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Monatsthema «Badi» bei Mamalicious

Diese Fehler sollten Eltern in der Badi vermeiden

Dürfen Kinder mit Flügeli zum Floss schwimmen? Diese und weitere Fragen haben wir Badmeisterin Monika Horowitz vom Strandbad Mythenquai in Zürich gestellt. Im Gespräch mit SI online redet die Stv. Betriebsleiterin über die häufigsten Verletzungen, die wichtigsten Regeln und welcher Unfall für sie am schlimmsten war.

Kind in Badi mit Schwimmhilfe

Die Badmeisterin empfiehlt pro Kind eine Erwachsene Person als Begleitung. Also nicht allein mit zwei «Flügeli-Kindern» zum Floss schwimmen.

plainpicture/Claudia Anys

Unser Monatsthema bei Mamalicious widmen wir dem Badibesuch mit kleinen Kindern. «Traut ihr euch allein mit kleinen Kindern in die Badi», fragte eine Mutter. In einem ersten Teil haben wir für euch die Diskussion der Mütter zusammengetragen. Nun folgt das Gespräch mit einer Fachperson.

Frau Horowitz, Sie arbeiten seit 30 Jahren im Strandbad Mythenquai in Zürich. Was passiert Eltern mit Kleinkindern in der Badi am häufigsten?
Dass die Kinder nicht mehr wissen, wo ihre Eltern sind. An Spitzentage besuchen bis zu 13'000 Leute unsere Badi. Da sieht man fast keinen Rasen mehr und die Orientierung fällt besonders schwer.

Wie reagieren Sie in einem solchen Fall?
Kann das Kind seinen Namen nennen, rufen wir es über die Lautsprecher aus. Wenn nicht, dauert es meist nicht lange, bis die Begleitperson auftaucht. Da wir einen besseren Überblick haben, erkennen wir im Unterschied zum Kleinkind die suchenden Angehörigen meist schnell.

Würden Sie einen Badibesuch mit Kleinkindern eher zu Randzeiten empfehlen?
Ja, es ist dann sicher weniger hektisch. 

 

 

Strandbad Mythenquai Zürich

Das Strandbad Mythenquai in Zürich liegt direkt am See und hat einen 250 Meter langen Sandstrand.

Sportamt der Stadt Zürich

Welche Verletzungen sind am häufigsten?
Am häufigsten sind Stiche, sei es von Bienen oder Wespen. Gefolgt von Schürfungen. Die passieren meist am Betonboden beim Kinderbecken.

Was war der schlimmste Unfall, den Sie persönlich erlebt haben?
Ein Kind wollte einen Kopfsprung in den See machen und landete dabei unglücklicherweise mit der Stirn auf einem Stein. Die Wunde war so tief, dass man den Knochen sah. Wir haben dann erste Hilfe geleistet und die Ambulanz organisiert. Eine Woche später kam das Kind nochmals vorbei und hat sich für die Hilfe bedankt. Das war sehr berührend.

Monika Horowitz: «Handy am Wasser geht gar nicht! Die Kinder brauchen die volle Aufmerksamkeit der verantwortlichen Person.»

Wie gut sollten Kinder schwimmen können, um ohne Aufsicht in den See zu gehen? 
Kinder unter zehn Jahren müssen von einer erwachsenen Person begleitet werden und sie sollten richtig gut schwimmen können. Ein See ist zudem kein geschlossenes Becken und birgt zusätzliche Tücken.

Und die wären?
Das Wasser ist trüb, es hat Strömungen, je nach Wind, etwa bei Bise gibts starken Wellengang. Da macht Schwimmen anspruchsvoll. Im Unterschied zum Becken schwankt die Wassertemperatur und man kann etwa bei einem Krampf nicht einfach schnell zum Rand schwimmen und sich festhalten. Schwimmt man ausserhalb der geschützten Badezone ist der Schiffsverkehr zudem eine weitere Gefahr.

«Es kann einfach wahnsinnig schnell gehen. Kleine Kinder gehen lautlos unter.»

Es gibt immer wieder Eltern, die mit Kleinkindern und Flügeli zum Floss schwimmen. Erlaubt oder verboten?
Das ist immer wieder ein Thema. Wir empfehlen dringend pro Kind eine Erwachsene Person als Begleitung. Also nicht allein mit zwei Kindern zum Floss schwimmen. 

Was ist mit Luftmatratzen und Gummibooten?
Bei Kindern, die nicht schwimmen können ist das grob fahrlässig!

Welche Regel sollten Eltern mit Kleinkindern unbedingt beachten?
Handy am Wasser geht gar nicht! Die Kinder brauchen die volle Aufmerksamkeit der verantwortlichen Person. Es kann einfach wahnsinnig schnell gehen. Kleine Kinder gehen lautlos unter. Theoretisch reicht eine Pfütze zum Ertrinken. 

Achten die Badmeister nicht auch mit einem Auge auf die Kleinen?
Wir Badmeister/-innen überwachen den Badebetrieb, um im Notfall sofort professionelle Hilfe zu leisten. Die Verantwortung liegt aber eindeutig bei den Eltern und den Begleitpersonen.

Strandbad Mythenquai Zürich

Das Planschbecken für Kleinkinder bietet guten Sonnenschutz.

Sportamt der Stadt Zürich

Ab welchem Alter dürfen Kinder auf den Sprungturm?
Sobald sie schwimmen können. Mit Schwimmhilfe darf man nicht auf den Turm. Auch nicht aufs Ein-Meter-Sprungbrett.

Oft ist das Packen bei einem Badiausflug der grösste Stress. Was gehört nebst Badehose und Tüechli zwingend in eine Badetasche?
Ein guter Sonnenschutz. Also Crème und eine gute Kopfbedeckung. Bei Babys und Kleinkindern am besten mit Nackenschutz. 

Und sonst noch?
Eine Wasserflasche in Reichweite. Das Trinken geht häufig vergessen und ist an Hitzetage bei Kleinkindern besonders wichtig. Empfehlenswert ist auch eine Ersatzbadehose, damit die Kinder nicht allzu lange in nassen Sachen herumlaufen. Kleinkinder, die noch nicht trocken sind, sollten aus hygienischen Gründen im Planschbecken eine Schwimmwindel tragen. Wer oft in die Badi geht und gern einen Liegestuhl, Sonnenschirm und weitere Gegenstände dabei haben möchte, mietet bei uns am besten für die ganze Saison ein Kästchen. Da hats genug Stauraum.

Zum Schluss, was sind Ihre drei wichtigsten Tipps für einen sorgenfreien Badibesuch?
Ein guter Sonnenschutz, immer in Reichweite des Kindes sein und nach Hause gehen, wenn das Kind nicht mehr mag. Kleinkinder sind in einer pumpenvollen Badi schnell überfordert. Die Hitze, der Lärm und die Hektik sind manchen einfach zu viel. Der Badibesuch soll am Ende doch allen Freude bereiten.

Strandbad Mythenquai Zürich

Das Strandbad Mythenquai in Zürich ist besonders beliebt bei Familien. Es liegt am linken Zürichseeufer, hat einen 250 Meter langen Sandstrand, einen 5-Meter-Sprungturm, einen separaten Kinderbereich mit Planschbecken, Gastronomie, Spielplatz, zahlreiche Bäume und eine grosse Rasenfläche zum Liegen und Herumtoben. Das Mythenquai ist vom 11.5. bis 15.9.2019 von 7 bis 11 bei jedem Wetter und von 11 bis 20 Uhr nur bei schönem Wetter geöffnet. Weitere Infos findet ihr hier.

Die grösste Mami-Community der Schweiz

Mamalicious zählt mittlerweile 50'000 Mitglieder. Täglich tauschen sich Mütter in diversen Interessengruppen auf Facebook zu Themen rund ums Muttersein aus. Alle Gruppen sind geschlossen und jede Anfrage wird von den Administratoren persönlich geprüft. Gegründet wurde das Netzwerk 2010 von Racha Fajjari. Weitere Infos findet ihr unter: www.mamalicious.ch

Von Maria Ryser am 13.06.2019