Sommerserie: 26 Stars, 26 Kantone, 26 Lieblingsorte Mit Nina Christen auf urchiger Bähnli-Safari

Für die Bergbauern sind sie Transportmittel, für die Touristen Attraktion: die Bauernbähnchen. Gewehrschützin Nina Christen, 23, zeigt die «Buiräbähnli-Safari» in ihrer Nidwaldner Heimat und wird dabei selber überrascht.

Bahnstation Nechimatt, Wolfenschiessen. Bevor das Seilbähnli zum Einsatz kommt, muss Nina Christen das Telefon bedienen. «Die Modernität hat Einzug gehalten», ruft die Gewehrschützin und Olympia-Sechste von Rio fast ein wenig enttäuscht, dass hier kein Kurbeltelefon mehr hängt. Und auch bedienen kann man das Bähnli heute selber.

Nina Christen Sommerserie 2017
© Fabienne Bühler

Heimatgefühle: Nina Christen geniesst den Blick aufs Stanserhorn.

Nidwalden hat die höchste Seilbahndichte der Welt. Über 26 der 40 Bahnen sind sogenannte Buiräbähnli, die die Bergbauern privat betreiben und für den Transport von Post, Waren und Personen nutzen. Abwechselnd Wandern und Bähnlifahren – das ist die «Buiräbähnli-Safari». Ohne Raubtiere, dafür mit Schmetterlingen, Murmeltieren und farbenprächtiger Flora.

Christen und ihre Freundin Sunita Abplanalp steigen ins Gondeli. Mit knapp 500 Metern Höhenunterschied auf einen Kilometer Länge ist die Fahrt nichts für Zartbesaitete. Christen nimmts gelassen. «Das da drüben mit dem Schnee auf der Spitze ist der Titlis und dort auf der Grenze zu Uri der Brisen», sagt sie und zeigt, dass sie sich hier auskennt.

Nina Christen Sommerserie 2017
© Fabienne Bühler

Und Tschüss! Nina Christen (l.) und Sunita Abplanalp auf der Talfahrt von Unter Schwändli nach Wiesenberg.

Heute ist die Wolfenschiesserin nicht mehr oft zu Hause. Wenn sie nicht für Wettkämpfe um die Welt reist, lebt und trainiert sie im Leistungszentrum in Magglingen. Dort kann sie auch dank der Anstellung als Zeitsoldatin der Schweizer Armee als Profi leben. Trotzdem ist sie in ihrer Heimatregion stark verwurzelt. Den weissen Doppelschlüssel auf rotem Grund trägt sie auf der Brust, und auch durch ihre langen Fingernägel in den Kantonsfarben verleiht sie ihrer Heimatliebe Ausdruck. «Und Nina ist bilingue, sie spricht Schweizer- und Nidwaldner Deutsch», scherzt ihre Freundin.

Nina Christen Sommerserie 2017 Fleisch und Käse Platte
© Fabienne Bühler

Zur Stärkung gibts Regionales: Beckenrieder Orangenmost, Fleisch und Käse.

Nach zwei Bähnlifahrten, einer 40-minütigen Wanderung und einem Halt im Bergrestaurant Gummenalp gehts auf die Rückfahrt. Da kommt Christen doch noch in den Genuss des Kurbeltelefons. «Guätag, sindr nu am Häywä odär wurdidär eys abbälah?», fragt sie den Bauern am anderen Ende der Leitung. Dieser ist zwar am Heuen, trotzdem bedient er sein Bähnli. So kann Christen Kräfte sparen – für die EM Ende Juli in Aserbaidschan.

Buiräbähnli-Safari: Eine Fahrt kostet 5 bis 6 Franken. Mehr Infos unter: www.nidwalden.com/de/bergbahnen

Drei Tipps von Nina Christen zum Kanton Nidwalden

Im Dossier: Weitere Prominente und ihre Lieblingsorte in der Sommerserie von SI online

Auch interessant