Sommerserie: 26 Stars, 26 Kantone, 26 Lieblingsorte Im Tessin mit «La Zucchina» Julia Tobler

In der Sommerserie der «Schweizer Illustrierten» nehmen uns Schweizer Prominente mit an ihren Lieblingsort. Mit nur 23 Jahren ist Julia Tobler die jüngste Hoteldirektorin eines Vier-Sterne-Hotels in der Schweiz. Zeit für einen Ausflug bleibt da wenig – aber wenn der Papi ruft, kann Julia nicht Nein sagen.
Julia Tobler
© Joseph Khakshouri

Was musste sich Julia Tobler, 23, nicht alles anhören: «Du bist in zwei Jahren pleite.» Und: «Das kann die doch nicht.» Im Tessin wird mit harten Bandagen gekämpft. Doch das motiviert die jüngste Hoteldirektorin der Schweiz nur noch mehr.

Anfang Jahr übernahm sie das Vier-Sterne-Hotel Tobler in Ascona von ihren Eltern und führt es nun in der vierten Generation weiter. «Ich machte schon mit 14 die Buchhaltung.» Für sie ist die Hotellerie ein Traumberuf.

Julia Tobler
© Joseph Khakshouri

Gastgeberin: Hotelchefin Julia Tobler auf der Frühstücksterrasse mit Blick auf den Lago Maggiore.

Ihr Vater machte früher mit den Gästen oft private Ausflüge. «Keiner kennt das Tessin so gut wie er.» Deshalb begleitet Walter Tobler, 73, seine Tochter auch heute ins Verzascatal. Auf dem Weg vorbei an der Staumauer, die mit 220 Meter zu den höchsten der Welt gehört.

Bungeejumping ist ihr zu riskant

Wer den besonderen Adrenalinkick braucht, kann sich hier wie einst James Bond in «Goldeneye» mit einem Bungeesprung in die Tiefe stürzen. «Ich kann es mir nicht leisten, so ein Risiko einzugehen», sagt Julia Tobler. 

Julia Tobler und Walter
© Joseph Khakshouri

Starke Bande: Vater Walter Tobler erklärt Julia, wo früher Gletscher war.

Viel lieber legt sie sich weiter hinten im Tal auf die Granitsteine und geniesst den Blick auf die Römerbrücke und das türkisgrüne Wasser. Ihr Vater erklärt ihr dann, wie sich seit Tausenden von Jahren das Gletscherwasser seinen Weg ins Tal sucht. «Mein Papi ist mein bester Freund», schwärmt die im Tessin aufgewachsene junge Frau. «Trotzdem nennen mich hier alle la Zucchina. So heissen im Tessin Deutschschweizer.» Aber ein Leben auf der Nordseite des Gotthards kommt für sie nicht infrage. «Ich habe die Hotelfachschule in Zürich besucht und in einem Restaurant in Graubünden meine Sporen abverdient, das genügt.»

16-Stunden-Tage sind normal

Seit zwei Jahren lebt Julia Tobler mit einem Tessiner Ingenieur zusammen. Sie ist froh, dass ihr Schatz nicht im selben Metier tätig ist. «Das käme nicht gut, meine Arbeit steht für mich immer an erster Stelle.» So etwas wie eine Fünf-Tage-Woche kennt sie nicht. 16-Stunden-Tage sind während der Saison normal. Frei nimmt sie dann, wenn es keine Gäste hat.

Doch zum Glück laufen die Geschäfte gut. «Wir sind den ganzen Sommer über fast ausgebucht», sagt sie nicht ohne Stolz. Aber sie will sich nicht auf dem Erfolg ausruhen und macht in den Wintermonaten noch eine Weiterbildung zur diplomierten Betriebswirtschafterin. Mächtig stolz ist auch ihr Vater. «Julia macht ihren Job nicht nur gut. Sie macht ihn besser als ich – mit dem feinen Gespür einer Frau!»

Drei Tipps von Julia Tobler zum Kanton Tessin

Im Dossier: Weitere Prominente und ihre Lieblingsorte in der Sommerserie von SI online

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