenn das Einkaufen gut klappt, haben wir nachher noch Zeit, zum Spielplatz zu gehen» oder «Wenn du davonrennst, dann muss ich dich in den Einkaufswagen setzen, weil ich sonst Angst habe, dich zu verlieren.» Wichtig ist, die Ankündigungen realistisch, umsetzbar und altersgerecht zu kommunizieren. Wer seine eigenen Stress-Trigger kennt – etwa Zeitdruck, Lärm oder Müdigkeit – kann bewusster gegensteuern. Kinder lernen von uns Erwachsenen: ruhige Ich-Botschaften wie «Ich brauche einen Moment Ruhe» und klare Regeln sind wirksamer als Schreien. Und: Sollte es dennoch laut geworden sein, zeigt ein ehrliches «Es tut mir leid», dass Fehler normal sind und Konflikte lösbar sind. Unterstützung anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke. Dafür steht zum Beispiel die Elternberatung von Pro Juventute, die Eltern in solchen Momenten rund um die Uhr und praxisnah weiterhelfen kann.» Nadine Obrist

Martina Frischknecht ist als Frau Ordnung die absolute Expertin fürs Aufräumen und Ausmisten.
ZVGVorsatz: Endlich Ordnung halten
«Was tun gegen das Chaos im Kinderzimmer? Das Kind möchte seinen Raum frei bespielen, die Eltern finden wichtig, dass sie putzen können. Eine Kreativinsel wird beiden Bedürfnissen gerecht. Mit Malerband oder einem kleinen Teppich grenzt man einen Bereich am Boden ab. Innerhalb dieser optischen Grenze darf alles stehen bleiben: Legohäuser, Kunstprojekte, Autoausstellungen. Rundherum bleibt es aufgeräumt. Gegen Materialberge hilft das Ampelsystem. In eine grüne Kiste kommt aktiv genutztes Spielzeug. In eine gelbe Box wandert alles, was man behalten möchte, aber im Estrich lagern kann. Eine rote Kiste sammelt, was weg darf. Wer die Kisten alle drei Monate durchgeht, behält mühelos den Überblick.» Martina Frischknecht

Jeannette Schärer Hansen und Thomas Schärer sind ein Paar- und Caoaches.
ZVGVorsatz: Paarliebe nähren
«Es sind die kleinen Momente, die zählen. Auch im Elternalltag. Die Übung ‹Eine Minute bewusst für dich› schafft Nähe, ohne viel Zeit zu kosten. So gehts: Ihr steht euch gegenüber und schliesst die Augen. Macht drei tiefe Atemzüge. Dann schaut ihr euch für 15 Sekunden an. Erst danach redet ihr: Beide sagen einen einzigen Satz, der Wertschätzung ausdrückt – was heute gutgetan hat oder wofür man dankbar ist. Den Abschluss macht ein Berührungsmoment. Das kann eine Umarmung oder ein Händedruck sein. Tönt unspektakulär, ist jedoch wie eine tägliche emotionale Oase. Auch ein gemeinsamer Kaffee am Morgen oder bewusste, liebevolle Blicke zwischendurch schaffen Verbundenheit. Sie teilen dem Gegenüber mit: Ich sehe dich und was du tust – und es bedeutet mir viel.» Thomas Schärer und Jeannette Schärer Hansen
