«Gschichte vo hie und hütt» mit Pedro Lenz «Logo, logo, üse Kafi chunnt vo Togo»

Pedro Lenz, 52, Mundart-Schriftsteller und Publizist, schreibt in seiner Kolumne für die «Schweizer Illustrierte» über all die englischen Begriffe im Leben und die damit verbundene Konfusion.

Di öutere Läserinnen und Läser möge sech vilecht noch a ds Wort «Ausverkauf» bsinne. Das Wort isch früecher i Warehüser und i Zitigsinserat augägewärtig gsi. De isch es plötzlech vo eim Tag uf en anger ersetzt worde dür «Sale». I weiss no genau, wo einisch über Nacht a de Schoufänschter und i den Inserat überau «Sale» isch gstange. Zersch han i gmeint, es sig en Art e Gruess, so wi «Sälü» oder «Sali». Drum bin i aube i d Läden und ha gseit «Sale zäme». Erscht mit der Zit han i gmerkt, dass es Änglisch isch und dass mes aus «Seil» muess usspräche.

Es git no vüu meh Wörter, wo irgendeinisch dür angeri ersetzt si worde, ohni dass me genau chönnt säge wenn und worum. I ha zum Bischpüu de Turnschueh es läbe lang Turnschueh gseit. Wenn i aber hütt i ne Schuehladen ine go und säge, i suechi es Paar Turnschueh, de froge si mi, ob i ächt Sneakers meini. Nei, i meini Turnschueh, sägi de aube, aber ds Verchoufspersonau insischtiert uf em Begriff Sneakers. Es isch nid so schlimm, aber i bi aube froh, wenn is weiss.

Eso wi ds Wort «Turnschueh» und ds Wort «Ausverkauf» si verschwunden, si ou ds Wortpaar «zum Mitnehmen» oder d Bezeichnig «über d Gass» irgendeinisch us em Verchehr zoge worde. Das Ässe, wo me cha mitnäh, heisst ungerdesse längschtens überau «Take-away». «Take-away» isch jo ou vüu gäbiger aus «über d Gass», wöus nid nume bezeichnet, wi öppis verchouft wird, sondern ou grad der Name für nes Lokau isch. Was zum Bischpüu z Dütschland einisch «Würstchenbude» oder bi üs «Imbiss-Kiosk» oder «Verpflegigsstang» het gheisse, chame hütt aues eifach unger em Sammubegriff «Take-away» zämefasse.

I ha ne Kolleg, wo behouptet, dä Kafi sig gar nid vo Togo.

E chliini Konfusion han i jetz höchschtens no mit däm Kafi us Afrika. Früecher han i gäng gmeint gha, Kafibohne chieme houptsächlech vo Kolumbien oder vo Brasilien oder süsch alefaus vo Äthiopie. I ha kei Ahnig gha, dass ds chliine weschtafrikanische Land Togo der ganz Kafi für d Schwiz produziert. Wenn i dür irgend e Bahnhof oder dür irgend en Innestadt loufe, de biete si mer überau nume no Kafi vo Togo aa. Togo isch es Land mit 39 exischtierende Sproche und unzählige ethnische Gruppe. Auso e so genannte Vüuvöukerstaat. Z Togo produziere si vüu Maniok, Meis, Hirsen und Ärdnüssli, aber bi üs ir Schwiz kennt me fasch nume der Kafi. Wo me häreluegt, heissts immer «Coffee Togo».

I ha ne Kolleg, wo behouptet, dä Kafi sig gar nid vo Togo. Togo müess me usenang nä, de heissis uf Änglisch «To go», was übersetzt öppe «zum Mitnehmen» heissi. Aber i ha däm Kolleg gseit, das chöng ünmöglech stimme. Der Kafi müess vo Togo si. Wenn i nämlech öppis begriffe heig, de sigs, dass «zum Mitnehmen» hüttzutags «Take-away» heisst.

Ussert es heig scho wider gwächslet und i heigs nid mitübercho.

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