1. Home
  2. People
  3. International Stars
  4. Muriel Baumeister: Alkoholbeichte nach Sufffahrt mit Tochter
Sufffahrt mit Tochter im Auto

Schauspiel-Star legt schockierende Alkoholbeichte ab

Muriel Baumeister war jahrelang alkoholabhängig. Eine Sufffahrt mit 1,4 Promille und ihrer Tochter im Auto waren ein Weckruf für die Schauspielerin. Doch es brauchte drei Anläufe, bis sie es schaffte, vom Alkohol loszukommen. Wie geht es ihr heute?

Artikel teilen

<p>Muriel Baumeister spricht offen über ihre einstige Alkoholerkrankung.</p>

Muriel Baumeister spricht offen über ihre einstige Alkoholerkrankung.

imago/STAR-MEDIA

Muriel Baumeister (54) ist trockene Alkoholikerin. Heute kann sie sich eingestehen, dass sie krank war. Doch das war nicht immer so. Die Schauspielerin trank jahrelang und rutschte immer mehr in den Alkoholismus hinein. Irgendwann trank sie zehn Gin Tonics an einem Abend – ohne, dass man ihr etwas anmerkte, wie sie einst «Bunte» erzählte. Ein Champagnerfrühstück hier, ein Glas Weisswein da, das gehörte zum Leben von Baumeister dazu.

Mit 1,4 Promille im Blut wurde sie eines Tages von der Polizei angehalten. Muriel Baumeister hatte mit ihrem Auto eine Leitplanke gestreift. Sie war nicht schnell unterwegs, war eigentlich schon am Ende ihrer Fahrt, doch der Unfall war passiert, die Polizistin vor Ort – und Baumeisters Tochter hinten im Auto mit drin.

«Die haben mich geschlachtet»

«Ich habe mich normal gefühlt und das war eigentlich das Schlimme», sagt sie im Interview mit dem Format «Wendepunkt» vom Potsdamer Selbsthilfeverein SEKIZ. Auch die Polizistin sagte, dass sie es Baumeister nicht angemerkt habe, dass diese zu viel Alkohol getrunken hatte – «wenn sie es nicht gerochen hätte».

Es folgte ein Gerichtstermin – und für Baumeister war klar: «Da gehe ich hin, um zu klären, was zu klären ist, weil ich den Fehler ja gemacht habe.» Es war abgemacht, dass der Vorfall nicht an die grosse Glocke gehängt werde, um keine mediale Aufmerksamkeit zu generieren. «Irgendein Arschloch hat dieses Gerichtsverfahren an die Bild-Zeitung verkauft», erinnert sie sich. Plötzlich standen Reporter bei ihr vor der Tür und der Imageschaden war angerichtet. «Die haben mich geschlachtet», erinnert sich die dreifache Mutter. Der Skandal war damals 2016 gross. Also habe sie ein Buch geschrieben, um ihre Sicht der Dinge zu erzählen.

Drei Entzüge waren nötig

Besonders ärgert die Österreicherin die Doppelmoral der Schauspielbranche und Gesellschaft: Einem Mann hätte man einen solchen Fehltritt verziehen. «Männer können sich zu Tode saufen – ich will jetzt keine Namen nennen –, die flechten dann werbewirksam einen Korb und dann war es das. Als Frau in der Branche war es ein No-Go», so Baumeister.

Irgendwann war für sie Schluss. Es musste ein Entzug her. Der erste in einer Klinik, die «sehr gut und sehr teuer» war, blieb erfolglos. Der zweite Entzug in einer Einrichtung, «die weder gut noch teuer» war, nützte ebenfalls nichts. Baumeister wies sich schliesslich in die Psychiatrie in der Berliner Charité ein – und diesmal kam sie trocken raus. «Das war so schrecklich, da wollte ich nie wieder hin», lautet ihr Fazit.

Das ist nun schon zehn Jahre her. Muriel Baumeister kämpft aber noch jeden Tag mit sich und ihrer Krankheit. «Es gibt jeden Tag einen Moment, wo es kippen könnte», gesteht sie – dennoch fühle sie sich gut und habe gemerkt, dass das Leben auch ohne Alkohol möglich sei.

 Silja Anders
Silja AndersMehr erfahren
Von Silja Anders am 13. März 2026 - 12:00 Uhr