1. Home
  2. News
  3. Damit hat Hartmut Engler seine Freundin Katrin zu Tränen gerührt

Pur-Frontmann im Interview

Damit hat Hartmut Engler seine Freundin Katrin zu Tränen gerührt

Pur-Frontmann Hartmut Engler hat mit seiner Partnerin Katrin längst das grosse Glück gefunden. Mit einer Aktion hat er seine Verlobte jetzt zu Tränen gerührt, wie der 60-Jährige erzählt.

Teilen

Merken

Kommentare

Artikel teilen

Pur-Sänger Hartmut Engler ist seit 2010 mit seiner Partnerin Katrin verlobt.
Pur-Sänger Hartmut Engler ist seit 2010 mit seiner Partnerin Katrin verlobt. Carsten Klick

Die Band Pur veröffentlicht am Freitag (4. November) ihr 17. Studioalbum «Persönlich». Darauf ist ein Song zu finden, der für Frontmann Hartmut Engler (60) eine ganz besondere Bedeutung hat - es ist ein Liebeslied für seine Partnerin Katrin. «Sie wusste erst nichts davon», verrät der 60-Jährige. Nur per Zufall habe seine Freundin, mit der er seit 2010 auch verlobt ist, von dem Song erfahren. Wie sie schliesslich darauf reagiert hat und wie Engler seinen Mut in den aktuell schwierigen Zeiten nicht verliert, erzählt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Pur hat sich schon immer politisch und gesellschaftlich klar positioniert. Da ist man unweigerlich mit Gegenwind konfrontiert. Wie gehen Sie damit um?

Hartmut Engler: Wir sind von Shitstorms weitestgehend verschont geblieben. Nur bei einem Interview zu meinem 60. Geburtstag gab es Gegenwind. Darin habe ich mich klar gegen Menschen positioniert, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Danach wurde ich im Internet beleidigt. Ich habe mir die Mühe gemacht und diese Nachrichten beantwortet. Ich wollte einfach sehen, wie diese Leute reagieren. Ich habe sie angeschrieben und versucht, mit ihnen zu diskutieren. Als die Antworten kamen, habe ich es allerdings eingestellt. Denn von Beleidigung bis Drohungen war alles dabei.

Auf Ihrem neuen Album «Persönlich» thematisieren Sie auch den Krieg in der Ukraine.

Engler: Mitten in der Produktion des Albums marschierte die russische Armee in die Ukraine ein. Da wusste ich nicht, wie es mit dem Leben weitergeht. Ich hatte Angst, wie alle anderen auch. Doch ein paar Wochen später habe ich festgestellt, dass die Sonne trotzdem morgens aufgeht. Dass es immer noch kleine Momente gibt, die man trotz der Angst schön finden kann. So ist der Titel «Ein gutes Morgen» entstanden. Ich will den Menschen mit dem Song Mut machen und sie nicht in eine Depression stürzen.

Ob der Krieg in der Ukraine oder die Energiekrise. Haben Sie manchmal Angst, wie es weitergeht? Wie behalten Sie Mut in diesen Zeiten?

Engler: Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder man versinkt in Angst oder man denkt sich, vielleicht kommt es irgendwann dicke, aber bis dahin möchte ich gelebt haben. Man sollte versuchen, alles an guten Erfahrungen und schönen Momenten zu geniessen, was sich einem bietet.

Aber jetzt zu schöneren Dingen: Sie haben Ihrer Partnerin Katrin ein Liebeslied gewidmet. Wie hat Sie darauf reagiert?

Engler: Sie wusste erst nichts davon. Ich habe in meiner Holzhütte gearbeitet und sie kam kurz vorbei, um mir Bescheid zu sagen, dass sie Einkaufen geht. In diesem Moment habe ich gerade den Song in mein Handy eingesungen. Sie blieb stehen, hat sich den ersten Vers sowie Refrain angehört und hatte feuchte Augen. Dann meinte sie, sie wolle den Song erst wieder hören, wenn er ganz fertig ist. Es war ein Erfolg auf ganzer Linie.

Schon seit 40 Jahren gibt es die Band Pur. Wie blicken Sie auf die Jahre zurück?

Engler: Beruflich war es wie im Märchen: Eine kleine Schülerband aus Bietigheim-Bissingen erspielt sich das grosse Publikum. Wir konnten diesen Erfolg bis ins hohe Alter erhalten, was nicht selbstverständlich ist. Ich weiss nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wäre ich kein erfolgreicher Sänger geworden. Ich hätte wahrscheinlich im privaten Bereich ein ruhigeres Fahrwasser gehabt. Aber ich stehe trotzdem zu meinen Entscheidungen. Denn sie waren letztendlich richtig.

Haben Sie jemals ans Aufhören gedacht?

Engler: 1980 kam Rudi als letzter zu Pur, sechs Jahre später gab es einen Wendepunkt. Alle hatten ihre Studiengänge beendet und wir mussten mit dem Arbeiten anfangen und Geld verdienen. Da wir keine grosse finanzielle Unterstützung von zu Hause hatten, konnte es sich keiner leisten, weiter so Musik zu machen. Deshalb war es sehr wichtig, dass wir einen Plattenvertrag bekommen haben. Später hatte ich nochmal fünf harte Jahre. Aber nach 1992 hat nie wieder jemand daran gezweifelt, dass wir das Richtige gemacht haben. Wenn einer gezweifelt hat, dann hat er uns verlassen. Das ist auch okay.

2023 ist eine Tour geplant. Wie sehr freuen Sie sich darauf, wieder auf der Bühne zu stehen?

Engler: Es ist definitiv überfällig! Wir wollen erst das Album mit den Fans abfeiern und dann freuen wir uns darauf, dass wir die Songs live spielen. Das wird ein Fest.

Gibt es einen Song, den Sie nicht mehr oder ungern live spielen wollen?

Engler: Nein, das gibt es nicht. Es gibt circa 20 Songs, von denen wir wissen, dass keiner glücklich ist, wenn wir die nicht spielen. Aber es gibt natürlich auch einen Anteil an neuen Liedern. Aber ohne «Lena», «Funkelperlenaugen» und «Abenteuerland» geht kein Pur-Fan ins Bett.

Von spot on news AG am 4. November 2022 - 14:39 Uhr