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Was steckt hinter durchzogenem Pisa-Ergebnis?

Schweizer Schüler können immer schlechter lesen

Die jüngste Pisa-Studie stellt den Schweizer Schülerinnen und Schülern ein nicht durchwegs gutes Zeugnis aus. Vor allem die Lesekompetenz hat sich in den vergangenen drei Jahren verschlechtert. In der Mathematik siehts besser aus.

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Gute Noten in der Mathematik, schlechte im Lesen: Schweizer Schüler schnitten bei der jüngsten Pisa-Studie unterschiedlich ab.

Keystone

Alle drei Jahre fühlt die OECD den Schulsystemen dieser Welt den Puls. Rund 600'000 Schülerinnen und Schüler aus 79 Ländern haben 2018 am Test teilgenommen. Aus der Schweiz waren rund 6000 Teilnehmer aus über 200 Schulen dabei. Das wenig erfreuliche Fazit: Schweizer Schülerinnen und Schüler schneiden schlechter ab als in den vergangenen Jahren.

Allerdings gibt es in den einzelnen Fächern teilweise grosse Unterschiede. Vor allem der Lese-Test lässt zu wünschen übrig. Auf der Pisa-Rangliste belegt das Land punktegleich mit Österreich Rang 27. An der Spitze beim Lesen liegen asiatische Länder. Die Ergebnisse im Detail:

Lesekompetenz

Schweizer Schülerinnen und Schüler können immer schlechter lesen. Ihre Kolleginnen und Kollegen aus Finnland, Irland, Estland oder Polen schneiden wesentlich besser ab. Spitzenreiter beim Lesen sind jedoch China, Singapur, Macau und Hongkong.

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Die Schweiz erreicht 484 Punkte und liegt somit drei Punkte unter dem OECD-Durchschnitt. Als möglichen Grund für die Leseschwäche nennen die Studienmacher den relativ hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund. Zwischen 2009 und 2018 nahm dieser bei den 15-Jährigen um zehn Prozent zu. 2018 hatten in der Schweiz 34 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund.

Doch weshalb lesen die Jugendlichen nicht kompetent genug, um den Anforderungen des Alltags und der Berufswelt gerecht zu werden? Welche Rolle spielen dabei das Smartphone oder grundsätzlich digitale Lesegewohnheiten? Fragen, auf die die Erziehungsdirektoren und Pädagogen nun Antworten suchen.

 

 

Naturwissenschaften

Mit 495 Punkten liegt die Schweiz in den naturwissenschaftlichen Disziplinen klar über dem OECD-Mittelwert von 489 Punkten. Vor der Schweiz klassierten sich aber Länder wie Deutschland, Belgien oder Finnland.

Mathematik

Geht es ums Rechnen, sind die Schweizer Schüler nach wie vor Spitze. Auch hier liegen sie über dem statistischen Durchschnitt der OECD. Ein Leistungsrückgang der Schweizer Schulkinder ist aber trotzdem spürbar. Sie erreichen aktuell 515 Punkte (Durchschnitt 489) und werden insbesondere von asiatischen Ländern überholt.

Lehrerverband

Allerdings sind laut der Studie die Resultate seit 2012 generell schlechter geworden – in allen Disziplinen. Der Unterschied im Vergleich zu den Resultaten von 2018 variiert zwischen 16 Punkten in Mathematik und 20 Punkten in den Naturwissenschaften. Die Schweizer Lehrer freuen sich dennoch über die Resultate.

Im internationalen Vergleich hätten die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ein hervorragendes Ergebnis in Mathematik, überdurchschnittliche Resultate in Naturwissenschaften und durchschnittliche Werte in der Lesekompetenz erzielt, zitiert der «Blick» den Lehrerverband. Diese Resultate bedeuteten für die Lehrpersonen eine klare Bestätigung ihrer Arbeit. Sie würden an Schweizer Volksschulen im internationalen Vergleich sehr erfolgreich, leistungsorientiert und mit grossem Engagement unterrichten. Nur die Leistung im Bezug auf das Lesen sei nicht zufriedenstellend.

Von bes am 04.12.2019
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