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Sarah van Berkel engagiert sich

So kann Sport das Leben von Mädchen verändern

Das Girls in Sport Camp der Laureus Stiftung Schweiz bringt Mädchen zusammen. Botschafterin Sarah van Berkel berichtet über Hip-Hop-Versuche und eine eindrückliche Begegnung.

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Sarah van Berkel (vorne) und Zahra Karimi (dahinter) beim Hip-Hop-Workshop.

Debora Eliyo-Zeyrek / www.diamondphoto.ch

Bootcamp, Burpees, Bauchmuskel-Übungen: Auf dem Rasen schwitzt eine Gruppe von Mädchen in der heissen Sonne. In der Turnhalle zeigt Kathrin Lehmann, früher Fussball- und Eishockeyspielerin, anderen Mädchen Unihockey-Tricks. Ich habe mich für den Hip-Hop-Workshop entschieden. Zwischen Beats, Bounces und dem Bart-Simpson-Move fühle ich mich etwas unbeholfen. Dennoch gebe ich alles. Versuche, für die Teilnehmerinnen des Laureus Girls in Sport Camps ein gutes Vorbild zu sein. Darum geht es für die 71 Mädchen im Sommerlager im Sportzentrum Kerenzerberg: Neues ausprobieren, Ungewohntes wagen, den eigenen Körper durch die neuen Bewegungen besser kennenlernen.

Selbstbestimmtes Leben ermöglichen

Girls in Sport ist eines von fünf Projekten der Laureus Stiftung Schweiz. Ziel all dieser ist es, Kindern und Jugendlichen über den Sport und die damit verbundenen Werte ein positives und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Ein Schwerpunktthema von Laureus ist die Mädchenförderung, da viele junge Frauen in der Pubertät mit Sport aufhören.

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Und andere hätten ohne solche Projekte finanziell gar nicht erst die Möglichkeit, mit Sport anzufangen. So etwa die 17-jährige Zahra Karimi, die neben mir tanzt. Später erfahre ich, dass sie ausser dem gleich klingenden Vornamen wenig mit mir gemeinsam hat: Vor fünf Jahren flüchtete sie mit ihrer Familie aus der Türkei in die Schweiz. Ihr Heimatland Afghanistan hatte sie lange vorher verlassen.

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Die frühere Eishockey- und Fussballspielerin und heutige Laureus-Botschafterin Kathrin Lehmann (rechts) leitet das Unihockey-Training.

Debora Eliyo-Zeyrek / www.diamondphoto.ch

Heute, erzählt mir Zahra, lebt sie mit ihrer Mutter und vier Geschwistern in Au ZH und besucht die Sek A. Im Sommercamp von Laureus ist sie zum zweiten Mal dabei. 2019 hat sie den Spass am Tanzen entdeckt und ihre «jetzt beste Freundin» kennengelernt. Die positive Atmosphäre half ihr auch, traumatische Erlebnisse aus der Vergangenheit, etwa von der Flucht, zu verarbeiten und auf Menschen zuzugehen. «Vorher war ich so schüchtern. Nun traue ich mich mehr und will auch anderen helfen, offener zu sein.» Zahra beeindruckt mich – mit ihrem flüssigen Hochdeutsch und ihrer neugierigen, hilfsbereiten und mutigen Art.

Nächstes Jahr ist sie volljährig. Eigentlich zu alt, um erneut im Sommerlager teilzunehmen. Doch jedes Mal dürfen einige ehemalige Teilnehmerinnen als Hilfsleiterinnen dabei sein. «Wirklich? Das wäre sehr schön», sagt sie und strahlt. Auch ich freue mich bereits aufs nächste Jahr. Darauf, eine neue Sportart auszuprobieren, die berührenden Geschichten der Mädchen zu hören. Und zu erfahren, wo Zahra Karimi auch dank Laureus in ihrem Leben steht.

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HO

Girls in Sport
Das Projekt fördert Mädchen und junge Frauen in der ganzen Schweiz im Jugendsport. Im Vordergrund stehen soziale Integration, Bewegungsförderung und Persönlichkeitsbildung.

Spenden sie jetzt
Helfen Sie mit, noch mehr Kindern die Unterstützung benötigen, Zugang zu unseren sozialen Sportprojekten zu ermöglichen. Spenden können Sie unter laureus.ch oder per Überweisung: Laureus Stiftung Schweiz, Bösch 47, 6331 Hünenberg,
Spendenkonto PC 61-566564-6,
BIC: POFICHBEXXX,
IBAN: CH70 0900 0000 6156 6564 6.

Nachgefragt

Rahel Bosshard, als Projektleiterin von Girls in Sport kennen Sie viele Mädchen seit Jahren. Welche Entwicklung können Sie beobachten?
Ich merke, dass das Camp für viele ein Highlight im Jahr ist. Wir bekommen auch viele Rückmeldungen von Eltern, etwa, dass ihre Töchter vorher nie gerne in Lager gingen, weil sie stets ausgeschlossen wurden – und hier endlich ihren Platz gefunden haben. Die Dankbarkeit ist spürbar. Zudem sehe ich, wie gewisse Mädchen nun zugänglicher sind.

Wie wurden die Camp-Teilnehmerinnen ausgesucht?
Es kann sich jedes Mädchen in der Schweiz anmelden, das zwischen 11 und 17 Jahre alt ist. Wir haben Teilnehmerinnen aus Kinder- und Jugendheimen und aus Institutionen für leicht geistig behinderte Menschen sowie Mädchen aus sozial und wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen. Es können aber auch Mädchen ohne speziellen Hintergrund mitmachen. Diese Durchmischung streben wir an. Damit die Hürde für eine Anmeldung gering ist, verlangen wir ausser medizinisch Relevantem keine Vorinformationen.

Ein Lager in Zeiten von Corona – wie funktioniert das?
Die Mädchen sind in Untergruppen eingeteilt und halten in den Sportworkshops Abstand. Die Zimmer werden täglich geputzt und alles desinfiziert. Und das Händewaschen haben sowieso alle Mädchen intus. Wir sehen sogar schon Positives: Die kleineren Gruppen brachten noch mehr Nähe und Vertrauen untereinander und zu den Leiterinnen. Möglich, dass wir das auch in Zukunft beibehalten.

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Rahel Bosshard ist die Projektleiterin von Girls in Sport.

HO
Von Sarah van Berkel am 17.08.2020
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