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Netzbetreiber forcieren Entwicklung

Zukunftsmusik: Holografie statt Telefonie

Europas grosse Telekommunikationskonzerne tun sich zusammen, um die Holografie voranzutreiben. Wie es noch in diesem Jahrzehnt soweit sein könnte.

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«Technische Probleme, lösen du musst.» Die Idee der Holografie zieht Menschen nicht erst seit den «Star Wars»-Filmen in ihren Bann.
«Technische Probleme, lösen du musst.» Die Idee der Holografie zieht Menschen nicht erst seit den «Star Wars»-Filmen in ihren Bann. imago/Cinema Publishers Collection

Die Idee, per Hologramm miteinander zu kommunizieren, fasziniert Menschen schon lange - nicht erst seit den «Star Wars»-Filmen. Immer wieder haben sich kleine und grosse Unternehmen an die Technologie gewagt, doch der durchschlagende Erfolg blieb bislang aus. Nun wollen die grössten Telekommunikationsanbieter Europas das ändern und wagen einen Schulterschluss, um die Holografie voranzutreiben. Was über die Kooperation bislang bekannt ist.

Vodafone, Telefónica (O2), die Deutsche Telekom und Orange haben sich zusammengetan, um eine Plattform ins Leben zu rufen, die die Übertragung dreidimensionaler Abbilder in Echtzeit ermöglichen soll. Technisch machbar sei das zwar schon heute, teilt etwa die Telekom mit, doch aufgrund des hohen Aufwands sei die Holografie bislang nicht massentauglich. Gemeinsam mit dem slowakischen Software-Startup Matsuko soll sich das nun ändern. Alles, was dazu notwendig ist, so versprechen die Konzerne, sei ein Smartphone und eine VR-Brille.

Funktionieren soll die Holografie-Kommunikation wie ein normaler Videocall. Um den notwendigen 3D-Effekt zu erzeugen, errechnen eine Künstliche Intelligenz und eine 3D-Rendering-Engine die Tiefendaten, die die Smartphone-Kamera nicht einfangen kann. Die dazu notwendige Rechenleistung wird in der Cloud bereitgestellt und per 5G oder WLAN auf die Endgeräte übertragen. Unter einer VR-Brille soll dann das dreidimensionale Abbild des Gegenübers zu sehen sein.

Holografie schon 2024 Realität?

In einem Werbevideo hat Matsuko seine Vision im Oktober 2021 vorgestellt, mit der Arbeitswelt als Beispiel für die Technologie. Gemeinsam mit den Mobilfunkbetreibern soll sie nun weiter Fahrt aufnehmen. Der Chef des Unternehmens, Matus Kirchmeyer, bringt das Vorhaben auf den Punkt: «Ziel des Projekts ist ein holografisches Erlebnis mit einem virtualisierten Übertragungsansatz. Dieser soll es dem Publikum ermöglichen, eine Person virtuell - als Hologramm - mit verblüffendem Realismus zu sehen.»

Zwei Jahre geben sich die Unternehmen, bis die Technologie massentauglich sein und die Hologramm-Daten netzunabhängig übertragen werden sollen. Von dem Potenzial sind die Mobilfunkkonzerne jedenfalls überzeugt. Bei der Telekom spricht man von einer «spannenden Phase», die den Traum der Telefonie «als stünde mein Gesprächspartner vor mir» in die Nähe der Realität rücke. So hält man die Kooperation auch beim französischen Netzbetreiber Orange für einen «ersten, aber bedeutenden Schritt in Richtung Metaversum».

Von spot on news AG am 28. September 2022 - 22:00 Uhr