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Rank und schlank nach der Geburt

Rebecca Mirs After-Baby-Body spaltet ihre Fangemeinde

Im April ist Rebecca Mir zum ersten Mal Mama geworden. Nun ist die Moderatorin zurück am Bildschirm – und sorgt mit ihrem After-Baby-Body nicht nur für zweigeteilte Lager in der Fangemeinde, sondern auch für das Auftreten der Frage, wie angebracht Komplimente zur Figur 2021 eigentlich noch sind.

Rebecca Mir

Sieht sich geteilten Fanmeinungen ausgesetzt: Rebecca Mir. 

Getty Images

«Beccy is back»: So kündigte Rebecca Mir, 29, Mitte dieser Woche ihre Rückkehr zu «taff» an. Mit einem Foto von sich im Studio der Feierabendsendung bebilderte sie die Nachricht, dass sie nun wieder als Moderatorin des Magazins zu sehen sein wird. Darauf trägt sie ein enges schwarzes Etuikleid mit tiefem Dekolleté und Taillengürtel sowie hochhackige Sandaletten – ein Outfit, das sie in dieser Art schon in zig Sendungen trug, seit sie 2012 zur Pro7-Show gekommen ist.

Und doch sorgt genau dieses Outfit beziehungsweise das, was sich darunter verbirgt, für mächtig Aufruhr. Denn Mir ist nicht etwa braungebrannt aus den Sommerferien zurückgekehrt, sondern schlank aus der Babypause. 

Vor drei Monaten Mama geworden

Im April hat ihr Sohn, dessen Namen Mir und ihr Ehemann Massimo Sinató, 40, geheim halten, das Licht der Welt erblickt. Darüber, dass Moderationsliebling Mir nun wieder vor der Kamera steht, freuen sich die meisten Fans. Dass sie dabei aber knapp drei Monate nach der Geburt so «unverschämt gut» aussieht, sorgt für Gesprächsstoff.

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Da gibt es eine Gruppe, die Mirs schlankem After-Baby-Body fast ein bisschen neidisch Respekt zollt. «Sag mal, warst du nicht schwanger? Wann? Wo? Du siehst mega aus!», findet etwa Moderatorin Jana Ina Zarrella, 44. Kommentare wie «Hammer Figur!», «Du siehst fantastisch aus!» und die Frage, wie man es schaffe, «so schnell schlank nach einer Geburt» zu sein, sind in der Kommentarspalte zuhauf zu lesen.

Der Körper steht im Fokus

Doch wie so oft gibt nicht nur bewundernde, sondern auch kritische Stimmen. Im Falle von Mir beziehen sie sich nicht direkt auf ihre schlanke Figur. Schliesslich war Mir schon während der Schwangerschaft und zuvor sehr sportlich unterwegs und dürfte als Model ebenfalls gute Gene mit auf den Weg gekriegt haben, wie die Fans anmerken.

Nein, was das andere Fan-Lager stört, ist vielmehr der Fakt, dass überhaupt so ein Tamtam um Rebecca Mirs Figur gemacht wird. «Ich kanns nicht mehr hören, immer werden Frauen auf den Körper reduziert!», moniert ein Fan etwa. Und auch eine andere Anhängerin schliesst sich der Meinung an: «Warum wird eigentlich eine Neumama stets auf ihr Gewicht nach der Geburt reduziert?» 

Die Krux mit der Body Positivity

Tatsächlich sollte in Zeiten von Body Positivity das Gewicht keine Rolle spielen – egal ob es hoch oder tief und der Körper weich oder gestrafft ist. Nun kann man sagen, dass es a) Mirs Job als Model ist, gut auszusehen, wozu in ihrer Branche noch heute ein schlanker Körper gezählt wird, und dass sie b) Komplimente und Kommentare zu ihrer Figur mit dem Bild auf Instagram vielleicht auch provoziert. Klar. Schliesslich weiss sie als Influencerin, wie der Instagram-Hase läuft. Aber im Grunde ändert das nichts daran, dass Mirs einzige Message war, dass sie nach ihrer Babypause wieder vor der Kamera steht. Von nichts anderem war in ihrem Post die Rede.

Die vielen begeisterten Kommentare, die sie mit ihrer Figur eingeheimst hat, sind in überwältigender Mehrheit allem Anschein nach als lieb gemeinte Komplimente zu verstehen. Man stelle sich nur vor, wie viel Arbeit Rebecca Mir schon während ihrer Schwangerschaft in ihren Körper gesteckt hat – und wie viel Disziplin das kostet. Dass sie hierfür die Hochachtung der Fans verdient, ist daher irgendwo nur gerecht.

Und doch ist es auf lange Sicht wohl tatsächlich nicht verkehrt, wenn wir davon abkommen, Komplimente für eine als gesellschaftlich «gut» angesehene Figur zu verteilen. Unsere Figur tut nicht nur nichts zur Sache dahingehend, wer wir sind und was wir tun, sondern Komplimente dazu können auch andere unter Druck setzen – bewusst oder unterschwellig.

Wenn Rebecca Mir für eine Figur, die aussieht, als «wärst du nie schwanger gewesen», Komplimente einheimst, wie muss sich denn eine Frau fühlen, die seit langer Zeit versucht, Gewicht zu verlieren, deren Stoffwechsel aber etwas mehr Zeit braucht? Und wie erst eine Frau, die Rundungen hat und grundsätzlich zufrieden mit sich ist, aber in der Kommentarspalte von Stars immer wieder liest, wie begehrenswert ein schlanker Körper scheinbar ist? Man stelle sich nur mal vor, welche Komplexe das auslösen kann.

Mir kämpfte gegen Bodyshaming

Natürlich liegt es nicht an Rebecca Mir, diesen gesellschaftlichen Usus zu durchbrechen. Ihr Beispiel zeigt nur auf, wie brandaktuell die Sache mit der Akzeptanz von Körpern, wie sie sind und wie wir sie nach eigenem Gusto formen, kleiden und modellieren, noch immer ist.

Auch Mir selbst wurde in der Vergangenheit nicht nur positiv auf ihren Körper reduziert. Nachdem ihr die Fans vor ihrer Schwangerschaft über Jahre hinweg immer wieder einen Babybauch andichten wollten, kaum dass ein Windstoss ihr Kleid um die Körpermitte ein wenig flattern liess, haute Mir wegen der vielen Fragen nach einer Schwangerschaft auf den Tisch. Dies sei eine «sehr sensible Frage», erklärte sie damals, als sie selbst noch kein Kind erwartete. «Viele Frauen haben einen grossen, unerfüllten Kinderwunsch und für sie kann die Frage nach einer Schwangerschaft wahnsinnig belastend sein, andere Frauen entscheiden sich vielleicht ganz gegen Kinder und auch das sollte toleriert werden.»

«Sag mal, warst du nicht schwanger? Wann? Wo? Du siehst mega aus!»

Jana Ina Zarrella

Toleranz ist auch das Sprichwort, wenn es um After-Baby-Bodys geht. Schliesslich braucht es dafür nicht viel: ein Baby und einen Körper, um genau zu sein. Ob sich Letzterer nun so schlank wie nie zuvor, genauso füllig oder dünn wie vorher oder rundlicher präsentiert als vor der Geburt: Er hat gerade ein Kind zur Welt gebracht – und damit das wohl Wundersamste geleistet, wozu der Körper fähig ist. Ganz egal, wie massig er ist, wie viele Narben und Streifen er davongetragen hat und wie viele Fettpölsterchen sich angesammelt haben. «Jeder Körper hat seine eigene Geschichte», erinnert denn eine Followerin von Mir ihre Gspänli. «Ich finde es schade, dass man sich mit anderen vergleicht.» Mir sehe wieder topfit aus, analysiert sie wertungslos. Aber: «Sie ist nicht ich und ich bin nicht sie.»

Von Ramona Hirt am 04.07.2021
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