Ab dem 26. Februar treten Sie bei «Art on Ice» auf. Was bedeutet Ihnen das, James Bay?
Ich freue mich sehr darauf. Es ist etwas völlig anderes als ein normaler Tourstopp. Der grösste Unterschied sind definitiv die Eisläuferinnen und Eisläufer. Sie machen die ganze Show zu einer besonderen, sehr visuellen Erfahrung.
Sind Sie selbst schon einmal Schlittschuh gelaufen?
Noch nie! Ich fühle mich fast schlecht, weil gefühlt alle Menschen, die ich kenne, schon auf dem Eis waren. Ich würde es aber gern ausprobieren. Ich fahre immerhin Skateboard, das ist zwar nicht dasselbe, aber man gleitet und hält die Balance. Vielleicht probiere ich das Schlittschuhlaufen in Zürich aus.
Als Sie 16 waren, wie sah Ihr Zimmer aus?
Gelb gestrichen – das mochte ich gar nicht. Meine Mutter hatte das entschieden. Überall hingen Poster von Musikern, etwa von Slash von Guns N’ Roses. Und an der Wand klebten viele meiner Zeichnungen, Comic-Superhelden wie Spider-Man.

Kindheitstraum: Der Musiker als Fünfjähriger im Newcastle-Trikot. «Ich wollte früher Fussballprofi werden», verrät er.
ZVGWas wären Sie als Kind gern geworden?
Fussballer. Ich habe wahnsinnig viel gespielt und hatte auch richtige Helden. Alan Shearer zum Beispiel. Gleichzeitig habe ich sehr gern gezeichnet und dachte zwischendurch, vielleicht werde ich Illustrator für Filme oder Bücher. Ich zeichne bis heute und habe viele Skizzen. Und Performer war auch immer eine Idee. Es lief irgendwie alles auf Kreativität oder Bühne hinaus.
Haben Sie einen Spitznamen?
James ist ein sehr häufiger Name, aber ich war immer einfach James. Manche sagen Jame, abgekürzt, aber sonst hatte ich nie einen richtigen Spitznamen.
Wofür geben Sie am meisten Geld aus?
Für Gitarren. Und Therapien.
Mit wem würden Sie gern im Lift stecken bleiben?
Mit Leonard Cohen. Oder Joni Mitchell. Beide machen grossartige Musik und sind unerschrocken darin, sie selbst zu sein. Ich wäre gern jemand, der davon etwas lernt.
Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht?
Ich bin ein «People-Pleaser». Ich habe Angst, andere zu enttäuschen, und arbeite oft zu hart, um es allen recht zu machen. Das ist nicht gesund. Ich würde das gern loswerden, um ehrlicher sein zu können.

30. Jubiläumsshow von «Art on Ice»: Bis am 7. März singt James Bay, 35, als einer der Headliner in Zürich, Fribourg und Davos.
ZVGWas denken andere über Sie, das vielleicht gar nicht stimmt?
Viele glauben, ich werde nie wütend. Dabei kann ich sehr wütend werden. Und viele wissen nicht, wie kompetitiv ich bin – besonders im Sport und beim Spielen. Wenn ich spiele, will ich gewinnen. Auch bei «Monopoly».
Was darf in Ihrem Haushalt nicht fehlen?
Ketchup! Und ich liebe Gin, aber ich mag es nicht, betrunken zu sein. Ich vertrage es schlecht und könnte mit einem Hangover keine Show spielen. Zwei bis drei Gin Tonic – mehr nicht.
Was lernen Sie gerade, was Sie noch nicht so gut können?
Elternschaft. Man kann gut genug sein, aber nie perfekt. Das Leben des Kindes ist immer ein paar Schritte voraus. Das ist eine grosse Lektion für jemanden wie mich, der ständig unterwegs ist.
Wären Sie lieber sympathischer oder intelligenter?
Intelligenter. Ich habe zu lange versucht, gemocht zu werden. Heute weiss ich, dass es wichtiger ist, glücklich zu sein. Intelligenz kann zu Glück führen – mehr als Sympathie.

Grosse Liebe: Im August 2022 heiratete der Brite seine Jugendliebe Lucy Smith. Die beiden haben eine vierjährige Tochter. Das Foto zeigt das Paar in ihrer ersten gemeinsamen Wohnung in Brighton.
ZVGWie möchten Sie sterben?
Schmerzfrei. Mit all meinen Liebsten um mich herum. Es wäre traurig, weil ich sie vermissen würde, aber ich würde sie gern als Letztes sehen.
Was sollte auf Ihrem Grabstein stehen?
Hier liegt James Bay. Er liebte es zu lieben. Ich mag Menschen wirklich gern.
Auf wen waren Sie zuletzt eifersüchtig?
Auf Leute ohne Kinder, die nachts lange wach bleiben können, weil sie morgens nicht früh aufstehen müssen. Aber neben meiner Tochter morgens aufzuwachen, ist auch magisch, und ich möchte es nicht missen.
Wovon haben Sie zuletzt geträumt?
Ich träume viel. Oft habe ich einen wiederkehrenden Albtraum mit riesigen Wassermassen – Ozeane, die unkontrollierbar wirken. Manchmal bin ich auf einem Boot, manchmal steht das Wasser bis ans Fenster eines Zimmers. Es fühlt sich gefährlich an.
