Die Pubertät ist eine herausfordernde Zeit – und zwar für Teenager wie auch für Eltern. Bei den Jugendlichen verändert sich der Hormonhaushalt, sie haben Stimmungsschwankungen und suchen ihre eigene Identität. Hinzu kommen häufig schulischer Druck, Beziehungsprobleme und die Frage, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchten.
Die Eltern wiederum sind oft konfrontiert mit einem Kind, das sich gegen sie auflehnt, alles doof findet oder nicht über Probleme sprechen möchte.
Doch gerade weil diese Zeit so viele Veränderungen mit sich bringt, ist es wichtig, dass die Eltern die Bindung zum Kind nicht verlieren und es wenn nötig unterstützen können. Zwar ist es essenziell, dass Teenager Selbständigkeit lernen und Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, kleine Erwachsene sind sie aber dennoch nicht. Ihre Gehirne befinden sich noch immer in der Entwicklung.
Für die Eltern ist es also eine Gratwanderung: Einerseits möchten die Jugendlichen so viel Autonomie wie möglich, andererseits sollten sie sicher durch die Pubertät gelenkt werden. Damit es also nicht allzu oft zu Spannungen kommt und sich die Teenager nicht komplett verschliessen, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Hier kommen einige Tipps, die euch den Umgang mit Teenies erleichtern können.
Zurückhalten statt Aufdrängen
Fragt man die Jugendlichen dauernd, wie es ihnen geht, kann das kontraproduktiv sein. Oft fühlen sie sich dann bedrängt und ziehen sich erst recht zurück. Selbst wenn man mitbekommt, dass sie ein Problem haben, ist es oft besser, sich zurückzuhalten als ständig Hilfe und Gespräche aufzudrängen. Kommt es dann doch zu einem Gespräch, ist es ratsam, einfach zuzuhören, anstatt die Teenager mit Fragen zu löchern. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie sich rasch wieder verschliessen.
Timing beachten
Ein gutes Gespräch kann nicht erzwungen werden. Ausserdem ist einem manchmal einfach nicht nach Reden. Das sollten auch Eltern akzeptieren. Sind die Jugendlichen müde, schlecht gelaunt oder schauen sie gerade ihre Lieblingsserie, ist definitiv nicht der richtige Zeitpunkt für Deep Talk.
Aufmerksam bleiben
Zu leicht sollten sich Eltern jedoch nicht abspeisen lassen. Selbst wenn ein Kind nie Lust hat, zu reden oder ständig sagt, es sei alles gut, lohnt es sich, dran zu bleiben – vor allem, wenn einem das Bauchgefühl sagt, dass eben nicht «alles gut» ist. Wird hier immer mal wieder vorsichtig nachgehakt, zeigt das dem Kind, dass ernsthaftes Interesse an einem Gespräch und an seinen Gefühlen besteht.
Safe Space kreieren
Teenager leben in einer Welt voller Hektik und Erwartungen. Umso wichtiger ist es, dass sie zuhause zur Ruhe kommen können. Das gelingt, wenn auch die Eltern auf ihre eigene Stimmungslage und ihren Tonfall achten und versuchen, eine möglichst friedliche Atomsphäre zu schaffen. So gelingt es viel besser, ein konstruktives Gespräch zu führen.
Gemeinsame Zeit
Teenager verbringen ihre Freizeit meist lieber mit ihren Freunden als mit der Familie. Dennoch fördert es die Verbindung – und entsprechend die Kommunikation – wenn Eltern und Kinder hin und wieder gemeinsam etwas unternehmen. Vielleicht gibt es bereits ein Hobby, das man teilt. Ansonsten könnte man gemeinsam überlegen, was allen Spass machen würde.
