Manorexie «Hunger Games»-Star Sam Claflin spricht über männliche Magersucht

Lady Gaga, Jessica Alba oder Kate Winslet - sie alle haben zugegeben, dass sie an einer Essstörung litten. Unter männlichen Stars taucht dieses Thema höchst selten auf. Jetzt gibt der Schauspieler Sam Claflin zu, dass ihm seine Frau unterstellt, «manorektisch» zu sein. Doch was bedeutet der Ausdruck eigentlich?
Sam Claflins
© Dukas

Leidet Sam Claflin an einer Essstörung? Er findet sich zu dick und will aussehen wie Ryan Gossling an.

Im zweiten Teil des Hollywood-Streifens «The Hunger Games» spielt Sam Claflin, 27, den gutgebauten Surferboy Finnick Odair - eine Rolle, die ihn garantiert zum nächsten Mädchenschwarm machen wird. Auch wenn ihm dann die Herzen zufliegen, plagen den Schauspieler gehörige Komplexe. Seine Ehefrau macht sich offenbar ernsthaft Sorgen, wie er im Interview mit der britischen «Elle» verrät: «Meine Frau nennt mich manorektisch. Ich habe ernsthafte Probleme, glaub ich.» Er werde immer dünner, obwohl er glaube, das Gegenteil sei der Fall. Am Strand lasse er das T-Shirt an, weil er sich unsicher in seinem Körper fühle.

In der Medizin gibts den Begriff offiziell nicht. Manorexia ist eine Wortschöpfung und soll nichts anderes heissen als Anorexia nervosa, also Magersucht - ausser eben, dass es sich hierbei um die «männliche» Form handelt. Die Leiterin des Kompetenz-Zentrums für Essstörungen und Adipositas in Zürich, Erika Toman, sagt: «Einer von zehn Magersüchtigen ist männlich.» Das lasse sich zum Teil dadurch erklären, dass Frauen mehr unter sozialem Druck bezüglich Schlankheit stehen und dazu neigen, das Bedürfnis nach Kontrolle am eigenem Körper auszuleben. Zudem arbeiten sie häufiger in sogenannten Risikoberufen - wie etwa als Balletttänzerin oder als Model. Doch genau wie bei Frauen ist auch bei Männern das Hauptmerkmal starkes Untergewicht und Perfektionismus. Magersucht ist eine sehr sichtbare Krankheit. «Die Angst vor Fett ist bei beiden Geschlechter gleich ausgeprägt, und sie haben oft zusätzlich einen überdurchschnittlich hohen sportlichen Ehrgeiz», sagt Psychologin Toman.

Schauspieler Sam Claflin hat ein Ideal, wie er aussehen möchte. «Man will wie Ryan Gosling mit dem perfekten Six-Pack sein», sagt er. Er mache sich denn auch viel aus der Meinung anderer - wobei der soziale Druck bei Männern weniger häufig zur Magersucht führt als bei Frauen. Ob er den Fans gut genug ist für die Rolle des Finnick Odair, wollte er auf sozialen Plattformen nachprüfen. «Als ich die Rolle bekam, interessierten mich die Reaktionen. Ich bin auf Twitter, und die Leute haben mir Mitteilungen geschickt. Die einen waren weniger brutal als die anderen.» 

Männer gestehen sich selten ein, ein Problem zu haben, für das sie professionelle Hilfe benötigen. «Männer warten länger als Frauen bis sie sich für eine Therapie entscheiden», sagt Expertin Toman. Doch sowohl bei Frauen als auch bei Männern gilt: Anorexie kann tödlich enden.

Der «The Hunger Games»-Schauspieler Sam Claflin ist nicht der einzige, der vermutlich an einer Essstörung leidet. Es gibt eine Handvoll Künstler, bei denen man sich fragt: Sind sie magersüchtig oder einfach nur dünn? Sehen Sies in der Bildergalerie:

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