Aus der Einsamkeit des Himalaja stieg Ende der 1950er-Jahre ein kleiner, bärtiger, langhaariger Mann hinab, um in der westlichen Welt mit seinen Reisen ins Ich reich zu werden. Maharishi Mahesh Yogi war der Sohn eines Steuerbeamten aus einer «Schreiberkaste» in Chichli, einer indischen Kleinstadt, die für ihre Messingtöpfe berühmt war. Nach einem Physikstudium lebte Mahesh jahrelang in den Bergen bei einem Hindu-Guru, ehe er mit der Transzendentalen Meditation (TM) eine Entspannungstechnik entwickelte, die einen einfachen Weg zu Glück und Erfüllung versprach – und sogar lästige Falten im Gesicht beseitigen sollte.
Eine Begegnung Maharishis – der Name bedeutet «grosser Seher» – mit den Beatles machte den Guru schlagartig zur Symbolfigur der Hippie-Bewegung. Pop- und Filmstars wie die Beach Boys, Donovan, Clint Eastwood oder Mia Farrow pilgerten zu seinen Meditationskursen nach Indien; der Guru tingelte durch US-TV-Shows wie «NBC Today» oder sass in weisse Leinen gehüllt im Schneidersitz auf einem blumenumsäumten Sofa vor Harvard-Jurastudenten in Cambridge und sagte kichernd und glucksend Sätze wie: «Die Antwort auf jedes Problem ist, dass es kein Problem gibt.»

Früher Jünger: 1967 besucht Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger (r.) Maharishi Mahesh Yogi im walisischen Bangor.
mauritius images / Tracksimages.com / Alamy / Alamy Stock PhotosKichernder Guru und «Sexy Sadie»
Der «kichernde Guru» oder «zottelbärtige Magier», wie ihn die Medien nannten, war ein Meister darin, fernöstliche Spiritualität mit westlichem Geschäftssinn zu verknüpfen. Millionen Anhänger der TM spülten deren Erfinder Millionen in die Kassen. «Veririchi Lotsamoney Yogi Bear» nannte ihn das britische Satire-Magazin «Private Eye». Maharishi besass sogar einen Heli. Als es zum Bruch mit den Beatles kam, verspottete John Lennon den Guru im Song «Sexy Sadie».

Treuer Anhänger: Filmregisseur David Lynch (r.) 2003 während einer Meditation im US-Bundesstaat Maryland.
AFP via Getty ImagesZu Maharishis prominentesten Unterstützern der Neuzeit zählte die 2025 verstorbene Regielegende David Lynch. Dessen Stiftung bringt bis heute Superstars wie Katy Perry (41), Tom Hanks (69), Hugh Jackman (57) oder Lena Dunham (39) dazu, die TM-Entspannungstechnik zu praktizieren.
Der Guru, der einst vom Himalaja herabgestiegen war, starb 2008 im Flachland – im niederländischen Vlodrop. Noch kurz vor seinem Tod richtete Maharishi via Internet letzte Worte an seine als «fliegende Yogis» bekannten Jünger: «The future is bright – and this is my delight.» Es folgte ein letztes Kichern und Glucksen.

