Neue Technik Baby trotz Menopause?

Es gibt Frauen, die schon um mit 30 in die Menopause kommen oder aus anderen Gründen unfruchtbar werden. Für diese Fälle gibt es nun eine neue Technik: Ihre Eierstöcke werden entfernt und künstlich wieder «belebt». Die Methode ist umstritten: Sie bringt auch Damen älteren Semesters auf die Idee, ihre Eierstöcke zu reaktivieren.
Schwangerschaft in hohem Alter
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Frauen, die unter einer verfrühten Menopause leiden, dürfen wieder Hoffnung schöpfen, schwanger zu werden. Besteht nun die Gefahr, dass auch Frauen ab fünfzig plötzlich wieder Babys haben möchten?

Die berühmte biologische Uhr läuft bei einigen Frauen schneller ab als bei anderen. Dann, wenn die Menopause verfrüht einsetzt. Es kann vorkommen, dass bereits im 30. Lebensjahr die Wechseljahre beginnen. Aus der Traum mit der eigenen Familie? Nicht unbedingt! In der St. Marianna University School of Medicine in Japan wurde jetzt ein neues Verfahren entwickelt, das Abhilfe schaffen soll.

Die Eierstöcke werden entfernt und einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzogen. Danach wird die Entwicklung der Eizellen mit Hilfe einer Chemikalie gefördert und die reaktivierten Gewebeteile bei der Frau wieder eingesetzt - in Kombination mit einer Hormontherapie. Bei 8 der 27 Frauen hätten sich danach die Follikel angefangen zu entwickeln, heisst es gemäss Universität.

Ein Meilenstein in der Medizingeschichte? Der Zürcher Gynäkologe Ossi R. Köchli verneint. «In solchen Fällen hat man es bisher auch mit einer hormonellen Behandlung versucht. Und die künstliche Befruchtung ist ja auch eine Option», sagt er. Natürlich sei es «besonders tragisch, wenn eine junge Frau von einer verfrühten Menopause betroffen» sei. Aber: Oft komme das sogenannte «Klimakterium Präcox» nicht vor.

Aaron Hsueh von der Stanford University hingegen ist vollends vom neuen Verfahren überzeugt. Auch wenn es noch verbesserungswürdig sei. Er gehe davon aus, dass künftig 25 bis 30 Prozent der Frauen geholfen werden könne. Und auch bei zwei weiteren Formen von Unfruchtbarkeit solle die Behandlung helfen. «Bei Frauen, die nach einer Krebserkrankung entweder eine Chemotherapie oder eine Strahlenbehandlung erhalten haben und bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren deren Zyklus unregelmässig ist.»

Bei Frauen, die schon sehr früh und unerwartet eine Menopause erleben, könnte diese Behandlung also durchaus eine Option sein. Wie sieht es aber nun mit älteren Frauen aus, die gerne noch Kinder möchten? Josephine Quintavalle von der «Comment on Reproductive Ethics» hat eine klare Meinung dazu. Solche wissenschaftlichen Durchbrüche dürften nicht missbraucht werden dürfen. «Man darf der Weisheit der Natur nicht den Rücken kehren. Frauen sollten erkennen, dass sie nicht einfach das Recht auf ein Kind haben, egal wie alt sie sind.»

Sollten Frauen älteren Semesters auch die Möglichkeit bekommen, ihre natürliche Menopause zu übergehen? Oder ist das ethisch nicht vertretbar? Ihre Meinung interessiert uns -diskutieren Sie mit im untenstehenden Kommentarfeld!

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