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Happy Birthday

Den 80. feiert Pepe Lienhard mit seinen Liebsten

Der grösste Schweizer Entertainer wird 80! Zusammen mit seinen Liebsten feiert Pepe Lienhard in seinem Bauernhaus seinen runden Geburtstag. Er blickt nicht nur zurück, sondern freut sich auf die Jubiläumstour und neue Projekte.

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<p>Alle helfen Pepe beim Ausblasen der Kerzen: Schwiegersohn Kevin, Enkelin Juno, Ehefrau Christine, Enkel Billie, Tochter Nina und Enkel Ellis (v. l.).</p>

Alle helfen Pepe beim Ausblasen der Kerzen: Schwiegersohn Kevin, Enkelin Juno, Ehefrau Christine, Enkel Billie, Tochter Nina und Enkel Ellis (v. l.).

Fabienne Bühler

Edi darf nicht fehlen. Vorne auf der Geburtstagstorte prangt in buntem Marzipan der Doppelhornvogel, der Pepe Lienhard über 25 Jahre begleitet hat. Christine (56), Pepes Ehefrau, weiss, wie sehr ihr Liebster an diesem Vogel hängt. Darum hat sie ihn als kleine Überraschung naturgetreu in Zuckerkunst nachbilden lassen. «Dörf ich dä ha?», stürmt die kleine Juno (6). Doch Mami Nina (37) sagt: «Zerscht tüemer singe» – und alle stimmen an: «Happy Birthday to you, lieber Pepe!»

<p>«Seifeblöterle» mit den Enkeln: Die Kids sind gern bei Grosspapi, den sie Pepe nennen. Es gibt immer etwas zu erleben oder zu entdecken.</p>

«Seifeblöterle» mit den Enkeln: Die Kids sind gern bei Grosspapi, den sie Pepe nennen. Es gibt immer etwas zu erleben oder zu entdecken.

Fabienne Bühler

Kaum zu glauben: Der berühmteste Entertainer der Schweiz wird 80! Sogar er selbst findet das etwas komisch. «Auf dem Papier bin ich ein älterer Herr», sagt Pepe lächelnd. «Aber mir ist sehr wohl dabei, weil mir bewusst ist, dass ich Glück habe, dass ich noch so ‹zwäg› bin. Und das grosse Glück ist natürlich, dass ich immer noch Musik machen kann.»

Die wohlige Wärme des alten Kachelofens prägt die Stimmung am langen Esstisch des Bauernhauses in Frauenfeld TG. Pepe empfindet es als das schönste Geschenk, mit seinen Liebsten zu feiern: Ehefrau Christine, Tochter Nina mit Ehemann Kevin (39) sowie die drei Enkelkinder Ellis (9), Juno und Billie (2). Später werden noch Tochter Lara und die Söhne Gregory und Flavio kommen.

<p>Grosse Liebe: ­Christine unterstützt Pepe im Business, dafür hilft er ihr im Garten. Die beiden sind ein tolles Team und geniessen zusammen jeden Tag.</p>

Grosse Liebe: Christine unterstützt Pepe im Business, dafür hilft er ihr im Garten. Die beiden sind ein tolles Team und geniessen zusammen jeden Tag.

Fabienne Bühler

Pepe lacht, erzählt Familiengeschichten, die blauen Augen strahlen – kein Bühnen-Smile, sondern tief empfundenes Glück. Hier ist er privat, hier ist er daheim. Und für alle einfach «dä Pepe». Ein Name, der jung hält? «Das habe ich mir noch nie überlegt», sagt er. «Ich wurde Peter getauft, aber schon meine Eltern nannten mich Pepe. Heute sprechen mich auch Passanten so an.»

Sympathischer Weltklassemusiker

Das Nahbare macht ihn sympathisch – und überdeckt manchmal seinen Status als Weltklassemusiker. 1977 holt er am Eurovision Song Contest mit «Swiss Lady» Platz sechs und produziert damit einen Evergreen, der sich in der Schweizer Hitparade neun Wochen auf Platz eins hält. Das ist die eine Geschichte. Die andere beginnt früher – als Pepe zu Hause im Radio Beromünster erstmals «Moanin’» von Quincy Jones hört. Ein Schlüsselmoment: «So will ich Musik machen!» Er ruft beim Radiostudio an, um zu erfahren, von wem die Musik ist. Am nächsten Tag kauft er im Plattenladen in Lenzburg das Album. 15 ist er damals – bereits Jazzband-Leader, angehender Jus-Student. Wenig später sieht er Quincy Jones live im Kursaal Baden. Da steht für ihn fest: Die Zukunft gehört der Musik! Er gründet das Pepe Lienhard Sextett, das zu einer der erfolgreichsten Unterhaltungsbands Europas wird. Im «Sporting Club» in Monte Carlo begleitet er mit seinem Ensemble die US-Legenden Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Paul Anka. Erster Höhepunkt einer langen Karriere, dem noch viele folgen.

<p>Das Quincy-Jones-Album, das Pepe als 15-Jähriger kaufte, liess er sich in Montreux mit persönlicher Widmung signieren.</p>

Das Quincy-Jones-Album, das Pepe als 15-Jähriger kaufte, liess er sich in Montreux mit persönlicher Widmung signieren.

Fabienne Bühler

Prägend ist die 37-jährige Zusammenarbeit mit Udo Jürgens. «Ohne ihn hätte ich so eine grosse Band wirtschaftlich nicht halten können», sagt Pepe. Zusammen erobern sie die Welt, werden Freunde. Pepe: «In den letzten zwei, drei Jahren vor Udos Tod hat sich unsere Freundschaft nochmals sehr vertieft.» In diesen Tagen denkt er besonders an seinen Weggefährten: «Für Udo war der 80. Geburtstag bedeutungsvoll. Sein Vater und seine Mutter sind beide mit 80 gestorben. Das gleiche Schicksal hat leider auch ihn ereilt.» Angst vor dem Tod? Pepe schüttelt den Kopf. «Mir ist bewusst: Ewig lebe auch ich nicht. Aber solange ich kann, will ich voll am Leben teilnehmen.»

Geehrt als «Big Band Brother»

Im ersten Stock des angebauten Schuppens befindet sich Pepes Arbeitszimmer: Schreibtisch, Sofa, zwei Saxofone, Keyboard – und eine grosse Plattensammlung. Hier ist er ganz bei sich, bei seiner Musik. Sie hat ihn über schwierige Momente des Lebens hinweggetragen: den Tod des Bruders, die gescheiterte Ehe, den Abschied von Udo. «Johnny Hartman und John Coltrane, ihre Balladen. Da kann ich schweben. Ich höre das und merke: Es gibt noch so viel mehr. Es geht immer weiter», sagt Pepe.

<p>Mit Tochter Nina plaudert Pepe gern über alte Zeiten: «Als Kind schlief sie auf Tournee backstage im Wäschekorb.»</p>

Mit Tochter Nina plaudert Pepe gern über alte Zeiten: «Als Kind schlief sie auf Tournee backstage im Wäschekorb.»

Fabienne Bühler

Am liebsten redet Pepe über den Sound, der ihn seit seiner Jugend so fasziniert: Big-Band-Musik. Sorgsam nimmt er eine Platte aus dem Regal: diejenige, die er als 15-Jähriger gekauft und die sein Leben verändert hatte. Jetzt hat sie eine Widmung: «To my Beloved Big Band Brother. Love & Peace, Quincy». «Darauf bin ich besonders stolz», sagt Pepe. «Hier hat sich ein wunderbarer Kreis geschlossen.» Er meint die Konzerte, als er beim Montreux Jazz Festival als Bandleader auf der Bühne steht – mit Superstars wie Herbie Hancock, Chaka Khan, Al Jarreau, Patti Austin, Mick Hucknall, Curtis Stigers und vielen mehr. Im Publikum: Pepes grosses Idol Quincy Jones, der seinen 75. und später seinen 80. Geburtstag feiert. Er ist von Pepes Arbeit so berührt, dass er ihm einige Kopien seiner Originalpartituren schenkt. «Die Erfüllung meines kühnsten Traums», so Pepe.

<p>Pepe Lienhard bewahrt in seinem grossen Notenarchiv Partituren der grössten ­Jazzklassiker in Arrangements mit bis zu 25 Stimmen.</p>

Pepe Lienhard bewahrt in seinem grossen Notenarchiv Partituren der grössten Jazzklassiker in Arrangements mit bis zu 25 Stimmen.

Fabienne Bühler

Das kostbare Notenmaterial verbirgt sich hinter einer weiteren Tür. In Holzgestellen stehen unzählige Mappen mit wichtigen Werken des Jazz – arrangiert für bis zu 25 Stimmen. Gerade bearbeitet Pepe neues Material: Am 27. Mai startet er in Amriswil seine «Celebration Tour 2026». Die Notenblätter klebt er für jede Stimme selbst von Hand zusammen. «Dabei kontrolliere ich nochmals jedes Arrangement», verrät er. Als Geburtstagsgeschenk an sich selbst veröffentlicht er zudem ein neues Album: «Celebration» – mit Höhepunkten aus seiner ganzen Laufbahn. «Ein Dankeschön an mein Publikum», so Pepe.

<p>Auch nach über 40 Jahren passt er noch: Pepes Showkittel von Modezar «Dschingis».</p>

Auch nach über 40 Jahren passt er noch: Pepes Showkittel von Modezar «Dschingis».

Fabienne Bühler

Natur als grosse Leidenschaft

Die Bodenhaftung hat er nie verloren. «Ich habe immer Hühner gehabt. Wenn du nach einer Tournee nach Hause kommst und im Stall ausmisten musst, weisst du sofort wieder, wo Gott sitzt», so Pepe. Die Natur ist seine zweite grosse Leidenschaft. Er unterstützt Natur- und Umweltprojekte, pflegt Freundschaften mit Zoodirektoren und Tierhaltern weltweit. «Die Tiere beurteilen mich nur danach, was ich ihnen bringe. Kein Name, kein Applaus, keine Geschichte. Das tut gut.»

<p>Die Altdeutsche Schäferhündin Whoopie wartet auf der Holztreppe, bis Herrchen mit der Arbeit fertig ist und wieder Zeit zum Spielen hat.</p>

Die Altdeutsche Schäferhündin Whoopie wartet auf der Holztreppe, bis Herrchen mit der Arbeit fertig ist und wieder Zeit zum Spielen hat.

Fabienne Bühler

Pepe ist glücklich mit dem, was das Leben ihm beschert. Die Kinder, die Enkel, die Musik – und seine 24 Jahre jüngere Frau Christine, die auch geschäftlich an seiner Seite steht. «Sie passt auf, dass es nicht zu viel wird. Und sie hat meistens recht – auch wenn das manchmal nicht so lustig ist.» Ob sie ihn jung hält? «In einem gewissen Sinne vielleicht schon», sagt Pepe und lacht. «Aber das Geheimnis des Alters ist, dass man es akzeptiert. Jetzt bin ich 80 – und mache das Beste draus.»

Von Zeno van Essel am 21. März 2026 - 12:00 Uhr