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Tanja Frieden gibt Tipps für entspannten Alltag

«Alles perfekt machen zu wollen, ist purer Stress»

Als Mental-Coach und ehemalige Spitzensportlerin weiss Tanja Frieden genau, wie sie sich auf eine Sache fokussieren kann. Das kommt ihr im Alltag als Unternehmerin und Mutter eines Sohnes zugute. Ihre besten Tipps für Eltern zwischen Terminstress, Spielplatz und Gutenachtgeschichte.

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Plädiert dafür, es als Eltern auch mal locker zu nehmen: Olympiasiegerin, Unternehmerin und Mutter Tanja Frieden.

Remo Nägeli

Sie war während 14 Jahren Profi-Snowboarderin und gewann 2006 in Turin Olympia-Gold, heute ist Tanja Frieden, 43, Mental-Coach, Referentin sowie Präsidentin der Schneesportinitiative «Go Snow» und jettet mit ihrem Mann und ihrem gemeinsamen vierjährigen Sohn hin und her zwischen ihrer Heimat, dem Berner Oberland, Norwegen, wo ihre Mutter herkommt, und Indonesien. Dort besitzen sie ein Haus, weil es der ideale Ort ist für die Arbeit ihres Partners Marc Ramseier, 46, Kitesurf-Lehrer und ehemaliger Kitesurf-Profi. Tanja Frieden kann ortsunabhängig arbeiten, da ihr Coaching teilweise online stattfindet. Ein turbulenter Alltag also – erst recht mit einem Kleinkind!

In der SRF3-Gesprächssendung «Focus» gibt Tanja Frieden denn auch zu, dass sie und ihr Mann immer noch daran arbeiten müssen, eine gute Balance zu finden. Ihr Alltag gebe ihnen schöne Freiheiten, bedürfe aber auch viel Disziplin. «Wir müssen immer wieder koordinieren und absprechen, wer zu Luam schaut», sagt sie. Sie müssten noch daran arbeiten, sich besser zu entlasten, um nicht bis nachts um zwei zu arbeiten. «Wir sehen es aber als Chance, denn wenn wir wollten, könnten wir es ändern.» Zudem hat Tanja Frieden ihre Strategien für besonders hektische Zeiten im Familienalltag, wie sie in der Radiosendung verrät.

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Tanja Frieden im vergangenen Jahr mit ihren zwei «Jungs»: Partner Marc Ramseier und Söhnchen Luam.

instagram.com/tanjafrieden

Diese Strategien aus dem Spitzensport eignen sich auch für Eltern

  • Lösungsorientiert vorgehen: Aus ihrer Zeit im Spitzensport hat Tanja Frieden gelernt, sofort zu handeln, wenn ein Problem auftaucht. «Tritt eine unerwartete Situation auf, vergeude ich keine Zeit damit, mir zu überlegen, ‹warum ist das passiert›, ‹wer ist schuld›, oder mir Vorwürfe zu machen – was Eltern häufig machen. Sondern ich switche sofort in den Lösungsmodus und frage mich: «Was müssen wir jetzt tun?»
  • Imperfektion zulassen: «Alles perfekt machen zu wollen, ist purer Stress. 50 Prozent meiner Arbeit als Mental-Coach besteht darin zu erörtern: Was habe ich für hindernde Überzeugungen, und wie kann ich diese ändern? Perfekt ist grammatikalisch gesehen ein abgeschlossener Vorgang in der Vergangenheit – aber ich will im Hier und Jetzt leben. Also muss ich mir anschauen: Wo strebe ich einen optimalen Zustand an, wo kann ichs auch mal etwas <tschädere> lassen.»

    Sie gibt im Gespräch auch gleich ein Beispiel dafür, dass es sich auch für sie manchmal wie eine Zerreissprobe anfühlt: Als sie vor Weihnachten das Haus schmücken wollte, aber kaum Zeit hatte. So fiel die Dekoration etwas weniger üppig aus als gewohnt – aber immerhin noch so, dass sie ihrem Sohn die Weihnachts-Tradition weitergeben kann.
     
  • Du selbst sein. Vom Moderator angesprochen auf das Dilemma moderner Frauen, denen nicht der Ehemann im Weg stehe, sondern ihr Wunsch, Zeit mit ihrem Kind zu verbringen, sagt Tanja Frieden: «Ich kenne das auch. Ich habe gerne meine eigenen Projekte, aber die Zeit mit meinem Kleinen ist mir sehr wichtig. Das Wichtigste ist es dann, seine eigenen Ansprüche anzuschauen, zentriert bei mir zu sein, keine künstliche Rolle spielen zu müssen.»
Von Christa Hürlimann am 22.01.2020
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