1. Home
  2. Family
  3. Familien-Geschichten
  4. Anja Zeidlers Tochter macht Party: Wie wirken sich Mondphasen auf Kinderschlaf aus?

Party mitten in der Nacht

Wie wirken sich Mondphasen auf Kinderschlaf aus?

Anja Zeidler hat strenge Nächte hinter sich. Während der aktuellen Vollmondphase macht ihre Tochter Jela die Nacht zum Tag. So will die Kleine morgens um 3 Uhr Party machen und um 5 Uhr Spaghetti essen. Wie mondfühlig sind Kinder wirklich? Und was kann man als Eltern tun? Wir haben mit Sibylle Lüpold, Schlafberaterin und Geschäftsführerin von 1001 Kindernacht, gesprochen.

A mother sleeps while her cuddling her child, yet the son remains awake

Wenn das Kind so gar nicht in den Schlaf findet, kann die Mondphase mitschuldig sein.

Getty Images

Die einen halten es für Gugus, andere sind sich sicher, dass der Mond und seine Phasen nicht nur unsere Seele, sondern auch unseren Schlaf beeinflussen. So sind sich manche Mütter einig, dass ihre Kinder bei Voll-, Neu- oder Leermond viel schlechter schlafen als sonst.

Aktuell ergeht es gerade Anja Zeidler, 27, mit ihrer Tochter Jela, 1, so. In Anjas Instagram-Story sehen wir eine sichtlich erschöpfte Zeidler morgens um 3 Uhr. Auf ihrer Brust liegt Jela und macht – laut Mama Anja – Party. Zwei Stunden später hat sich die Lage nicht beruhigt: Jela wünscht sich am Morgen um 5 Uhr Spaghetti. 

Mehr für dich

Wir erfahren, dass sich Anja und ihr Freund Milan Ancic, 24, schon seit drei Nächten mit einem nicht in den Schlaf findenden Kind rumschlagen. Die Body-Positivity-Influencerin glaubt zu wissen, was Klein-Jela den Schlaf raubt. So tippt die Luzernerin auf den Vollmond.

Anja Zeidler schlaflos

Anja Zeidler und ihre Tochter Jela liegen wach.

 
instagram.com/anjazeidler

Wir wollten genauer wissen, ob und was hinter Mond und Kinderschlaf steckt, und haben bei Sibylle Lüpold, Schlafberaterin und Geschäftsführerin von 1001 Kindernacht, nachgefragt.

Frau Lüpold, wie wirken sich Neu-, Leer- und Vollmond auf Kinderschlaf aus?
Sibylle Lüpold: Manche Eltern berichten, dass ihre Kinder vor allem bei Vollmond schlechter schlafen, andere Eltern sehen da keinerlei Zusammenhang. Wissenschaftlich liess sich der Einfluss des Mondes auf den Schlaf des Kindes bisher nicht belegen. Eine gross angelegte, globale Studie konnte in Vollmondnächten lediglich eine verkürzte Schlafdauer von circa fünf Minuten nachweisen. Diese leicht verkürzte Schlafdauer liesse sich eventuell durch die leicht unterdrückte Melatoninausschüttung erklären, was bei zu viel Licht (in diesem Fall Mondlicht) passieren könnte.  Auf der anderen Seite ist der Einfluss der menschlichen Lichtverschmutzung da vermutlich weitaus grösser und Kinderzimmer lassen sich ja verdunkeln. 

Merkt jedes Kind die verschiedenen Mondphasen?
Nein, es gibt vermutlich mehr Kinder, deren Schlaf von den Mondphasen unbeeinflusst ist als solche, die darauf reagieren (meine Erfahrung). Bei Erwachsenen könnte es anders sein.

Wie können wir das Kind bei Voll-, Leer- und Neumond unterstützen?
Zimmer immer verdunkeln, bei Unruhe vor dem Zubettgehen Möglichkeiten des Spannungsabbaus bieten (noch kurz körperlich austoben, ein warmes Bad oder eine Massage). Und wenn das Kind trotzdem nicht gut schlafen kann: Viel Nähe und Körperkontakt vermitteln. 

Sind vor allem Babys, Kleinkinder oder schon grössere Kinder von Mondfühligkeit betroffen?
In der genannten Studie, die einzigartig ist, wurden Kinder im Alter von 9 bis 11 Jahren untersucht. Studien mit Babys kenne ich nicht. Da Babys aber ganz stark auf die Emotionen ihrer Bindungspersonen reagieren, kann es natürlich sein, dass auch sie unruhiger schlafen, wenn die Eltern «mondsensibel» sind. 

Was, abgesehen vom Mond, hat starken Einfluss auf Kinderschlaf? 
Das hängt mit dem Alter zusammen. In erster Linie hat die emotionale und neurologische Entwicklung Einfluss auf die Schlafentwicklung. Im ersten Lebensjahr ist die nächtliche Nahrung noch von grosser Bedeutung, später sind es dann eher emotionale Faktoren wie Sicherheit und Entspannung. 

Wie unterstützen wir das Kind, wenn es gerade eine akute Ein- oder Durchschlaf-Problemphase durchlebt? 
Auch hier, Altersfrage: Je kleiner das Kind, desto mehr Nähe braucht es. Beim Säugling sind Stillen, Saugen, Tragen und Körperkontakt die bewährtesten Methoden, es in den Schlaf zu begleiten. Und keine Angst vor Verwöhnen!

Von Maja Zivadinovic am 18. November 2021 - 16:58 Uhr
Mehr für dich
© 2021 Schweizer Illustrierte
© 2021 Schweizer Illustrierte
Logo von Ringier Axel Springer