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Schutz vor Missbrauch

Was tun, wenn ein Fremder Kinder anspricht?

Immer wieder werden Fälle publik, in denen fremde Personen Kinder aus dem Auto angesprochen haben – kürzlich ist es wieder in Zürich passiert. Schulen und Jugendarbeiter geben Tipps, wie sich Kinder in solchen Situationen verhalten sollen.

Mann spricht Kind an

In Zürich wurden zwei Mädchen von einem fremden Mann im Auto angesprochen (Sybmoldbild).

Getty Images

Zürcher Eltern sind besorgt: Kürzlich wurden zwei Schülerinnen von einem fremden Mann angesprochen. Gemäss einem Elternbrief, der «20 Minuten» vorliegt, hat dieser versucht, die Mädchen in sein Auto zu locken. Die Vorfälle gingen zum Glück glimpflich aus: Die Schülerinnen konnten sich vom Mann entfernen und haben umgehend Erwachsene alarmiert.

Die Schule schreibt dazu, die gute Reaktion der beiden beteiligten Schülerinnen zeige, «wie wirksam zielgerichtete pädagogische Arbeit mit den Kindern sein kann». Zwar ist es in den letzten Jahren gemäss der Stadtpolizei Zürich in der Stadt Zürich zu keinem Fall gekommen, in dem ein Kind von einer unbekannten Person angelockt und mitgenommen wurde, trotzdem ist es wichtig, dass Kinder wissen, wie sie auf unbekannte Personen reagieren sollen.

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Die Stadt Zürich hat dazu einen Leitfaden für Eltern, Schulen und Behörden erstellt. Dieser zeigt auf, wie Kinder gut auf Gefahrensituationen vorbereitet werden können, ohne sie zu verunsichern. Genannt werden folgende präventive Massnahmen:

 

 

  • Hilfe holen: Kinder sollen wissen, wo sie auf dem Schulweg oder dem Spielplatz Hilfe holen können. Das kann etwa in einem nahen Geschäft sein, indem sie die Kassiererin ansprechen.
     
  • Nicht alleine sein: Wenn möglich sollten sie den Schulweg gemeinsam mit Freundinnen und Freunden laufen und nicht alleine auf dem Spielplatz spielen.
     
  • Keine Namensschilder: Eltern wird geraten, Kleidungsstücke und Schultheke nicht sichtbar mit dem Namen zu beschriften. Spricht ein Fremder das Kind beim Vornamen an, könnte es annehmen, dass dieser ein Bekannter der Eltern ist und ihm deshalb vertrauen.
     
  • Distanz halten: Werden Kinder aus einem Fahrzeug angesprochen, sollen sie nicht zu nahe herantreten. Die Stadt empfiehlt, einen Abstand von zwei Metern einzuhalten. Das gilt übrigens auch für die Eltern: Leben sie ihren Kindern dieses Verhalten vor, übernehmen sie es eher.
     
  • Keine Geschenke: Kinder müssen wissen, dass sie keine Geschenke von Fremden annehmen und niemals in fremde Autos steigen dürfen.
     
  • Laut schreien: Fühlt sich ein Kind bedrängt, soll es wissen, dass es laut schreien darf. 
     
  • Genaue Beschreibung: Eltern sollen mit ihrem Kind lernen, Personen und Fahrzeuge zu beschreiben. Bei Personen gilt es, sich auf das Alter, die Grösse und besondere äusserliche Merkmale zu achten, bei Fahrzeugen auf die Farbe und wenn möglich das Kennzeichen und die Marke.
     
  • An Erwachsene verweisen: Fragt ein Unbekannter ein Kind nach dem Weg oder bittet es gar, ihm diesen zu zeigen, soll das Kind antworten: «Fragen Sie bitte einen Erwachsenen.»

Jugendarbeiterin Brigitte Schäfer aus Katzenrüti ZH rät Eltern gemäss «20 Minuten» zudem, mit Kindern ein Passwort für den Notfall zu vereinbaren. Muss das Kind tatsächlich von einem Bekannten abgeholt werden, soll dieser das Passwort kennen – «Und ohne das Passwort steigen die Kinder bei niemandem ins Auto», so Schäfer. 

 

Was tun im Ernstfall?

Ist es tatsächlich zu einem beunruhigenden oder bedrohlichen Vorfall gekommen und das Kind erzählt davon, rät die Stadt Zürich, Ruhe zu bewahren. Sie schreibt: «Vermitteln Sie dem Kind, dass es bei Ihnen sicher ist und loben Sie es dafür, dass es sich Ihnen direkt anvertraut hat.» Man soll den Kindern aufmerksam zuhören ohne ihnen Vorwürfe zu machen, à la: «Ich habe dir doch hundert Mal gesagt, dass du das nicht tun sollst.»

In Akutsituationen ist umgehen die Notfall-Nr. 117 zu wählen. Die Schulen bitten zudem darum, dass auch sie möglichst rasch informiert werden, um entsprechend reagieren zu können.

Von fei am 5. Dezember 2021 - 18:23 Uhr
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