Sascha Carlin Nach dem Tod ins Museum

Der Zuchwiler Sascha Carlin erklärt exklusiv, warum er in Gunther von Hagens Gruselshow «Körperwelten» als präparierte Leiche um die Welt reisen will.
Körperspender Sascha Carlin bekam als Dankeschön den Katalog zur Ausstellung geschenkt.
Körperspender Sascha Carlin bekam als Dankeschön den Katalog zur Ausstellung geschenkt.

28 Millionen Menschen sahen weltweit die Anatomie-Schau «Körperwelten». Auch Sascha Carlin aus Zuchwil SO war begeistert von der Ausstellung, die noch bis 28. Februar 2010 im Zürcher «Puls 5» gastiert. Der 21-Jährige ist der jüngste Körperspender der Schweiz. Er will als einziger nicht anonym bleiben! Vor einem Monat entschied sich der Altenpfleger und gelernte Lastwagenmechaniker, seinen Körper nach dem Tod Gunther von Hagens zu vermachen. Den Körperspender-Ausweis trägt er immer auf sich.

Herr Carlin, Sie sind erst 21 Jahre alt und planen bereits Ihren eigenen Tod
Es kann sein, dass ich mit 97 noch topfit bin. Es kann aber auch sein, dass mir morgen schon etwas zustösst. Es ist nie zu früh, sich damit zu befassen.

Wann kam Ihnen die Idee, Körperspender zu werden?
Ich erfuhr bei der Arbeit von «Körperwelten» und dass die Ausstellung «Der Zyklus des Lebens» in Zürich gastiert. Im Internet habe ich alles darüber gelesen! Schnell war klar, dass ich meinen Körper spenden werde. Die Ausstellung besuchte ich erst später, Anfang November.

Andere werden nach Ihrem Ableben kremiert oder beerdigt. Sie reisen als Plastinat vielleicht um die Welt und werden starr lächelnd in Shows gezeigt.
Die Ausstellung ist wissenschaftlich gut gemacht. Damit sie weiterexistiert, braucht es neue Körper. Ich kann mir Sinnvolleres vorstellen, als vergraben oder verbrannt zu werden. Bei einer anderen Organisation bin ich übrigens Organspender. Bei einem Todesfall werden erst die Organe entnommen, danach geht das, was von meinem Körper übrig ist, ans Institut für Plastination nach Heidelberg (D).

Können Sie vom Vertrag zurücktreten?
Man kann immer zurücktreten. Doch ich bin mir meiner Sache sicher, habe keine Bedenken.

Das ganze Interview und was «Dr. Tod» Gunther von Hagens zur Körperspende sagt, lesen Sie in der Schweizer Illustrierten Nr. 48.

Auch interessant