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«Guess who's back»

Eminem wird von seiner Vergangenheit eingeholt

Eminem bringt demnächst sein elftes Studioalbum auf den Markt. Einen kleinen Vorgeschmack bekommen die Fans jetzt mit der Single «Houdini». Und wen wundert es? Der Song sorgt bereits für Schlagzeilen.

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<p>Eminem hat sich über die Jahre verändert. Nun bekommt er in seinem neuen Song «Houdini» Besuch aus der Vergangenheit.</p>

Eminem hat sich über die Jahre verändert. Nun bekommt er in seinem neuen Song «Houdini» Besuch aus der Vergangenheit.

Imago

Eminem (51) ist zurück und macht Fans und Kritiker mit seinem neuen und damit elften Studioalbum «The Death of Slim Shady (Coup de Grâce)» schon jetzt verrückt. Im Sommer soll das Werk auf den Markt kommen. Nun veröffentlichte Eminem eine Single mit dem Namen «Houdini». Der Song ist mit Sticheleien und Provokationen gespickt – ganz so, wie man es von Eminem kennt.

Im Song nimmt Eminem, der mit richtigem Namen Marshall Bruce Mathers III heisst, Bezug auf verschiedene Geschehnisse und spricht etwa den Streit von Rapperin Megan Thee Stallion (29) und Rapper Tory Lanez (31) an, in dem Stallion Schüsse in den Fuss abbekam. Mit der Zeile «If I was to ask for Megan Thee Stallion if she would collab with me, would I really have a shot at a feat?» fragt sich Eminem, ob er eine Chance hätte, mit Megan Thee Stallion zusammenzuarbeiten, wenn er sie fragen würde. Im Englischen werden die Worte «feat», also eine herausragende Leistung, und «feet», zu Deutsch Füsse, gleich ausgesprochen. Dadurch entsteht mit einem Wortwitz der Eindruck, dass Eminem gegen Stallion und ihren Streit stichelt.

Besuch aus der Vergangenheit

Apropos sticheln: In «Houdini» kommt Eminems Alter-Ego aus den 1990er-Jahren, Slim Shady, in unsere Zeit und wundert sich über so einiges, etwa Selfiesticks. Eminem fragt sich im Song, was sein früheres Ich wohl dazu sagen würde, wie sich die Zeiten geändert haben und bezeichnet sich dabei als «grösseres A****loch als Kakteen», mit dem englischen Wort «prick», das gleichzeitig eine Beleidigung ist, aber ebenso das Wort für «piksen». Daher würden seine Worte auch «stechen, als würdest du von Bienen attackiert werden», rappt Eminem.

Eminem scheint sich ausserdem über die LGBTQ+-Community lustig zu machen, bezeichnet seine Katze als transgender, weil sie sich als schwarz identifiziere, aber chinesisch verhalte. Der 51-Jährige wurde in der Vergangenheit schon öfter der Homophobie beschuldigt – in «Houdini» erneut. Aber wettert er wirklich homophob gegen eine Person?

Welcher Paul wird beleidigt?

RuPaul (63) von «RuPaul's Drag Race» wird im Song nämlich auch erwähnt. Hier kann es zu einiger Verwirrung kommen. Zu Beginn spielt Eminem eine angebliche Sprachnachricht von Paul Rosenberg (52), eines Musikproduzenten, ab. Dieser sagt darin, er habe Eminems Album gehört und wolle ihm Glück wünschen, da er auf sich gestellt sei. Im Text des Songs singt Eminem dann: «Okay, das wars, gib auf, Paul, Schlangena****, männlicher Crossdresser, falsche Schlampe», und weiss genau, dass er auch für diese Aussage Kritik erhalten dürfte und man ihn am liebsten canceln würde. Dann gibt er Paul Rosenberg den Rat, sich zwei «balls», also Eier, wachsen zu lassen – «so gross wie die von RuPaul». Hier entsteht die Verwirrung, denn gegen wen hetzt Eminem nun? Gegen Paul Rosenberg oder RuPaul, die Dragqueen?

Selbst vor seinen eigenen Kindern macht Eminem nicht halt, sagt ihnen und vielen Kollegen im Business – sowie sich selbst – «F*** you» und bezeichnet seine Kinder sogar als «brats», also Quälgeister.

Kann seiner Vergangenheit nicht entkommen

Eminem nimmt sich im Video zum Song selbst nicht so ernst, spielt sich als Superheld auf, der die Welt vor Slim Shady retten muss. Immer wieder hört man die bekannte Zeile «Guess who's back» aus Slim Shadys Song «Without Me» – fast schon wie eine Drohung.

Am Ende des Songs hat Eminem sein Alter-Ego Slim Shady verinnerlicht, sie sind zu einer Person geworden. Ein möglicher Hinweis darauf, dass Eminem ohne Slim Shady wohl nie da wäre, wo er jetzt ist – und die beiden nicht voneinander zu trennen sind.

 Silja Anders
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Von Silja Anders am 3. Juni 2024 - 18:00 Uhr