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In einfachen Schritten zur Selbstständigkeit

So lernt euer Kind alleine zu spielen

«Mammmmaaaaaa, Papppaaaaaa, spieeeelen!», ruft das Kleinkind noch lange bevor es überhaupt auf die Idee kommt, sich auch mal alleine zu beschäftigen. Nicht verzagen, liebe Eltern, wir liefern sechs Tipps, die dabei helfen, dem Nachwuchs das alleine spielen schmackhaft zu machen,

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Spielendes Kind

Mit den richtigen Inputs lernt ein Kind schnell und gut, sich auch mal alleine zu beschäftigen.

Getty Images

Wusstet ihr, dass schon Babys die Fähigkeit haben, sich selber zu beschäftigen? Diese wertvolle Gabe können sie aber schnell wieder verlieren, weil sie von uns Eltern gerne mal «überentertaint» werden. Kaum sitzt das Kind einfach mal da und macht vermeintlich nichts, meldet sich unser Gewissen: Wir haben das Gefühl, dass wir sofort mit dem Kind spielen müssen.

Statt aber sofort zum nächsten Spielzeug zu greifen und das Kleine zu beschäftigen, sollten wir uns zurücknehmen und das Kind einfach mal sein lassen. Vielleicht beobachtet es gerade eine Fliege oder ist sonst in Gedanken versunken. 

Auch wenn es den Anschein macht, dass das Kind verloren da sitzt, macht er gerade einen wichtigen Prozess durch. Es stärkt sein Selbstwertgefühl, weil es sich unabhängig eines Erwachsenen amüsiert. Zeitgleich trainiert es seine Konzentrationsfähigkeit – eine wichtige Voraussetzung für den späteren Schulerfolg.

Wir liefern sechs Tipps, wie das Kind schon im zarten Alter ab 4,5 Monaten lernen kann, alleine zu spielen.

1. Kind machen lassen

Wenn das Kind gerade in ein Spiel oder in eine andere Tätigkeit versinkt, sollen wir es unbedingt sein lassen. Das gilt nicht nur für Kleinkinder. Auch Babys schätzen es, wenn sie einen Moment für sich haben. Nach dem Aufwachen zum Beispiel liegen Babys oft einfach nur da, beobachten ihre Hände, das Licht oder spielen mit ihren Fingern. Schon dann lernen Babys, sich alleine zu beschäftigen und in Zukunft auch alleine spielen zu können.

 

2. Spannende Kinderwelt schaffen

Sobald sich Kinder auf der Krabbeldecke vertun können, sollen Eltern eine spannende Umgebung schaffen und verschiedene Spielsachen (nicht zu viele) in greifbarer Nähe platzieren und das Kind, siehe Punkt 1, einfach mal machen und entdecken lassen.

Ist das Kind grösser, kann die spannende Umgebung ausgebaut werden. Elemente, die zum klettern einladen, eine Kuschelcecke mit Plüschtieren und ein Tischlein mit Farbstiften und Papier laden den Nachwuchs dazu ein, selber zu entscheiden, was es gerade machen und entdecken will.

3. Kind bewusst alleine lassen

Wir sind absolut keine Rabeneltern, wenn wir das Kind alleine im Zimmer lassen. Im Gegenteil: Wir machen dem Kind einen Gefallen, in dem wir ihm Raum und Zeit lassen, ganz für sich alleine zu entscheiden und zu tun, was sein kleines Herz gerade höher schlagen lässt.

Mehr noch: Sogenannte «Alleinespiel-Zeiten» einzuführen kann ein grosser Segen sein, sowohl für die Eltern, als auch für das Kind. Ist sich das Kind das alleine spielen noch nicht gewohnt, können wir aus einem anderen Raum Sprechkontakt halten. Oder eine Sanduhr ins Zimmer stellen und dem Kind sagen, dass wir wieder kommen, wenn der Sand ganz unten ist, es bis dann aber tun und machen kann, was es will.

Kind spielt

Kommt es mal auf den Geschmack, schätzt das Kind das alleine spielen sehr.

Getty Images
4. Nur im Notfall eingreifen

Schon klar, rollt der Ball weg, fällt der Bauklötze-Turm zusammen oder funktioniert ein Spielzeug gerade nicht so, wie es das Kind wünscht, ruft es schnell nach Mama oder Papa. Und diese, so hat es die Natur eingerichtet, rennen schnell zu ihrem Baby. Bevor wir das aber tun, lohnt es sich, schnell zuzuwarten und dem Kind die Chance zu geben, sein Dilemma selber zu lösen. 

Ruft das Kind weiter und bricht vielleicht sogar in Tränen aus, können wir zuerst mal verbal versuchen zu helfen. Statt den Ball aufzunehmen, können wir fragen, was man denn sonst noch alles mit dem Ball machen könnte.

Wie überall gilt natürlich auch hier: Keine Regel ohne Ausnahme. Ist das Kind in eine verfängliche Situation geraten, kommt nicht mehr alleine vom Bett runter oder so, dann sollen wir natürlich sofort zur Hilfe eilen.

5. Nebeneinander spielen

Ist sich das Kind gewohnt, dass immer ein Erwachsener mit ihm spielt, wird es genau das auch immer einfordern. Das soll Eltern aber nicht verunsichern. Ein Kind kann schrittweise ans alleine spielen geführt werden. So können Erwachsene am Anfang einfach neben dem Kind sitzen während dieses spielt und sich langsam entfernen, wenn dieses ins Spiel eingesunken ist.

6. Nichts forden!

Natürlich wäre es schön, wenn jedes Kind von Anfang an super alleine spielen könnte. Kinder sind aber keine Maschinen. Die einen brauchen etwas mehr Zeit, andere weniger. Wichtig ist, dass sie zu nichts gezwungen oder in Muster gedrückt werden. Eltern sollen sich in Geduld üben und ihre Kinder auf ihrem Weg begleiten, ohne sie quasi in etwas zu schubsen, für das sie (noch) nicht bereit sind.

Mit Geduld und den richtigen Kniffen lernt aber jedes Kind, sich mit sich alleine zu beschäftigen. Die einen früher, die anderen später, beides isst absolut normal und okay.

Von mzi am 30. Oktober 2022 - 18:10 Uhr