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Darum sollen auch Erwachsene mal albern sein

Verspielte Eltern haben zufriedenere Kinder

Spielen ist Kinderkram? Stimmt nur bedingt! Gerade Eltern dürfen ihre verspielte Seite gerne öfter zum Ausdruck bringen. Das gefällt nicht nur ihren Kleinen, sondern trägt auch viel zur Harmonie in der Familie bei und verhilft zu mehr Entspannung.

Erwachsene, Kinder, Spielen

Gemeinsames Spielen schafft Nähe und macht Spass.

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Ihr findet, eure Kinder sollten am besten mit Gleichaltrigen spielen? Das ist sicher nicht verkehrt. Auch müsst ihr eure Kinder nicht dauernd bespassen und für die Entwicklung ist es wichtig, dass sie lernen, mit Langeweile umzugehen. Trotzdem lohnt es sich, wenn auch ihr ab und an eure alberne Seite auslebt – zusammen mit den Kindern. Spielen schafft nämlich Nähe und vermag so manchen Konflikt zu lösen. Beispiele gefällig?

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Eure Kinder hassen es, wenn ihr ihnen die Haare wäscht? Versucht es mit dem «Stopp-Spiel». Sagt das Kind während der Prozedur «Stopp», dann hält ihr sofort inne und friert eure Bewegung ein, bis das Kind das Kommando «Weiter» gibt. Das verzögert das Haarewaschen natürlich um einige Minuten, führt aber gemäss urbia.de dazu, dass sich Kinder nicht hilflos fühlen, sondern Spass daran haben, das Geschehen zu kontrollieren – und früher oder später wird das Haarewaschen so ohne Geschrei zur Routine.

 

Spielend gegen Trödeln und Trötzeln vorgehen

Auch dem Trödeln und Trötzeln kann gut spielerisch entgegengewirkt werden. Trödler können gut mit einem Wettrennen – auch in Bezug aufs rasche Zähneputzen und Anziehen – angespornt werden. Trödelt das Kind nicht nur, sondern ist bereits beim Trötzeln angekommen und will sich partout nicht anziehen, könnten Eltern Stofftiere zur Hilfe nehmen und das Kind über die Tierchen in ein Gespräch verwickeln. Dabei sagt ein Stofftier etwa: «Tim muss bald in den Kindergarten, aber er kann sich nicht alleine so schnell anziehen.» Tim wird dem Stofftier unbedingt zeigen wollen, dass er es sehr wohl schafft, sich rasch anzuziehen. Auf diese Weise erreichen Eltern gleich zwei Ziele: Sie fördern die Selbständigkeit der Kleinen und haben den Konflikt ohne Streit und Machtkampf gelöst.

Auch wenn ihr merkt, dass euer Kind anderen gegenüber aggressiv ist, kann Spielen helfen. Nämlich indem, dass das Kind seine Frustration, Wut oder Enttäuschung im geschützten Rahmen rauslassen kann. Sehr gut geeignet ist dafür beispielsweise eine Kissenschlacht. 

Kissenschlacht

Eine Kissenschlacht kann dazu dienen, dass Kinder ihre Frustration im geschützten Rahmen rauslassen.

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Neigt euer Kind dazu, in der Wut Dinge herumzuwerfen oder zu zerstören? Dann könntet ihr gemeinsam etwas Bauen, das nur dazu dient, anschliessend mit viel Lärm kaputt gemacht zu werden – etwa einen Turm aus Bauklötzen oder Schaumstoff-Würfeln. Zerstört euer Kind später wieder etwas anderes, dann könnt ihr es ermahnen, dass ihr dafür doch euer Spiel habt. Das Kind wird sich so in seiner Wut verstanden, akzeptiert und nicht verurteilt fühlen.

Generell gilt zudem: Gemeinsames Spielen muss nicht immer einen Zweck haben. Und es braucht auch nicht immer niedergeschriebene Regeln und verschiedene Spielzeuge. Gerade das spontane, alberne Spielen ist wertvoll, weil man sich rasch der jeweiligen Situation und Stimmungslage anpassen kann. Manchmal fordert das von Erwachsenen bloss etwas Überwindung. Das ist auch Experten bewusst. Der Psychologe Dr. Lawrence Cohen sagte gegenüber urbia.de, die Hemmungen hinter sich zu lassen, sei «einfach eine Frage der Übung».

Abgesehen von zufriedeneren und ausgeglicheneren Kindern hat das Spielen für Eltern einen weiteren wichtigen Vorteil: Es hilft auch ihnen, den Alltag hinter sich zu lassen und runterzufahren. Zudem ist die Euphorie der Kinder wohl der beste «Gute-Laune-Macher» für jeden Vater und jede Mutter.

Von fei am 8. April 2022 - 17:02 Uhr
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