Es ist der Moment, vor dem es fast allen Erziehungsberechtigten graut: Ein Zettel an der Kita-Tür warnt vor Läusen, oder das Kind kratzt sich nachts auffällig im Intimbereich. Sofort fragen wir uns: Haben wir nicht genug geputzt?
Die Entwarnung vorab: Parasiten ist unser Putzplan völlig egal. Sie suchen die Nähe zum Menschen, nicht zum Staub.
Damit ihr wisst, womit ihr es zu tun habt, liefern wir einen Guide durch das Reich der kleinen Plagegeister.
Läuse krabbeln von Kopf zu Kopf und lösen starken Juckreiz auf der Kopfhaut aus. Sichtbar sind die kleinen Tierchen oft erst durch ihre Nissen (Eier) am Haaransatz. Läuse sind lästig, aber harmlos.
Symptome: Starkes Jucken auf der Kopfhaut. Oft hinter den Ohren und/oder im Nacken.
Wann zum Arzt? Ein Arztbesuch ist meist nicht nötig. Es sei denn, die Kopfhaut ist durch das Kratzen entzündet.
Behandlung: Spezielle Läuse-Shampoos aus der Apotheke und das akribische Auskämmen mit einem Nissenkamm über mehrere Tage machen Läusen den Garaus.
Bei Krätze graben winzige Milben Gänge unter die Hautoberfläche, um dort ihre Eier abzulegen. Oft sind ganze Kitas betroffen.
Symptome: Extremer Juckreiz, besonders nachts im warmen Bett, feine rötliche Linien unter der Haut (die Milbengänge), oft an Fingern, Handgelenken oder im Windelbereich.
Wann zum Arzt? Immer. Krätze heilt nicht von alleine ab und ist hoch ansteckend.
Behandlung: Meist verschreiben Kinderärzt:innen eine spezielle Creme, die den ganzen Körper behandelt, oder alternativ Tabletten. Zudem müssen Bettwäsche und Kleidung heiss gewaschen werden.
Keine Sorge, das klingt schlimmer, als es ist. Madenwürmer gelangen durch ungewaschenes Obst oder Sandkasten-Abenteuer in den Körper.
Symptome: Juckreiz am Po, besonders abends und nachts, wenn die Weibchen zur Eiablage nach draussen kriechen. Manchmal kann man die weissen, fadenartigen Würmer sogar im Stuhl erkennen.
Wann zum Arzt? Wenn der Verdacht besteht. Eine einfache Stuhlprobe oder ein Klebestreifen-Test bringen Klarheit.
Behandlung: Eine Wurmkur in Form von Tabletten oder Saft, die meist nach zwei Wochen wiederholt wird. Wichtig: Die ganze Familie sollte mitbehandelt werden!

Dürfen wir vorstellen? Eine Kopflaus!
Getty Images/Science Photo LibraBeim Soor handelt es sich um einen Hefepilz namens Candida albicans, der sich gerne dort ausbreitet, wo es feucht und warm ist, eben zum Beispiel im Mund von Babys.
Der Soor zeigt sich durch einen dicken, weisslicher Belag auf der Zunge und an den Innenseiten der Wangen. Er lässt sich nicht einfach wegwischen..
Symptome: Trinkschwäche und ein wunder Po (Windelsoor), da der Pilz einmal durch den ganzen Verdauungstrakt wandert.
Wann zum Arzt? Sobald man den weissen Belag entdeckt. Der Pilz verschwindet selten von allein und kann beim Stillen auch auf die Brustwarzen der Mutter übertragen werden.
Behandlung: Eine Antipilz-Creme oder ein Mundgel.
Grindelflechte sind eine bakterielle Infektion der Haut, die extrem ansteckend ist und oft im Gesicht auftritt.
Es bilden sich rote Pusteln, die aufplatzen und dann verkrusten. Diese Krusten haben eine ganz typische, honiggelbe Farbe.
Symptome: Juckreiz und die sehr rasche Ausbreitung der gelben Krusten, meist um den Mund und die Nase herum.
Wann zum Arzt? Sofort. Ohne Behandlung breitet sich die Flechte schnell am ganzen Körper und bei anderen Kindern aus.
Behandlung: Meistens hilft eine antibiotische Salbe. Bei schwerem Verlauf verschreiben Kinderärzt:innen zusätzlich Antibiotika in Form von Sirup.
Zu guter Letzt ein kleiner Trost für Erziehungsberechtigte: Auch wenn all diese Krankheiten Herausforderungen mit sich bringe: Sie sind immer ein Training für das kindliche Immunsystem. Nach ein paar Tagen ist der Spuk meist vorbei, und das Kind ist um eine Immunität reicher.
