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Tipps von Annina Campell

So macht Velofahren mit Kleinkindern richtig Spass

Selber Velo fahren, im Kindersitz oder Anhänger – Annina Campell kennt mit ihren Töchtern alle Varianten. Schweizer-illustrierte.ch verrät die Moderatorin ihre teils sehr lustigen Tipps für entspannte Veloausflüge mit der Familie.

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Moderatorin Annina Campell ist mit ihrer Familie gern an der frischen Luft.

Joseph Khakshouri

Das Erfolgsrezept von Annina Campell, 35, und ihrem Mann, Marc Müller, 40, ist simpel: Einfach machen und die Kinder mitnehmen. Die Moderatorin und der Banker sind keine Stubenhocker. In ihrer Freizeit zieht es sie mit ihren Töchtern Anna Nina Catarina, 5, und Serafina, 1, möglichst oft in die Natur. Sei es zum Wandern oder Biken.

«Anna Nina war knapp ein Jahr alt, als sie im Kindersitz zum ersten Mal auf einen längeren Veloausflug mitkam. In diesem Frühling, also mit fünf Jahren, hat sie nun ihre erste Velofahrt auf dem eigenen Mountainbike von Samaden nach Cinuos-chel im Engadin gemeistert», erzählt Campell im Gespräch mit schweizer-illustrierte.ch. Ihre zweite Tochter Serafina ist mittlerweile im Kindersitz oder Veloanhänger ebenfalls mit dabei.

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Die Erfahrungen der zweifachen Mutter rund ums Velofahren mit Kleinkindern reichen dabei vom kurzen Ausflug bis hin zur mehrtägigen Velotour. 

Vom Velöli zum passenden Mountainbike

Der Weg zum passenden und tourentauglichen Fahrrad kann harzig sein. Wir kennen den Ablauf: Seit Tagen oder Wochen hat das Kind geübt. Was wacklig und mit vielen Schlenkern anfängt, mündet schliesslich in die erste einigermassen lineare Fahrt. Was für ein Meilenstein! Beim stolzen Drahtesel handelt es sich dabei meist um ein eher kleines, dafür wendiges Exemplar, an dem das Herz des Kindes sehr hängt.

«Die ersten Ausflüge hat Anna Nina mit ihrem kleinen Velöli gemacht. Da musste sie ziemlich strampeln, um mithalten zu können. Sie wollte aber unbedingt auf diesem Velo fahren. Erst als die fast gleichaltrige Freundin auf einem deutlich grösseren und richtigen Mountainbike locker davonfuhr, liess sie sich umstimmen», erzählt Annina Campell schmunzelnd.

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Das viel schnellere Mountainbike von Freundin Jenna überzeugt Anna Nina schliesslich davon, dass ihr geliebtes Velöli ausgedient hat.

ZVG

«Nichts motiviert so sehr wie ein anderes Kind»

A propos Freunde: «Nichts motiviert ein Kind so sehr zum Mitmachen wie ein anderes Kind. Das ist das beste Zugpferd. Wir schauen daher, dass wir, wenn es sich richten lässt, möglichst mit einer anderen Familie zusammenspannen», so einer der wichtigsten Tipps von Campell.

Vor Kurzem etwa machten sie gemeinsam mit Anninas Schwiegereltern und der Familie ihres Schwagers eine dreitägige Velotour entlang dem Bodensee. «Wir hatten alles Gepäck dabei und bewegten uns etappenweise von Unterkunft zu Unterkunft. Unsere Grosse strampelte gutgelaunt neben uns her. Die Zeit verging dabei wie im Flug und ohne Gezeter.»

Ist die Familie Campell/Müller doch mal nur zu viert unterwegs, hilft eines mit hundertprozentiger Sicherheit: «Ein Glacé. Ganz simple Bestechung. Klappt bei Anna Nina immer.»

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Zwei eingespielte Familien: Anita Reurts mit Jenna, Nico Schärer mit Mayla, Anna Nina, Marc Müller mit Serafina und Annina Campell (v.l.)

ZVG

Route vorher gut abchecken

Ebenfalls von grossem Vorteil ist, wenn man sich die Route vorher gut ansieht. «Da hatten wir einmal ziemlich Pech.» Und zwar wollte die Familie von Schaffhausen nach Eglisau. «Wir dachten, es ginge alles schön flach dem Rhein entlang. Doch die Strecke führte uns dann ziemlich rauf und runter, was mit einem Kleinkind schnell anstrengend wird. Marc musste Anna Nina oft schieben.»

Generell empfiehlt Annina für die ersten Velofahrten mit Kindern möglichst flache Routen, die tendenziell eher leicht abwärts führen. «Routen entlang von Flüssen oder Seen eignen sich hervorragend dazu.»

Eine Lieblingsstrecke der in Zürich wohnhafte Familie ist von der Stadt aus alles der Limmat entlang bis zum knapp 30 Kilometer entfernten Baden im Aargau. Hauptstrassen soll man dabei möglichst vermeiden. «Das ist mit kleinen Kindern einfach schnell gefährlich.»

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Mama Annina und Tochter Serafina auf dem Weg nach Schaffhausen. Die Route nach Eglisau hätte sie vorher besser studieren sollen.

ZVG

Vorsicht, schlafendes Baby!

Und dann wäre da noch die Szene mit dem schlafenden Kind. Wir sehen sie plastisch vor uns: Das Kind hockt zufrieden im Velositz. Die Landschaft zieht gemächlich vorbei. Es ruckelt und gondelt so schön meditativ im Tackt des strampelnden Fusses von Mama oder Papa und – zack! – meist schon nach sehr kurzer Zeit schläft das Kind ein.

Und wie eine besoffene Billiardkugel schleuderts den Babykopf hin und her – von links nach rechts und manchmal so weit nach links oder rechts, dass es gefühlt fast schon den Boden berührt.

Auch da hat die muntere Bündnerin einen durch und durch pragmatischen Ratschlag: «Den Kopf am Sitz festbinden. Am besten ein passendes Tuch einpacken. Zur Not tuts auch die Leggins aus den Ersatzkleidern. Hatten wir alles schon», erzählt sie mit einem Lachen.

Und die nächste grössere Etappe der Familie Campell/Müller? «Wir haben eben eine Unterkunft am Neuenburgersee gebucht. Von dort aus wollen wir mehrere Veloausflüge unternehmen. Gemeinsam mit der Familie meines Mannes. Darauf freuen wir uns sehr!» 

Das kommt bei Annina ins Gepäck:

  • Ausreichend Flüssigkeit (Wasserbidon für jedes Velo)
  • Verpflegung und Picknick-Geschirr
  • Zeitung und Zündhölzli zum Bräteln
  • Sackmesser
  • Ersatzkleider
  • Babykram (Schoppen, Windeln etc. für Serafina)
  • Kleines Notfallset mit Pflaster, Desinfektionsmittel, Zeckenspray etc.
  • Arnika-Spray und Globuli (zur Beruhigung)
  • Genug Papiertaschentücher
  • Sonnencrème
  • Kleine Hand-Velopumpe und Werkzeug (guter Vorsatz, der in der Praxis dann doch nicht klappte)
Von Maria Ryser am 11.07.2020
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