1. Home
  2. Family
  3. Sänger Seven über die Liebe zu seiner Frau und seine Familie

Sänger Seven über die Liebe zu seiner Frau

«Die Kinder haben die Beziehung intensiver gemacht»

In der letzten Folge der TV-Show «Sing Meinen Song» stellte Gastgeber Seven seine neue Single «Unser kleines Wunder» vor. Im zugehörigen Videoclip ist seine Frau Zahra zu sehen – sehr ungewöhnlich für den Musiker, der sein Privatleben sonst eher bedeckt hält. Im Interview plaudert Seven alias Jan Dettwyler aber für einmal aus dem Nähkästchen und erzählt, wie seine Liebste ihn verändert hat.

Seven neues Video mit Frau Zahra

Im Clip zu «Unser kleines Wunder» ist Seven mit seiner Frau Zahra zu sehen. Die beiden haben zwei gemeinsame Söhne. 

Dario Zimmerli

Seven, im Song «Unser kleines Wunder» geht es um eine spezielle Verbindung zwischen zwei Menschen. Im Video ist deine Frau zu sehen. Was verbindet euch beide?

Mehr für dich

Jeder Mensch wünscht sich eine Verbindung, die immer da ist, egal wie weit man voneinander entfernt ist. Wir alle verdienen und hätten gern Menschen, auf die man sich zu hundert Prozent verlassen kann, denen man blind vertraut. Dann ist man nie allein, egal wie durchgeknallt die Welt ist. Meine Frau ist für mich dieser Anker. Mein bester Freund, die wichtigste Meinung und der Mensch, dem ich gefallen will. Dieses Gefühl, immer und überall verbunden zu sein, ist zauberhaft. Ich wünsche jedem eine solche Verbindung. Sei es der beste Freund, die Mutter oder der Partner. 

Wann war der Moment, in dem ihr gewusst habt, dass ihr euer Leben zusammen verbringen möchtet?

Ich bin eher ein Schisshase und hatte immer grosse Mühe, Bindungen einzugehen, da mir dazu auch oft das Selbstvertrauen fehlte. Zahra hat mich aufgefangen und verändert. Ohne sie wäre ich heute nicht ansatzweise der Mensch, der ich bin.  Dafür bin ich ihr so dankbar, wie man nur dankbar sein kann. Irgendwann kam einfach der Moment, in dem für uns beide klar war, dass wir irgendwann zusammen eine Familie gründen wollen. Ich hatte grossen Respekt vor diesem Schritt, aber nicht im geringsten Zweifel an uns beiden. Ich glaube man kann sich lieben, zusammenziehen, heiraten...aber wenn man sich ansieht und beide von Herzen bereit sind für eine gemeinsame Familie, ist die Welt stumm und alles ist klar. 

Ihr seid seit über 15 Jahren ein Paar. Habt ihr ein Geheimnis, wie ihr eure Liebe «frisch» haltet?

Sie weiss alles und ich weiss alles. Keine Meinung ist mir wichtiger als ihre. Ich glaube es gibt nur ein Geheimnis - und das ist, keines zu haben. Wenn man interessiert ist am anderen Menschen, dann fragt man und kümmert sich, man spürt und will helfen, man fragt auch nochmal nach und will Freude machen. Wenn Zahra glücklich ist, dann bin ich es auch. Wenn ich merke, dass ich zu wenig für sie da bin, macht es mich traurig, und ich will es sofort wieder gut machen. Das alles ist Feuer. Nicht weil man muss, sondern weil man will. Sie ist mir das Wichtigste.

«Respekt, Loyalität, Ehrlichkeit und Leidenschaft sind die wichtigsten Dinge, die man Kindern mitgeben kann.»

Wie haben eure beiden Söhne eure Beziehung verändert? 

Wir haben zwei tolle Söhne. Meine Frau ist eine wundervolle und hingebungsvolle Mutter. Das Familienleben ist nicht immer einfach, da ich viel unterwegs bin, und so eine Routine nicht möglich ist. Aber Zahra meistert den wichtigsten Job der Welt mit so viel Fürsorge und Herz. Die Kinder tragen dies in sich, und wir geniessen das Familienleben sehr. Wir können manchmal kaum glauben, wieviel wir schon erlebt und was wir alles zusammen gemeistert haben. Diese Aufgaben und dieses Geschenk haben unsere Beziehung noch intensiver gemacht. Wir sind noch viel mehr ein Team geworden und meistern den Alltag als «Dynamic Duo». 

Was ist euch wichtig bei ihrer Erziehung? 

Respekt, Loyalität, Ehrlichkeit und Leidenschaft. Dies sind die wichtigsten Dinge, die man Kindern mitgeben kann. Ich bin sehr froh, einen unkonventionellen Beruf zu haben, um so meinen Jungs zu zeigen, dass man mit Leidenschaft und viel Einsatz auch als Soulmusiker aus der Schweiz zwanzig Jahre lang Erfolg haben kann. Feuer ist auch hier der Schlüssel. Man muss für etwas brennen und dem nachgehen. Auch wenn die Flamme wandert, und sich die Interessen im Leben verschieben, sollte man sie beschützen und dankbar sein. Ich glaube, wir sind beide eher strenge Eltern, die ihre Kinder aber mit Liebe zuschütten. Es gibt klare Regeln - aber zu kurz - kommen sie sicher nie, unsere beiden Prinzen! 

Wie habt ihr das vergangene Corona-Jahr erlebt? 

Ich war viel mehr zu Hause und habe dies auch sehr genossen. Trotzdem ist es eine Herausforderung, als Künstler in dieser Zeit positiv zu bleiben und sich immer wieder selber Perspektiven und Möglichkeiten zu suchen. Da ich mein kleines Studio und Büro aber schon immer daheim hatte, musste ich mich nicht umstellen aufs Homeoffice wie viele andere Eltern. Auf die Nerven gegangen sind wir einander nicht. Wir versuchen einfach, das beste aus der schwierigen Situation zu machen.

«Die Geschichten und Emotionen wirken so stark, dass ich ganz viel von meiner Schutzmaske verloren habe. Dafür bin ich sehr dankbar.»

Du zeigst dich bei «Sing meinen Song» oft sehr gefühlvoll und schämst dich auch nicht, mal eine Träne zu vergiessen. Woher kommt das? 

Ganz ehrlich gesagt bin ich eher etwas verschlossen und zeige mich selten von der verletzlichen Seite. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der man Vorbilder hatte, die Schwächen nicht so gezeigt haben, nur die perfekte Show war sichtbar. Für mich war die Aufgabe des Künstlers eigentlich immer die, dem Publikum die Möglichkeit zu geben, in eine andere Welt zu tauchen, und eben nicht zu zeigen, wenn man Probleme hat. In meiner Musik und in meinen Texten hab ich mich zwar immer «ausgezogen», aber ohne Mikrofon habe ich sehr wenig von mir erzählt. «Sing Meinen Song» hat mich diesbezüglich verändert. Da stehe ich nicht auf meiner Bühne, die ich kontrollieren kann, sondern bin mit einer Gruppe als Team auf diesem wunderbaren Spielplatz. Die Geschichten und Emotionen wirken so stark, dass ich ganz viel von meiner Schutzmaske verloren habe. Dafür bin ich sehr dankbar. 

Welche Momente der aktuellen «Sing meinen Song» Staffel sind dir besonders in Erinnerung geblieben? 

Es ist immer die Dynamik, die entweder verzaubert oder eben nicht. Beim Zusammenstellen einer solchen Runde spielt viel Intuition und auch eine grosse Portion Glück eine Rolle. Diese Sendung ist so echt wie sonst nichts im TV. Es gibt keine Regieanweisung, keinen Knopf im Ohr, keine Unterbrüche, kein Script. Am ersten Abend habe ich in die Runde geschaut, und niemand war sich noch ansatzweise bewusst, dass es in den Gebüschen Kameras hat oder, dass wir hier TV machen. Das Spiel war eröffnet. Magisch.

Du hast ursprünglich Englisch gesungen. Wie fühlt sich der Wechsel zu Deutsch an?

Als ich vor sechs Jahren bei der deutschen Version von «Sing Meinen Song» zum ersten Mal deutsch gesungen habe,  dachte ich mir überhaupt nichts dabei. Danach habe ich die paar deutschen Songs aus der Sendung auch live immer wieder gespielt, und plötzlich war das fester Bestandteil meiner Konzerte, ohne dass ich dies jemals geplant habe. Seit dem Tag, als ich erstmals einen eigenen Song auf Deutsch schrieb, bin ich mir sicher: momentan singt meine Seele Deutsch. Ununterbrochen.

 

Von Sandra Casalini am 16.04.2021
Mehr für dich
© 2021 Schweizer Illustrierte
© 2021 Schweizer Illustrierte
Logo von Ringier Axel Springer