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Belgiens neuer Royal

Delphine Boël ist nach Gerichtsurteil plötzlich Prinzessin

Jahrelang hat Delphine Boël darum gekämpft, von ihrem Vater, Belgiens Ex-König Albert II., anerkannt zu werden. Nun hat ein Gericht ihr Recht gegeben – und einen Adelstitel.

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Trägt jetzt auch den royalen Familiennamen: Delphine Boël.

Photonews via Getty Images

Im Filmhit «Plötzlich Prinzessin» erfährt ein junges Mädchen in seinen Teenager-Jahren zu seiner grossen Überraschung von seiner Grossmutter, dass es Prinzessin eines fiktiven Kleinstaates ist. Sein Leben ändert sich damit schlagartig.

Ganz so märchenhaft hat sich die Geschichte von Delphine Boël nicht zugetragen – ihr Ausgang aber ist derselbe. Die Belgierin ist, wie die Hauptfigur im Film, plötzlich Prinzessin!

Doch mit einem Gespräch mit der Grossmutter war es für sie nicht getan. Jahrelang kämpfte die 52-jährige Künstlerin um die Anerkennung ihres leiblichen Vaters, dem früheren belgischen König Albert II., 86.

Nun hat ihr ein Gericht in Brüssel Recht zugesprochen. Boëls Anwalt Marc Uyttendaele bestätigte der Nachrichtenagentur «Belga» einen Bericht des belgischen TV-Senders RTBF und betonte: «Das Gericht hat mit dem Urteil bekräftigt, dass Albert II. ihr Vater ist.»

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Plötzlich offiziell Vierfach-Vater: Ex-König Albert II. Seine Ehefrau Paola, mit der er seit 61 Jahren verheiratet ist, hält zu ihm. 

Getty Images

Ab sofort Prinzessin

Mit dem Urteil hat Boël nicht nur einen gerichtlich anerkannten Erzeuger, sondern darf sich künftig auch Prinzessin nennen: Ihr steht ab sofort der Adelstitel zu, zudem darf sie den Familiennamen Sachsen-Coburg und Gotha tragen. Auch ihre beiden Kinder Joséphine, 16, und Oscar, 12, werden mit dem Urteil Prinzessin und Prinz. 

Wie ihr Anwalt nach der Verhandlung verlauten liess, sei Boël glücklich. Mit dem Urteil ende «ein langer Prozess, der insbesondere für sie und ihre Familie schmerzlich war». Uyttendaele betont aber auch, dass ein Sieg in einem Rechtsstreit «niemals die Liebe eines Vaters ersetzen» könne, aber zumindest zu einem «Gefühl von Gerechtigkeit» beiträgt.

Mit dem neuen Titel soll die 52-Jährige nun ihren Halbgeschwistern König Philippe, 60, und Prinz Laurent, 56, sowie Schwester Prinzessin Astrid, 58, gleichgestellt werden. An der Thronfolge wird sich allerdings nichts ändern: Als uneheliches Kind ist Boël davon ausgeschlossen. Allerdings könnte sie dereinst einen Teil von Alberts Vermögen erben. Um den finanziellen Aspekt ist es ihr vor Gericht allerdings nie gegangen, betonte Boël stets. «Ich hätte das genau so gemacht, wenn mein Vater Zoodirektor oder ein Verbrecher gewesen wäre», sagte sie im Interview mit dem TV-Sender «VRT». 

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Gehören neu zu Delphines Familie: Vater Albert, Bruder König Philippe und Nichte Kronprinzessin Elisabeth (v.r.).

Photonews via Getty Images

Jahrelanger Kampf geht zu Ende

Das Gerichtsurteil besiegelt den jahrelangen Kampf Boëls um Anerkennung. Bereits 1997 hatte die Künstlerin behauptet, die uneheliche Tochter Alberts zu sein. Nach ihrer Darstellung hatten der damalige Prinz und ihre Mutter Sybille de Sélys Longchamps eine fast 20 Jahre andauernde Affäre, was Albert allerdings stets bestritten hatte. 

«Ich hätte das genau so gemacht, wenn mein Vater Zoodirektor oder ein Verbrecher gewesen wäre»

Delphine Boël

Kurz nach Alberts Abdankung als König beantragte Boël 2013 die gerichtliche Klärung der Vaterschaft, was er zunächst verweigerte. Im November 2018 wurde entschieden, dass sich der Ex-König innerhalb von drei Monaten einem Vaterschaftstest unterziehen müsse, was er allerdings nicht tat. Im Mai 2019 verhängte das Gericht in Brüssel ein tägliches Zwangsgeld von 5000 Euro, solange er sich dem Test verweigern würde. Schliesslich wurde der DNA-Test im Mai 2019 durchgeführt; im Januar dieses Jahres liess Albert schliesslich über seine Anwälte ausrichten, dass er der biologische Vater Boëls sei. 

Von Ramona Hirt am 02.10.2020
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