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Famileinzeit in Grindelwald

Nicole Berchtold und ihre wilden Kerle

Moderatorin Nicole Berchtold geniesst mit ihrer Familie ein paar Tage im Berner Oberland, bevor ihre neue TV-Sendung «Was kostet die Schweiz?» startet. Wie viel sie selber für ihre Ferien bezahlt hat? «Nicht gerade ein ‹Schnäppli›.»

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Nicole Berchtold, Ehemann Lars und ihre beiden Söhne Luis (oben) und Milo sind eine sportliche Familie. «Jetzt fägts!», sagt Nicole.

Thomas Buchwalder

Die Sonne über Grindelwald BE geht langsam unter, doch Luis, 8, und sein kleiner Bruder Milo, 6, denken nicht daran, jetzt schon zurück ins Hotel zu gehen. «Sie sind ‹wie e Sack vou Flöh›», sagt Nicole Berchtold, 41, lachend über ihre beiden Jungs, «einfach nicht müde zu kriegen.»

Schnell hat sich Luis nochmals den Schlitten geschnappt und springt davon. Doch Milo hechtet hinterher und klammert sich an den Holzlamellen fest. Nicole und ihr Mann Lars Leuenberger, 44, finden es toll, dass ihre Jungs inzwischen in einem Alter sind, wo sie als Familie gemeinsam Sport machen können. «Jetzt fägts! Endlich kein Kinderwagen, kein Geschrei und keine Windeln mehr», sagt Nicole erleichtert.

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Strahlend schön: Nicole Berchtold geniesst die Tage im Berner Oberland.

Thomas Buchwalder
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«Hockey, Hockey und nochmals Hockey»

Die Bernerin kommt aus einer Ski-Familie. «Meine Mutter fährt heute noch mit uns die Hänge runter.» Lars hingegen hat vor allem Hockey in seinen Genen. Der heutige Stratege und Spielerscout des SC Bern war bereits als Teenager in der Schweizer Junioren-Nationalmannschaft. Später gewann er als Spieler und Trainer des SCB mehrmals den Schweizer Meistertitel. Nicht nur Lars, auch sein älterer Bruder Sven, 50, der seit 2017 Sportchef bei den ZSC Lions ist, hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. «Bei meinen Schwiegereltern zu Hause gibts ein Thema: Hockey, Hockey und nochmals Hockey», so Nicole.

Was viele jedoch nicht wissen: Auch die «G & G»-Moderatorin hat ihre journalistische Karriere im Sport angefangen. «So habe ich damals Lars kennengelernt. Ich machte mit ihm fürs Radio ein Interview.»

Da verwundert es nicht, dass heute auch Luis und Milo schon fleissig auf dem Eis trainieren. «Wir wollen unsere Kinder aber nicht auf eine einzige Sportart trimmen, das bringt gar nichts!» Milo spielte lange nur Fussball und hat erst vor zwei Monaten mit Hockey angefangen. «Luis hingegen war und ist ein Hockeykind.» Dreimal die Woche trainiert er bereits. Und es wird immer intensiver. «Da muss ein Kind schon wirklich Freude daran haben», weiss die Mama. «Hockey ist unser Familiensport.»

«In meinem Beruf kann ich so viel Verschiedenes machen. Was gibts Schöneres!?»

Nicole Berchtold

Nicole Berchtold schnuppert gerne Sportluft

Beruflich führte Nicole Berchtold ihre Leidenschaft für Menschen, für spannende Gespräche und Emotionen vor 13 Jahren nicht zum Sport, sondern zur Unterhaltungssendung «Glanz & Gloria». Trotzdem schnuppert sie von Zeit zu Zeit gerne Sportluft. Sei das als Moderatorin beim Super10Kampf oder bei den «Sports Awards». Egal ob Unterhaltung, Sport, Musik oder Information – Nicole moderiert kompetent und charmant und hat sich in den vergangenen Jahren zur Geheimwaffe des Schweizer Fernsehens entwickelt. «Ich kann so viel Verschiedenes machen. Was gibts Schöneres!?»

Ab dem 16. Januar präsentiert die Bernerin die neue SRF-Sendung «Was kostet die Schweiz?». Nicole geht dabei den Fragen auf den Grund, wie viel Herr und Frau Schweizer für ein Kind, für Schokolade, Ferien oder ihr Haustier bezahlen. Aber auch, wie die Marge für ein Produkt entsteht. Und ob teuer auch besser ist.

Die Recherchen für die wöchentliche Sendung führten die Moderatorin in den vergangenen Monaten quer durch die Schweiz. «Wenn ich zum Beispiel den CEO von Maestrani treffe, will ich natürlich wissen, wie viel sie an einer Schokolade verdienen», sagt Berchtold. «Die Sendung soll informativ, aber auch unterhaltend sein.» Lustig finden das aber nicht alle. «Die meisten grossen Schoggiunternehmen haben uns abgesagt. Die hatten gar keine Freude.» Mehr Freude an diesem Format haben die TV-Zuschauer in Deutschland. Dort heisst die Sendung «Ausgerechnet» und läuft seit Jahren sehr erfolgreich.

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«Wir sind eine Hockeyfamilie», sagen Nicole Berchtold und Ehemann Lars. «Aber wir wollen unsere Kinder nicht nur auf eine Sportart trimmen.»

Thomas Buchwalder

Schon bald hat sie den Master in Psychologie

Mit hochroten Backen und total verschwitzt gehts jetzt für die Jungs erst mal «ab unter die Dusche». So viel Bewegung macht hungrig. Nicole und Lars freuen sich schon aufs Fondue. Luis und Milo hingegen sind wenig begeistert. «Mami, du weisst doch, dass wir Käse nicht so mögen», sagt der Ältere und baut mit seinen Brotstücken lieber Türme, während Milo für seinen Papi fleissig Nachschub dreht.

Seit ihre Jungs in den Kindergarten und die Schule gehen, hat Nicole auch das Studium an der Uni Bern wieder aufgenommen. Ihr Ziel: den Master in Psychologie. «Ich hatte es all die Jahre immer im Hinterkopf, aber es kam stets etwas dazwischen. Es gibt heutzutage so coole Studienmodelle für Leute, die nebst Beruf und Kindern studieren möchten», schwärmt Nicole. «Ich bin im Fall eine der Jüngeren dort! Eine Kommilitonin ist 64. Wenn die abschliesst, wird sie direkt pensioniert.»

«In der Uni lebe ich in einem Paralleluniversum zur Fernsehwelt. Das ist höchst spannend.» Die neurokognitive Psychologie hats ihr besonders angetan. Dabei gehe es um Fragen wie: Leistungssteigerung, mentale Gesundheit und Umgang mit Druck. «Das alles ist auch bei uns im TV ein Thema», sagt sie. «Wenn man vor der Kamera steht und das rote Licht angeht, muss man bereit sein und alles andere ausblenden können. Das fällt nicht allen gleich leicht», verrät die Moderatorin. Sie übe das auch an sich selber. «Man sagt ja: Jeder, der Psychologie studiert, hat selber einen Knacks … Ich würde aber nicht sagen, dass ich einen habe. Es gibt jedoch Themen, die mich beschäftigen: Kinder, Familie, Beruf, der Umgang mit dem Alter. Überall, wos ‹mönschelet›.»

«Auch mein Tag hat nur 24 Stunden, und ich bin nicht Superwoman.»

Nicole Berchtold

Die Kinder haben stets Priorität

Wichtig ist Nicole, so viel wie möglich an Wissen aufzusaugen. Auch möchte sie unbedingt wieder mehr Klavier spielen und weitere Sprachen wie Italienisch und Spanisch lernen. «Es gibt 1000 Sachen, die ich noch machen will.» Aber auch ihr Tag habe nur 24 Stunden, und sie sei nicht Superwoman. «Die meiste Zeit sind wir eine ganz normale Familie», gesteht Nicole. Zudem hätten ihre Kinder stets Priorität! «Beide sind sehr sensibel.» Es sei erstaunlich, worüber sich ein Achtjähriger schon alles Gedanken mache. Nicole spürt, dass die Kinder von Zeit zu Zeit ihre ungeteilte Aufmerksamkeit brauchen. «Im Alltagswahnsinn geht so vieles unter.»

Darum geniessen sie jetzt ihre Familien-Auszeit in Grindelwald umso mehr. Da stellt sich die Frage: Was kosten Herr und Frau Leuenberger-Berchtold ihre Ferien? «Rund 600 Franken pro Tag für zwei Zimmer inklusive Frühstück. Nicht gerade ein ‹Schnäppli›, aber jeden Franken wert!»

Von Karin El Mais am 11.01.2020
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