Wegen heftigem Streit auf Facebook Junge SVP überlegt sich rechtliche Schritte gegen Knackeboul

Nach den Anschlägen in Spanien postet Nils Fiechter, Co-Präsident der Jungen SVP Bern, auf Social Media Bilder von toten Kindern. Musiker Knackeboul schiesst daraufhin scharf gegen die Junge SVP. Nun drohen die Jungpolitiker mit Konsequenzen.
Nils Fiechter Knackeboul
© nilsfiechter.ch / Keystone

Nils Fiechter, Co-Präsident der Jungen SVP Kanton Bern (l.), bringt Rapper Knackeboul in Rage.

Gestern Donnerstag rast ein Lieferwagen in Bacelona in Passanten. 14 Menschen sterben und mehr als hundert werden verletzt. In den sozialen Medien zeigen sich viele betroffen.

Auch der Co-Präsident der Jungen SVP Bern, Nils Fiechter, 21, meldet sich am nächsten Tag auf Facebook. In einem Post zeigt er zwei Bilder von toten Buben. Eins zeigt den toten dreijährigen Aylan Kurdi am türkischen Strand aus dem Jahr 2015. Das andere ist laut Fiechter eins der Opfer in Barcelona. Dazu schreibt der Jungpolitiker, dass die zwei toten Buben ein «Sinnbild einer verfehlten Asylpolitik» seien.

Für einige Facebook-Nutzer zu viel: Sie empören sich über die Bilder der toten Jungen. Unter dem Post von Nils Fiechter stehen Kommentare, wie «Tragisch wie unsere Rechten solche Tragödien für Politik missbrauchen» oder «Herr Fiechter, löschen Sie dieses Bilder. Sie für politische Propaganda zu missbrauchen, ist widerlich.»

Auch der Musiker Knackeboul regt sich über diesen Post mächtig auf. Auf seiner Seite postet er ein Statement, in dem er die Junge SVP beschimpft und verurteilt. Dazu schreibt der 35-Jährige, der mit bürgerlichem Namen David Kohler heisst, dass er selbst in die Politik gehen werde, um gegen Rechte zu kämpfen. Dafür wählt der Rapper drastische Worte.

Darauf reagiert die Junge SVP Schweiz:

An einer anderen Stelle kommentiert die Jungpartei: «Diese Wortwahl ist verantwortungslos für jemanden der von einigen Jungen als Vorbild gesehen wird und hat mit Politik schon gar nichts zu tun.»

Mit seinem Post habe Knackeboul eine Grenze überschritten, sagt JSVPler Nils Fiechter zu SI online. «Wir überlegen uns rechtliche Schritte.» Der Post-Inhalt könnte allenfalls als Drohung oder Ehrverletzung verstanden werden, was strafbar wäre. «Knackeboul geht es nur darum, die Junge SVP anzugreifen», so der Jungpolitiker.

Dass sein Post geschmacklos sein könnte, findet der Politiker nicht: «Ich kann noch immer hinter diesem Post stehen. Als die Medien monatelang das Bild des toten Aylan gezeigt haben, hat auch niemand aufgeschrien.»

Knackeboul war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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