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  4. Sarah Engels: Shitstorm wegen Südafrika-Reise
Gesangseinlage mit südafrikanischen Kindern

Inszeniert sich Sarah Engels hier als «weisse Retterin»?

Damit hatte Sarah Engels wohl nicht gerechnet. Die Sängerin besuchte in Südafrika eine Schule und sang dort ihren ESC-Song «Fire». Nun wird ihr Ausbeutung der Kinder für Promo-Zwecke vorgeworfen sowie die Missachtung der Privatsphäre der Schülerinnen.

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<p>Sarah Engels reiste kürzlich nach Südafrika.</p>

Sarah Engels reiste kürzlich nach Südafrika.

imago/Sven Simon

Sarah Engels (33) setzt sich mit ihrer Stiftung «Starke Mädchen» für die Rechte von Mädchen und Frauen in aller Welt ein. Sie möchte helfen, «dass Mädchen früh Selbstvertrauen entwickeln und Frauen Unterstützung finden, wenn sie sie brauchen», heisst es auf der Internetseite der Stiftung.

Im Rahmen ihres sozialen Engagements reiste Engels nun nach Südafrika, um soziale Projekte vor Ort zu unterstützen und sich ein Bild von deren Arbeit zu machen.

Soziales Engagement oder performative Selbstinszenierung?

Während ihres Aufenthalts besuchte sie auch eine Schule und versammelte die Kinder kurzerhand um sich, um mit ihnen zu singen. Aber nicht irgendein Lied, sondern ihren Song «Fire», mit dem sie Deutschland am diesjährigen Eurovision Song Contest vertreten wird.

Instagram/Sarah Engels

Diese Szene, die eigentlich nur als herziger Moment zwischen Engels und den Schülerinnen gemeint war, löste nun aber einen Shitstorm auf Social Media aus. Der Sängerin wird ein «White Savior Complex» vorgeworfen. Damit ist ein teils problematisches Verhalten weisser Menschen aus dem globalen Norden gemeint, die sich berufen fühlen, nicht-weisse Personen zu «retten». Dieser «White Savior Complex» basiert auf der Annahme eigener Überlegenheit und einer Selbstinszenierung, die auf Abhängigkeit setzt statt auf nachhaltige Lösungen.

«White Savior Complex»

Die Beiträge von Sarah Engels der vergangenen Tage zeichnen für viele ein Bild dieses «White Savior Complexes». Sie inszeniert sich in Dörfern in Südafrika, tanzt mit jungen dunkelhäutigen Frauen, kuschelt mit Kindern und singt eben letztlich in einer gestellt wirkenden Szene ihren Song «Fire». Für viele hat dies daher weniger mit sozialem Engagement als mit Promo in eigener Sache zu tun.

Wo bleibt die Privatsphäre der Kinder?

Es ist nicht nur Engels' Selbstinszenierung mit dem «Fire»-Lied, die für Unmut sorgt. Einige Personen in der Kommentarspalte kritisieren auch, dass Sarah Engels ihre eigenen Kinder penibel aus der Öffentlichkeit heraushält und diese nicht auf Social Media zeigt, bei fremden Kindern aber offenbar weniger Probleme damit habe, deren Privatsphäre zu verletzen. Zudem sind einige der Meinung, dass die Kinder nicht besonders fröhlich aussehen und die Szene erzwungen und gestellt wirkt.

An Sarah Engels selbst scheint die Kritik abzuprallen. Sie schreibt auf Instagram zum Gesangsvideo: «Musik braucht einfach keine Sprache. Sie verbindet. Ich glaube, diesen Moment werde ich echt nie vergessen ... diese funkelnden Augen, dieses Lachen, diese pure Freude! Musik verbindet einfach. Die Kids waren so dankbar für etwas, was für mich total selbstverständlich ist und genau das hat mich richtig berührt. Ich hab jede Sekunde so genossen. Die Freude der Kinder zu sehen, ihre Energie und wie sehr sie Musik fühlen… das bleibt einfach im Herzen.»

 Silja Anders
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Von Silja Anders am 10. April 2026 - 17:00 Uhr