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Verwirrung um den «blauen Haken»

Stars wandern in Scharen ab: Zerstört Neu-Besitzer Elon Musk Twitter?

Twitter - c'est moi! Seit der Übernahme des Nachrichtendienstes durch Elon Musk wird der Vorwurf immer lauter, dass der Milliardär als Alleinherrscher ausgerechnet jene Meinungsfreiheit mit Füssen tritt, für die er sich angeblich stark macht.

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Spätestens nach seiner Übernahme von Twitter wird Elon Musk heftig kritisiert.
Spätestens nach seiner Übernahme von Twitter wird Elon Musk heftig kritisiert. Phil Stafford/Shutterstock

Weiter können Selbst- und Aussenwahrnehmung im Fall von Elon Musk (51) derzeit wohl nicht auseinanderliegen. Der Multi-Milliardär wähnt sich seit seiner Übernahme des Nachrichtendiensts Twitter als Retter der Meinungsfreiheit, der den Usern ihre Stimme zurückgibt. Doch eine unter Umständen kritische Masse besagter Twitter-Nutzer, darunter auch viele Stars mit grosser Anhängerschaft, sieht das tunlichst anders. Der Vorwurf: Musks vermeintlich selbstherrliches Gebaren öffne unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit jedweder Form der Hassrede Tür und Tor. Aus dem sozialen Netzwerk droht sehenden Auges ein asoziales zu werden.

Bezieht sich die versprochene Freiheit gar nur auf Meinungen, die sich insgeheim mit jener von Musk decken? Dann wäre Twitter innerhalb weniger Tage unter ihm zum exakten Gegenteil von dem verkommen, was der Unternehmer augenscheinlich mit seiner milliardenschweren Übernahme erreichen wollte - und Twitter nicht mehr zu retten?

Wir erinnern uns: Der (t)witternde Präsident

Nun war es auch in der Prä-Musk-Ära bei Twitter gar nicht so einfach, aufgrund wiederholter und bewusster Falschmeldungen permanent gesperrt zu werden. Ex-Präsident Donald Trump (76), der zunehmend radikal eine Verschwörung gegen sich witterte und unentwegt die Mär von der gestohlenen Wahl twitterte, wurde erst nach zahlreichen Verstössen gegen die Richtlinien von der Seite verbannt. Noch ist er das auch weiterhin.

Schon seit mehreren Tagen versucht etwa Schauspieler Mark Ruffalo (54), Musk verbal Vernunft einzuprügeln: Man dürfe «solide Filter für Falschinformationen» nicht deaktivieren, um damit angebliche Meinungsfreiheit zu schaffen. «Wir brauchen diese Sicherheitssysteme, um zu gewährleisten, dass die Information zutreffend ist. Sonst verliert die App ihre Glaubwürdigkeit, so wie du. Und dann gehen die Leute.» Ruffalos Appell: «Elon. Bitte - im Namen des Anstands - gehe weg von Twitter und händige die Schlüssel an jemanden aus, der das als tatsächlichen Job macht.»

Der Twitter-Exodus

Dieser befürchtete Twitter-Exodus vieler Stars begann im Grunde direkt nach der verkündeten Musk-Übernahme. Eines der jüngsten Beispiele ist Model Gigi Hadid (27), die laut «Page Six» zu einem Tweet, der von der angeblichen Entlassung der gesamten Menschenrechtsabteilung bei Twitter berichtet, demnach schrieb: «Heute habe ich meinen Twitter-Account deaktiviert. Schon seit längerer Zeit, aber besonders jetzt unter der neuen Führung, wurde es mehr und mehr zur Kloake für Hass und Bigotterie. Das ist kein Ort, von dem ich ein Teil sein möchte.» In der Tat ploppt bei der Suche nach Hadid auf Twitter die Meldung «Dieser Account existiert nicht» auf.

«Grey's Anatomy»-Schöpferin Shonda Rhimes (52) tat es ihr bereits Ende Oktober gleich. Schauspieler Alex Winter (57), «This Is Us»-Produzent Ken Olin (68) sowie Showrunner Brian Koppelman (56) schlossen sich dem Protest an, ebenso wie Sängerin Toni Braxton (55).

Das Problem mit dem «blauen Haken»

Musk hat viel Geld für Twitter ausgegeben. Einen Teil davon will er sich offenbar zurückholen, indem er das blaue Häkchen, das die Echtheit von Profilen garantiert, künftig kostenpflichtig macht. Von bis zu 20 US-Dollar pro Monat sei die Rede. Doch mit diesem «Wer zahlt, gilt als verifiziert»-Ansatz könnte sich Musk gewaltig ins eigene Fleisch schneiden.

Eine erste Kostprobe davon, was blühen könnte, bekommt er schon jetzt: Zahlreiche Menschen, auch Promis, haben als Parodie ihre zuweilen verifizierten Accounts in falsche Musk-Profile umgebaut. Die Twitter-Nachrichten dieser «Musks» reichen von «Meine Frau hat mich verlassen» hin zu «Siri, wie viele Kinder habe ich?»

Eine dieser Scherzkekse war offenbar auch US-Komikerin Kathy Griffin (62). Wie «The Hollywood Reporter» berichtet, wurde ihr Account so wie vergleichbare andere daraufhin permanent gesperrt. Musk (der echte) twitterte diesbezüglich bereits die neuen Regeln: Wer ohne klare Kennzeichnung als Satire-Account derartige Profiländerungen vornimmt, wird ohne Vorwarnung gekickt.

Was genau eine eindeutige Kennzeichnung ausmacht? Der Ermessensspielraum hierfür wirkt noch recht schwammig. «Comedy ist ab jetzt legal auf Twitter», schrieb Musk Ende Oktober noch süffisant. Aber offenbar nur, wenn nicht er die Pointe ist.

Von spot on news AG am 7. November 2022 - 14:27 Uhr