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Schämt euch nicht!

So werdet ihr Läuse erfolgreich los

Kopfläuse sind lästig. Aber nicht gefährlich. Und sie haben auch nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Trotzdem schämen sich bei einem Lausbefall viele Eltern und schweigen. Das macht die Sache nur schlimmer, findet SI-Family-Redaktorin Maria Ryser.

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Ständig am Kratzen? Einen Lausbefall bemerkt man schnell am brutalen Juckreiz.

Getty Images/Image Source
Maria Ryser
Maria Ryser

Journalistin und Mutter einer erwachsenen Tochter und zweier Söhne.

Vor ein paar Wochen hatte ich Kopfläuse. Wer Kinder hat, dem passiert das mindestens einmal im Leben, würde ich jetzt mal behaupten. Oder öfter. Ich zumindest habe aufgehört zu zählen, wie oft meine Familie dieses Theater schon durchgespielt hat. Das Laus-Shampoo kann ich nicht mehr riechen (wobei das seit ein paar Jahren geruchlos ist - immerhin etwas) und mit Nissen-Kämmen könnte ich einen Flohmi füllen.

Schämt euch nicht!

Das grösste Problem dabei? All die Eltern, die einen Lausbefall ihrer Kinder weder zu Hause behandeln noch in der Schule melden. Sondern einfach ignorieren. Oftmals aus Scham. Hört bitte sofort auf damit und schämt euch nicht! Es macht die Sache nur schlimmer.

«Läuse krabbeln auf jedes Haar, ob dick oder dünn, kurz oder lang, kraus oder gerade. Ist denen schnurzegal.»

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Denn Läuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Im Gegenteil: Auf frisch gewaschene Haare fahren die Biester sogar besonders ab. Läuse sind zwar wahnsinnig lästig, doch gefährlich sind sie nicht. Und sie können auch keine Krankheiten übertragen.

Bei Befall muss man ihnen aber subito den Garaus machen. Sonst steckt man sich gegenseitig ständig wieder von neuem an. Voll die Sisyphus-Laus. Und davon kann ich ein Lied singen.

Kleine Kinder sind besonders stark betroffen

Die Krabbel-Schar dieses Mal nach Hause geschleppt hat unser siebenjähriger Sohn, der Jüngste in der Familie. Das ist kein Zufall: Kleine Kinder, Kindergärtler und Primarschüler sind besonders stark davon betroffen.

«Kopfläuse können weder springen, noch hüpfen, weder fliegen noch schwimmen. Sie brauchen den direkten Kopfkontakt.»

Der Grund dafür ist einfach: Kopfläuse können weder springen noch hüpfen, weder fliegen noch schwimmen. Sie brauchen den direkten Kopfkontakt. Was spielende Kinder regelmässig tun, indem sie tatsächlich ihre Köpfe zusammenstecken. 23 Zentimeter schafft eine Durchschnittslaus pro Minute. Das reicht locker, um von einem Haupt zum nächsten zu gelangen.

Unsere beiden Grossen, 18 und 14 Jahre alt, sind aus dem Alter längst raus und Läuse waren daher jahrelang kein Thema. Bis unser Nesthäkchen seinen Schul- und Kita-Rundlauf startete.

Die Hotspots für Nissennester

Meinen Jüngsten knuddle und herze ich täglich und auch beim Geschichte-Vorlesen berühren sich unsere Köpfe allabendlich. Der reinste Spaziergang für Herr und Frau Laus. Die liessen sich denn auch nicht zweimal bitten.

Und mein Haar scheint ein Paradies für Läuse: dicht, dick und lockig. Lieben Läuse Locken besonders fest? Nein, sagt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Website. Läuse krabbeln auf jedes Haar, ob dick oder dünn, kurz oder lang, kraus oder gerade. Ist denen schnurzegal.

Hauptsache, sie können unser Blut von der Kopfhaut saugen und die Weibchen ihre klebrigen Eier, die Nissen, an den Haaren befestigen. Möglichst nah an der Kopfhaut, da ists zum Brüten schön warm und feucht.

Hinter den Ohren, am Nacken und über der Stirn lauern daher die Hotspots für Nissennester. Bereits zehn Tage später schlüpft dann der muntere Nachwuchs. Zwischen 20 und 30 Tagen lebt eine ausgewachsene Laus. In dieser Zeit produziert ein Weibchen etwa 100 Eier.

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Elende Sisyphus-Arbeit mit dem Nissenkamm: Hinter den Ohren, am Nacken und über der Stirn lauern die Hotspots für Lauseier.

Getty Images/Photononstop RF

Schuld am Juckreiz ist die Ausscheidung der Läuse

Da kribbelt und krabbelt also immer mehr Volk auf unseren Köpfen herum. Von blossem Auge sieht man die lichtscheuen und äusserst flinken Viecher kaum. Dafür spürt man sie umso mehr: Wer Läuse hat, den juckts brutal. Man möchte am liebsten zur Gabel greifen. Ein scheussliches Gefühl.

Schuld daran ist die Ausscheidung der Läuse. Es soll Leute geben, die den Juckreiz nicht spüren. Die Seligen! Man erkennt einen Lausbefall aber auch ohne Dauerkratzen: Und zwar an den Nissen. Im Unterschied zu Hautschuppen lassen sich die Lauseier nämlich nicht vom Kopf schütteln. Die kleben wirklich am Haar fest.

So behandelt ihr Kopfläuse richtig

Wie wird man die lästigen Biester nun also wieder los? Kurz gesagt benötigt ihr dazu zwei Dinge: Ein Lausmittel und einen Nissenkamm. Das ölige Shampoo, das ich bei meinem Buben und mir verwendet habe, muss man ins trockene Haar einmassieren (je mehr Haare desto mehr Shampoo), zehn Minuten warten, mit Wasser benetzen und aufschäumen lassen und danach gründliche ausspülen. Das tötet die Läuse, doch nicht ihre Eier.

Denn jetzt folgt das richtig Mühsame: Strähne für Strähne für Strähne mit dem Nissenkamm durchs feuchte Haar. Halleluja, bei meinem Lockenkopf! Und damit ist die Schlacht noch nicht gewonnen. Nein, sieben Tage später, folgt die zweite Angriffswelle im gleichen Stil.

Die Chancen, dass man beim ersten Kanonenschuss gleich alle Nissen erwischt, stehen nämlich gleich Null. Mindestens eine Laus schaffts sicher raus. Doch die ist dann noch eine unfruchtbare Babylaus, ha! Und die bringt ihr um! Jawoll, mit Gebrüll auf das Getier! Sagt den verdammten Läusen den Kampf an und tötet sie! Scham ist wirklich das Letzte, was ihr bei einem Lausbefall empfinden sollt.

Von Maria Ryser am 21.06.2019
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