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20 Jahre später

Buttermeitli Sarina Arnold ist jetzt Buttermami

Vor zwanzig Jahren wurde Sarina Arnold über Nacht als Buttermeitli berühmt. Jetzt gibt es ein Revival der Kampagne – und das zusammen mit ihren beiden Kindern Felice und Lean.

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Für die Kampagne von Swissmilk steht Sarina Arnold, 39, jetzt als Buttermami mit ihren Kindern Felice, 12, und Lean, 4, vor der Kamera.

zvg

Im Alter von 16 Jahren gewinnt Sarina Arnold 1996 den Elite Model Look Switzerland – der Beginn einer grossen Modelkarriere. Mit ihrem perfekten Beauty-Gesicht ist sie seit Jahren das Aushängeschild der Kosmetikfirma Louis Widmer, zierte die Titelseite von «Vogue» oder «Madame Figaro» und ist bis heute ein gefragtes Model internationaler Fashion-Brands.

Privat ist die Urnerin seit 13 Jahren mit dem Immobilienmakler Raphael Fischer, 44, verheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Kinder, Felice, 12, und Lean, 4.

Sarina Arnold, in der Schweiz startete Ihre grosse Karriere als Buttermeitli. Was für Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?
Ich kann mich eigentlich noch an alles erinnern. Sogar auf der Strasse wurde ich nur noch als Buttermeitli angesprochen. Einmal bin ich mit dem Auto von Deutschland in die Schweiz gefahren und an der Grenze vom Zöllner gefragt worden, ob ich etwas zu verzollen hätte. Als ich verneinte, meinte er: Auch keine Butter? (lacht)

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Hat Sie das manchmal nicht auch gestresst?
Im Gegenteil. Ich war immer sehr stolz. Die Kampagne lief sicher sieben Jahre. Am TV, auf Plakaten … Und sie blieb den Leuten einfach im Kopf.

Ein Riesenerfolg …
Ich wurde völlig überrollt. Aber beim Casting waren so viele Mädchen, ich ging davon aus, dass es eh nichts werden würde. Als dann die Zusage kam, war ich total überrascht.

 

«Manchmal ist genau das Unperfekte besonders schön. Es geht um das Gesamtpaket!»

Sarina Arnold

Jetzt, 20 Jahre später, gibt es ein Wiedersehen mit Ihnen. Sogar Ihre beiden Kinder sind nun Teil der Kampagne.
Das ist sehr schön. Ich bin meist sehr zurückhaltend, wenn es um meine Kinder geht, und zeige sie nur selten in der Öffentlichkeit. Doch meine Tochter ist inzwischen in einem Alter, in dem sie ein Mitspracherecht hat. Als die Anfrage kam, war sie gleich Feuer und Flamme. Und wenn die grosse Schwester mitmacht, findets mein Sohn eh cool.

Und Sie?
Nun, natürlich musste ich das auch mit meinem Mann besprechen. Es sind ja nicht nur meine Kinder (Lacht.) Ich hatte schon früher Anfragen, aber stets abgesagt. Doch Swissmilk ist in den vielen Jahren wie eine Familie geworden, und das Konzept hat uns überzeugt. Heute bin ich nicht mehr das Buttermeitli, sondern eben das Buttermami. Und wir hatten bei der Fotoauswahl auch ein gewisses Mitspracherecht.

Das heisst?
Uns war es zum Beispiel wichtig, dass die Kinder im Spiel und nicht gestellt fotografiert werden.

Die 12-jährige Felice ist mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt gekommen. Noch im Babyalter ist sie erfolgreich operiert worden, weitere Eingriffe folgten. Doch die letzte Nasenoperation kann erst gemacht werden, wenn Felice erwachsen ist. Sarina Arnold engagiert sich auch stark für andere betroffene Kinder. Und unterstützt als Botschafterin die Hilfsorganisation «Zuversicht für Kinder» in Kirgistan.​​​​​​

 

Ein makelloses Gesicht hat heutzutage einen sehr hohen Stellenwert. Besonders bei jungen Menschen. War es Ihnen vielleicht gerade weil Felice eine Fehlbildung hat ein Anliegen zu zeigen, dass Schönheit viele Gesichter hat?
Wir haben unseren Kinder mitgegeben, dass jeder Mensch auf seine Art schön ist. Manchmal ist genau das Unperfekte besonders schön. Es geht um das Gesamtpaket. Felice ist wunderschön, von innen und aussen!

Soziale Medien spielen im Alltag eines Teenagers eine grosse Rolle. Ihre Tochter ist nun überall in TV-Spots und auf Plakaten zu sehen. Ist Felice darauf vorbereitet?
Im Moment ist sie einfach nur superstolz. Aber klar habe ich ihr auch gesagt, dass man es nie allen recht machen kann. Und dass vielleicht auch mal negative Kommentare kommen.

Im Sommer kommt Ihr Sohn in den Kindergarten. Wie schwer fällt es Ihnen loszulassen?
Das ist gar nicht so leicht. Aber ich merke, Lean wird langsam flügge. Er geht zwei Vormittage pro Woche in eine Spielgruppe. Und da ich beruflich oft unterwegs bin, haben wir eine Nanny zu Hause.

Felice und Lean haben acht Jahre Altersunterschied.
Trotzdem sind sie ein Herz und eine Seele. Lean himmelt seine grosse Schwester an. Und auch
sie ist total vernarrt in ihren Bruder. Natürlich kracht es ab und zu, das ist normal. Aber im Grossen und Ganzen haben sie ein superschönes Verhältnis.

Wie muss ich mir das Topmodel Sarina Arnold privat vorstellen?
Ich geniesse es sehr, daheim bei meiner Familie zu sein. In Trainerhose, die Haare zu einem Wurggeli zusammengebunden, einfach gemütlich. Ich koche und backe fürs Leben gern und probiere neue Rezepte aus. Und gehe mit den Kindern raus in die Natur.

«Die Zeiten haben sich geändert, und Falten sind heute wieder gefragt.»

Sarina Arnold

Sie sind für Ihre Natürlichkeit bekannt. Hat das auch einen Einfluss auf Ihre Ernährung?
Ich bin seit zwei Jahren Pescetarierin. Aber vegan könnte ich mich glaub nicht ernähren. Dafür liebe ich Milch, Eier oder Butter viel zu sehr! Auf Fleisch hingegen kann ich problemlos verzichten. Mein Sohn auch, aber weil er es einfach nicht gerne hat. Und mein Mann und Felice essen es nur selten.

Sie werden 40. Macht Ihnen das Angst?
Bis jetzt bin ich noch völlig tiefenentspannt! Und Falten sind wieder gefragt. (Lacht.) Ich habe auch das Glück, gute Gene zu haben. Meine Grossmutter wurde 92 und hatte eine Pfirsichhaut. Aber vor Kurzem hat eine Make-up-Artistin beim Frisieren plötzlich laut aufgeschrien: Du hast ein weisses Haar! Für mich ist das kein Drama. Sollte ich welche bekommen, werde ich sie garantiert nicht färben. Ich stehe zu mir und meinem Körper.

Als Model immer noch erfolgreich sein – das schaffen in dieser Branche nur wenige.
Die Zeiten haben sich geändert. Besonders in der Werbung wollen viele explizit eine ältere Zielgruppe ansprechen. Das ist mein Glück.

Wie hat sich die Modelbranche in den letzten 20 Jahren verändert?
Heute können alle Model sein und vor eine Kamera stehen. Damals war das noch etwas Besonderes. Ich bin froh, habe ich noch zu einer Zeit ohne Social Media gemodelt. Obschon, hätte es damals schon Instagram oder Facebook gegeben, hätte ich sicher ein paar Millionen Follower. (Lacht.)

Von Karin El Mais am 10.04.2020
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