Afrika: Sansibar Eine Insel mit Vergangenheit

Eine zauberhafte orientalische Altstadt, exotisch gewürzte Gerichte, traumhafte Strände am Indischen Ozean – Sansibar bietet Kurzweil und Erholung.
Altstadt: Die Händler kommen von der ganzen Insel, um ihre Ware feilzubieten.
Altstadt: Die Händler kommen von der ganzen Insel, um ihre Ware feilzubieten.

Auf der staubigen Mizingani Road, der Hafenpromenade von Stone Town spielen ein paar Buben Fussball. Das tat vor gut 50 Jahren auch der kleine Faroukh Bulsara. Wegen ihm kommen heute noch Tag für Tag Reisende ins «Mercury’s» an dieser Strasse und stossen auf den legendären Queen-Sänger an. Faroukh alias Freddie Mercury verbrachte als Sohn eines indischen Kolonialbeamten seine Kindheit in der Altstadt.

Im alten Hafen des geschichtsträchtigen Ortes legten über Jahrhunderte die schnellen Dhau-Segelschiffe an, die mit den Monsunwinden Gewürze, Gold und Elfenbein aus Afrika nach Arabien und Indien transportierten und von dort kostbare Schätze zurückbrachten. So siedelten sich reiche Händler auf Sansibar an. Die Sultane von Oman kontrollierten 300 Jahre lang die ganze Küste und liessen auf der Insel prunkvolle Häuser und Paläste im arabischen Stil mit reich geschnitzten Holzgalerien und schweren Holztüren errichten. Unzählige Moscheen und Tempel zeugen noch heute vom Reichtum ihrer Bewohner.

Auch wenn die einstige Pracht bröckelt, wirkt der orientalische Zauber immer noch nach im engen Gassenlabyrinth von Stone Town. Frauen in langen Gewändern eilen vom Markt nach Hause, Händler halten ihre Ware feil. Aus den Häusern dringen aromatische Düfte, die Küche ist einfach, aber fantasievoll gewürzt. Am alten Hafen ist die Zeit stehen geblieben. Immer noch bringen Dhaus die Waren. Auf- und abgeladen wird wie eh und je von Hand.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Stone Town der Hauptumschlagplatz für Sklaven aus Afrika. Da Sansibar und die Nachbarinsel Pemba lange Zeit die grössten Nelkenproduzenten waren, arbeiteten damals viele Sklaven auf den Plantagen. Auch Pfeffer, Zimt, Vanille und Kardamom wachsen hier. Mit Gewürztouren lockt man denn auch die Touristen aus ihren komfortablen Resorts an der Ostküste. Zwar bräuchte man unter den leise rauschenden Kokospalmen mit traumhaftem Blick auf den türkisfarbenen Indischen Ozean keine Abwechslung. Doch Sansibar-Ferien ohne Stone Town und Gewürze – das wäre wie Queen ohne Freddie Mercury.

Check-in

  • Anreise Mit Swiss nach Daressalam, weiter mehrmals täglich z. B. mit Zan Air oder Coastal Aviation nach Sansibar
  • Restaurants «Tower Top» in der Altstadt, reservieren (Tel. 423266). «Monsoon», in der Altstadt, gute Küche
  • Hotel «Karafuu Beach». Schöne Cottages am weissen Traumstrand. DZ/HP ab 159 Franken p. P.
  • Safari Die Reise lässt sich gut mit einer Safari im nahe gelegenen Tansania verbinden (Serengeti, Ngorongoro). Infos www.hotelplan.ch.

 

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