Drogen, Sextoys und ganz viel Prunk Das läuft auf den Jachten der Superreichen ab

Sie ankern wieder vor St. Tropez, Monaco und anderen Nobel-Ferienorten und beherbergen die Reichsten der Reichen: die Superjachten. Was auf Deck passiert und welche extravaganten und mitunter schrägen Vorlieben die Besitzer haben, verraten jetzt Angestellte von Luxusdampfern. 

Zehn Jahre lang arbeitete Pete als Koch auf einer Superjacht - dabei hat er genug kuriose Geschichten seiner Kunden mitbekommen. In der «Daily Mail» berichten er, Kochkollege Bob, Kapitän Ben und Crewmitglied Frances offen über ihre Erfahrungen mit den schwerreichen Jachtbesitzern. Wir fassen ihre Erlebnisse und Fakten zusammen.

DREI SAUDIS UND IHRE PROSTITUIERTEN
Rund 760'000 Franken liessen sich drei saudische Royals ihren Jacht-Trip vor Ibiza in der Woche kosten. Genauso dekadent war ihr Ferienprogramm: Sorgfältig wählten sie Prostituierte aus einer Hafenkneipe aus, Dealer lieferten ihnen Ecstasy, Ärzte Viagra und Designer brachten Klamotten vorbei.

DIE SCHLIMMSTEN KUNDEN
Koch Pete hat seine Lieblinge: «Ich habe Dinge gesehen, die würden Sie nicht glauben. Die meisten Gäste und Besitzer sind normale Familien, gute Leute. Aber die Araber sind schlecht, sie sind die schlechtesten», sagt er. Russen und Araber mögen grundsätzlich formelleren Service, während Europäer als freundlicher gelten. Crew-Mitgelied Frances bevorzugt Ersteres: «Die Grenzen sind klarer als bei den europäischen Gästen, die nett sind.» Koch Ben findet das Benehmen araberischer Royals noch schlimmer als das der Russen. «Wenn Prinz Charles sich so verhalten würde, wären die Briten sehr aufgebracht.»

DER KAPITÄN, DER KEINER IST
Der Grund, warum die Reichen so viel Geld in ihre Ferien stecken: «Wer so erfolgreich ist, kann nicht riskieren, dass die zwei Wochen Auszeit etwas anderes als perfekt sind», sagt Jacht-Kapitän Ben, der für einen Schweizer Millionär arbeitet. Nur noch fünf Prozent seines Jobs bestehe deshalb aus Schifffahren. «Der Rest dreht sich darum, das Boot wie ein Sieben-Sterne-Boutique-Hotel zu betreiben.»

EIN TEURER SPASS
Wer das Schiff von Bens Chef haben will, zahlt ein Minimum von 304'000 Franken in der Woche. Benzin, Essen oder Wein ist da noch nicht inbegriffen. Für die grössten Jachten zahlt man gut und gerne 1.5 Millionen Franken wöchentlich.

EIN SCHWIMMENDES SCHLARAFFENLAND
Der Koch von Bens Schiff kann jede Köstlichkeit zu jeder Tages- oder Nachtzeit autischen. Vom Speck-Sandwich bis zum Trüffel-Brie - wenn gewünscht unter der Glaskuppel serviert. Leute, die derart reich sind, kennen das Wort «Nein» schlicht nicht.

SEX AUF DEM SCHIFF
Auch wenn Diskretion zum Arbeitsvertrag gehört - einige lustige oder heisse Geschichten kommen trotzdem immer ans Licht. Bei einer Mexikanerin zum Beispiel musste sich die gutaussehende, ausschliesslich männliche Crew jeweils auch um deren intimen Bedürfnisse kümmern. Auf einem anderen Boot mussten die Stewardessen morgens die Sexspielzeuge aufräumen, die herumlagen.

DER PLACE TO BE
Die High-Season der Jacht-Reisenden startet mit dem Grand Prix von Monaco und den Filmfestspielen in Cannes im Mai. Im August strömen die Russen nach Porto Cervo in Italien. Wer da nicht auftaucht, hat Geldprobleme oder ist tot, heisst es.

DIE GEHEIMEN GEHÄLTER
Auch wenn die Angestellten einer Jacht so einiges erdulden müssen: Die Lebenskosten während dieser Zeit sind tief und der Lohn gut. Der Verdienst startet bei 2100 Franken im Monat für einen Deckshelfer, ein Kapitän kann bis zu 162'000 Franken jährlich einstecken. Und dann gibts ja auch noch die speziellen Goodies: Ein Araber gab jedem seiner Angestellten Ende der Saison einen neuen Mercedes als Trinkgeld.

DAS KLEINE JACHTEN-ABC
Slutty: Eine Jacht, die an megareiche, feiernde Typen oder an millionenschwere Hooligans mit schlechtem Benehmen vermietet ist.
Models: Nicht etwa Kundinnen wie Cindy Crawford oder Claudia Schiffer. Unter Jacht-Angestellten werden so die Prostituierten genannt.
Stink Pod: eine Motor-Jacht.
Stewardess: Die Frau, die im Service-Bereich arbeitet. Sie muss Drinks servieren können, Kleider bügeln, putzen, muss charmant sein, ruhig, unsichtbar und normalwerweise hübsch. Nennen Sie sie niemals Kellnerin!
The Milk Run: Ein 48 Kilometer lange Hafenstrecke an der Küste Frankreichs, zwischen St. Tropez und Monte Carlo. Das Paradies der Gaffer.
Toys: Kletterwände, aufblasbare Doghnuts oder Bananen, Trampoline, Jet Skis, kleine Bote, Wassermotorräder, Tauchutensilien etc.
Lazarette: Der Ort, wo alle Spielzeuge aufbewahrt werden.

Sehen Sie in der Bildergalerie die Top 5 der Superjachten.

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