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«John? Ich bin dein Dad!»

Was, wenn mein Kind mich beim Vornamen nennt?

Warum will eine Mehrheit der Eltern von ihren Kindern «Mama» oder «Papa» genannt werden? Und was bewegt Kinder, ihre Eltern beim Vornamen zu rufen? Wir haben auf der Redaktion nach Antworten gesucht.

NEW YORK, NY - FEBRUARY 27:  John Legend and his daughter Luna seen in SoHo on February 27, 2018 in New York City.  (Photo by Gotham/GC Images)

Musiker John Legend will für seine Tochter Luna nicht einfach John sein.

Getty Images

Die Szene beginnt harmlos: Luna, die Tochter von John Legend, 41, und Chrissy Teigen, 34, läuft mit strahlendem Gesicht auf ihren Papa zu. Auf dem Arm trägt die Dreijährige das jüngste Familienmitglied: Petey, ein Hundewelpen. So weit so jööö. Doch dann nennt Klein-Luna ihren Daddy plötzlich bei seinem Vornamen. Empört antwortet dieser: «John?! Ich bin nicht John, ich bin dein Dad.»

Das Video dazu seht ihr hier:

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Laut einer Studie der Universität Freiburg rufen in weniger als 5 Prozent der Familien Kinder ihre Eltern beim Vornamen. Auch bei unserer Umfrage habt ihr, liebe Leserinnen und Leser, mit einer klaren Mehrheit dafür plädiert, dass ihr von euren Kindern «Mami oder Papi» oder wie heute gemäss derselben Studie verbreiteter «Mama oder Papa» genannt werden wollt. 

Warum legen wir eigentlich so viel Wert darauf? Und was bewegt eine Minderheit, ihre Eltern beim Vornamen zu rufen? Wir haben bei unseren Kolleginnen und Kollegen auf der Redaktion nachgefragt.

«Das wurde uns quasi antrainiert»

Die deutliche Mehrheit der Befragten sagt ganz klar Mami und Papi oder Mama und Papa. In einem Fall gibts sogar einen Ätti.

«In meiner Kindheit haben alle Mami oder Papi gerufen. Alles andere wäre komisch gewesen», Urs, 42.

«Komm zu Mama, komm zu Papa. Sag, Mama, sag, Papa. Das wurde uns doch quasi antrainiert. Meine Eltern haben mit uns auch so kommuniziert: Also, geh zu Papa oder frag die Mama», Klara, 23

«Ich nenne meine Mutter «Mama» und meinen Vater «Ätti». Das sagt man im Prättigau GR traditionellerweise zum Vater. Es passt perfekt zu ihm: Mein Ätti ist ein autoritärer Kauz alter Schule und mit seinem schlohweissen, langen Bart sieht er mittlerweile aus wie ein Alpöhi, also ein richtiger Ätti», Annegret, 41.

Mutter Kind Vorname

«Mama, schau mal» oder doch «Sibylle, schau mal»? (Symbolbild)

Getty Images

«Ich bin einmal im Leben von jemandem Mama»

Und wie sehen wir das im Hinblick auf unsere eigenen Kindern? Bei der dritten Antwort mussten wir ganz schön lachen: Sie kam uns allen sehr bekannt vor.

«Ich verstehe John Legend nur allzu gut. Da ist man einmal im Leben von jemandem Mama und dann soll mich das eigene Kind ganz gewöhnlich beim Vornamen rufen, so wie alle anderen auch? Das fände ich schade.» Ursina, 44

«Meine Kinder nennen mich Mama, doch mich würde es ehrlich gesagt nicht stören, wenn sie mich beim Vornamen rufen würden», Selina, 36.

«Für gewöhnlich ruft meine Tochter Mama. Wenn sie aber findet, dass ich ihr nicht richtig zuhöre, ertönt plötzlich ein scharfes ‹Andrea!›», Andrea, 39

 

«Alle nannten die Eltern beim Vornamen. Warum ich nicht auch?»

Nur gerade zwei von 15 Befragten auf unserer Redaktion nennen ihre Eltern beim Vornamen. Ihre Gründe machen total Sinn, findet ihr nicht auch?

«Das hat sich ganz selbstverständlich so ergeben. Alle nannten meine Eltern bei ihrem Vornamen. Warum also sollte ich es nicht auch tun? Meine Kollegen fragen mich heute noch: ‹Wie geht es Verena?› Und nicht etwa, ‹Wie geht es deiner Mutter?›», Samuel, 33

«Ich habe erst als Teenager angefangen meine Eltern beim Vornamen zu nennen. Keine Ahnung weshalb. Es fühlte sich easy an für mich und meine Eltern hat es auch nicht gestört», Jack, 42.

Von Maria Ryser am 02.02.2020
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