Familiensache auf dem Foxtrail in Basel Nur für schlaue Füchse

So macht Entdecken tierisch Spass: Auf dem Foxtrail lässt sich Familie Kennel durch Basel führen und sieht die altbekannte Stadt von einer völlig neuen Seite: Wiese statt Rhein und Bäume statt Pharmatürme.

Möchte man eine Stadt oder Region neu entdecken, hat man mehrere Möglichkeiten: auf eigene Faust losziehen, eine Führung buchen – oder etwas zwischendrin machen: den Foxtrail. Das ist ein relativ junger Team-Spasssport, bei dem es gilt, unter Mithilfe von allen Sinnen und ein wenig Cleverness ein neues Gebiet zu entdecken.

Das Angebot besteht für 45 verschiedene Trails in neun Schweizer Städten und drei Schlössern. Und am Anfang des Magenta-Trails am SBB-Bahnhof Basel steht nun die Familie Kennel aus Witterswil SO. Die Startinfo, formuliert im Schatzkarten-Jargon, verrät noch nicht viel: Es gilt, eine Telefonzelle bei Gleis 4 zu finden. Yarina, 11, und Lian, 8, machen sich auf die Suche, ihre Eltern laufen ihnen eilig nach.

Shorttrails und Longtrails

Die Kennels sind keine waschechten Nordwestschweizer. Raphael stammt aus dem Aargau, Sandra aus der Ostschweiz. Ihre Kinder sind jedoch hier aufgewachsen, und wenns um Beruf und Freizeitgestaltung geht, ist die Familie eher Basel-orientiert. Umso spannender findet sie es nun, «ihre» Stadt von einer neuen Seite kennenzulernen. Von einer, die weder den Roche-Turm noch das Münster beinhaltet. Der Magenta-Trail zeigt die Rhein-Stadt von einer ganz grünen, naturnahen Seite.

Das wird den Kennels spätestens klar, als die Fährte des Fuchses sie zum Eglisee und ab da quer durch den Wald führt. Zwar gibts auf der Homepage des Foxtrails eine Anzeige, wie «grün» der Ausflug wird – die haben sie jedoch überlesen. «Wir wählten diese Tour aufgrund ihrer Länge aus.» Die sogenannten Shorttrails wie der Magenta sind in 2 bis 2,5 Stunden zu schaffen. Die Longtrails können bis zu 5 Stunden dauern. Dabei gehts jedoch nicht darum, innert einer bestimmten Zeit am Ziel zu sein. Es handle sich explizit nicht um einen Wettbewerb und auch nicht um Leistungssport, sagen die Veranstalter.

Dennoch haben die Kennels bei Posten Nummer 6 bereits knapp 5000 Schritte zurückgelegt, die ihr iPhone emsig aufgezeichnet hat. Die Fährte des Fuchses hat sie ins grüne Abseits der Stadt geschickt. Es gilt, die richtige Strassenlaterne anhand ihrer Nummerierung zu finden, im Wald einen Turm zu besteigen und jetzt eine Wiese zu finden … nur leider wächst kein Gras weit und breit. Wie weiter? Sandra studiert die ausgedruckten Startunterlagen. Die Kinder rätseln über den Formulierungen auf den Hinweisschildern. Da hört Raphael plötzlich ein Plätschern. «Natürlich, der Fluss Wiese ist gemeint!» Gleich hinter einer Wegbiegung liegt das Nebengewässer des Rheins.

Weiter gehts in den Tierpark Lange Erlen, wo grad kleine Wollschweinchen zur Welt gekommen sind. Lian zückt seine Kamera und kommt vom Fotografieren fast nicht mehr los. «Komm jetzt», ermahnt ihn seine Schwester, «sonst kommen wir nie ans Ziel.»

In einem Morgen die Umgebung erkundet

Wer einmal aus rätseltechnischen Gründen nicht weiterweiss, dem steht eine Helpline zur Verfügung. «Wir mussten sie einmal in Luzern anrufen, als wir uns völlig verlaufen haben», sagt Sandra. Heute geht alles glatt. Ausgerechnet das schwierigste Rätsel lösen die Kleinsten der Familie. An dieser Stelle sei jedoch nicht verraten, worum es geht, sonst ist der Spass verdorben.

Als das iPhone 8900 Schritte gezählt und die Familie zumindest eines der Wahrzeichen der Stadt, den Rhein, doch noch zu Gesicht bekommen hat, erreichen die vier pünktlich zum Mittagessen ihr Ziel.

Lust auf Abenteuer? Bewerben Sie sich für einen Familienausflug per E-Mail auf: familie@schweizerillustrierte.ch

Im Dossier: Weitere Ausflugsideen für Familien

Auch interessant