Während die Welt dieser Tage sensationslüstern den Prozess um Marius Borg Høiby (29) verfolgt, versteckt sich seine Mutter Mette-Marit von Norwegen (52) in einer privaten Residenz, wie der Hof jetzt bekannt gab. Wie fühlt sich die Kronprinzessin wohl? 38 Punkte umfasst die Anklage gegen ihren Sohn – von Sachbeschädigung über Drogenhandel bis zu Vergewaltigung. Zehn Jahre Knast drohen ihrem Jungen.

Raubt Kraft: Sorgenkind Marius, ihr Sohn aus einer früheren Beziehung.
imago/NTB ROYKann sie überhaupt ruhig schlafen? Oder schreckt sie nachts auf, gequält von Albträumen, stundenlang wach liegend, grübelnd, was sie falsch gemacht hat in der Erziehung ihres Ältesten? Sich immer wieder die gleichen Fragen stellend: Fühlte sich mein Junge genug geliebt? War ich in seiner Kindheit ein schlechtes Vorbild? Jetzt aufgetauchte E-Mails der Kronprinzessin mit dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein werfen nicht gerade ein gutes Bild auf sie – dazu aber später mehr.
Mette-Marit: Plötzlich Kronprinzessin
Mette-Marit wurde plötzlich von der Alleinerziehenden zur Kronprinzessin: Als Haakon von Norwegen vor 25 Jahren um ihre Hand anhält, weiss er, sie gibts nur zusammen mit ihrem Jungen! Für Norwegens Thronfolger kein Problem. Er behandelt den damals Vierjährigen von Anfang an wie sein eigenes Kind. Trotzdem wird Mette-Marit verzweifelt sinnieren, ob sich ihr Marius in der royalen Familie als Aussenseiter empfand. Oder wurden der Druck und die Erwartungshaltung anderer für ihn zu gross? Habe ich alles unternommen, damit mein Kind nicht kriminell wird?

Zerstörtes Patchworkglück: Marius (2. v. l.) zwischen seinen Halbgeschwistern Sverre Magnus und Ingrid Alexandra, rechts daneben Mutter Mette-Marit und Stiefvater Haakon.
imago/NTB ROYMette-Marit ist nicht nur Kronprinzessin und Ehefrau von Thronfolger Haakon (52). Sie ist vor allem auch Mutter dreier Kinder, von denen zwei wohlgeraten sind, einer aber auf die schiefe Bahn geriet. Einmal Mutter geworden, bleibt man sein Leben lang Mutter, egal, wie sich die Kinder entwickeln. Mette-Marit selbst hat eine wilde Vergangenheit, experimentierte mit Drogen, war mit einem gewalttätigen Partner liiert.
Sie steckt in einem Dilemma: Trotz den Vorwürfen gegen ihren Jungen liebt sie ihn als Mutter. Was nicht bedeutet, dass sie auch gutheisst, was er getan hat. Wie schockierend muss es für sie sein zu erfahren, dass ihr Ältester eben nicht nur mit Drogen experimentiert, sondern im grossen Stil damit dealt – ja sogar ein Gewalttäter und Vergewaltiger sein soll.
Mette-Marit macht sich Selbstvorwürfe
Sich das Unvorstellbare auszumalen, dürfte ihr Mutterherz zerreissen. Dass sie Fehler gemacht und zu Marius’ Schutz Grenzen überschritten hat, ist unentschuldbar. Aber auch nachvollziehbar. Eine Mutter wird alles tun, um ihr Kind zu schützen. So rief Mette-Marit, nachdem eine Ex-Freundin Marius wegen Körperverletzung angezeigt hatte, die junge Frau an – und machte sich damit der Beeinflussung verdächtig. Dumm war auch ihre panische Aufräumaktion nach Marius’ erster Festnahme, danach blieb eine für die Ermittlungen wichtige Handy-SIM-Karte verschwunden.
«Die gute Mutter hat gezeigt, dass sie wenn nötig wie eine Löwin für ihr Kind kämpfen kann», schrieb die norwegische Tageszeitung «Fædrelandsvennen» damals. Sie mache sich Selbstvorwürfe, gestand die Kronprinzessin im Dezember dem TV-Sender NRK. Selbstkritisch reagierte sie auf Vorhaltungen, sie und Haakon hätten die Situation nicht ernst genug genommen. «Ich glaube, viele Eltern in ähnlichen Situationen wie wir wissen, wie belastend das innerlich ist.»

Gibt Halt: Mette-Marits Familie mit Gatte Haakon, Tochter Ingrid Alexandra, Sohn Sverre Magnus, König Harald und Königin Sonja.
DanapressNeben Mitgefühl, das sie für Marius’ Opfer zum Ausdruck bringen, machte das Kronprinzenpaar kurz vor Prozessbeginn ebenso klar, dass sie ihren Sohn weder mit Samthandschuhen angefasst noch vorverurteilt wissen wollen.
Die «mächtige Kämpferin»
Nicht nur der öffentliche Druck und die Angst um Sorgenkind Marius lassen Mette-Marit kaum mehr durchatmen. Die Lungenfibrose, die 2018 offiziell diagnostiziert wurde, ist so weit fortgeschritten, dass die Kronprinzessin nur noch eine Lungentransplantation retten kann. Es ist ein gefährlicher Eingriff – und macht Mette-Marit zusätzlich schwer zu schaffen. Sie bräuchte Ruhe, um sich auf die schwierige Operation vorzubereiten.

Mette-Marit von Norwegen versucht das Unerklärbare zu erklären: «Ich habe versucht, das Beste zu tun, und mache mir viele Selbstvorwürfe»
DukasNun taucht ihr Name auch noch in Unterlagen des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein auf. Sie habe ein schlechtes Urteilsvermögen bewiesen und bedauere zutiefst, überhaupt Kontakt zu Epstein gehabt zu haben, gesteht sie offen. «Es ist einfach peinlich.» Etwas untertrieben, angesichts einer E-Mail, in der sie Epstein angeblich fragt, ob nackte Frauen als Bildschirmschoner für ihren Sohn Marius okay sind.
Mette-Marit wird weiter kämpfen – um ihren Sohn, um ihren Ruf, um ihre Gesundheit. Sie ist eine Kämpferin, wie ihr Rufname verheisst: Mette leitet sich ab von Mechthild und bedeutet: die mächtige Kämpferin.
Die Chronologie ihrer Krankheit
Erste Symptome
Rund 15 Jahre nach ihrer Hochzeit 2001 klagt Mette-Marit erstmals über Atemprobleme.
Düstere Diagnose
Der Hof gibt 2018 bekannt: Die Kronprinzessin leidet an einer seltenen Variante der Lungenfibrose.
Starke Probleme
Seit sieben Jahren muss sie offizielle Termine häufiger wegen Erschöpfung einschränken.
Drohender Tod
Ende 2025 wird bekannt: Die Kronprinzessin braucht eine Spenderlunge. Vorbereitungen für die Transplantation sind angelaufen.

