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Zum zweiten Hochzeitstag

Ist Harrys und Meghans Märchen vorbei?

Vor zwei Jahren fühlten wir uns wie im Märchen. Harry und Meghan feierten Traumhochzeit. Seit da ist viel passiert.

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Auf diesen Kuss hat die Welt gewartet – Meghan und Harry in love.

PA Images via Getty Images

Es ist schon ziemlich faszinierend wie schnell sich manche Dinge ändern können. Heute vor zwei Jahren standen zwei verliebte Menschen in einer Kirche und schlossen den Bund fürs Leben. Rund 1,5 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt jubelten Harry und Meghan damals entweder vom Strassenrand oder vor dem Fernseher zu. Die Welt schien in Ordnung und das Märchen perfekt.  

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Und dann kam alles anders. Plötzlich hatten wahnsinnig viele Menschen etwas gegen die eben noch glücklich lächelnde Braut. Was Meghan falsch gemacht hat? Man weiss es nicht. Insider und «Quellen» aus dem innersten Kreis fütterten die Öffentlichkeit mit immer neuen und teilweise absurden Spekulationen darüber, was hinter den Palastmauern so alles passiert. Schuld war natürlich Meghan. Selbst im Hypothetischen konnte die US-Amerikanerin nichts richtig machen.  

Im Januar 2020 folgte der dramatische Plot-Twist. Meghan und Harry reichten per Insta-Post ihre Kündigung ein. Die Welt schien aus den Angeln – und das einst strahlende Paar floh mit dem Sohnemann ins ferne Kanada. Es schien fast so, als hätte das vielbesungene Märchen für einmal kein Happy-End genommen

Auch Meghans Medaille hat zwei Seiten

In gewisser Hinsicht stimmt das auch. Es war (und ist nicht schön) wie sehr Meghan Markle in den letzten zwei Jahren quasi zum Sinnbild der berechnenden und manipulativen Frau stilisiert wurde. Ein Beispiel? Es hiess, die Markle würde ihrem Personal viel abverlangen, sie sei gar kontrollierend – das wurde ihr gerne negativ ausgelegt, sie sei eine «Duchess difficult». Andere, ihr wohlgesonnene Stimmen, lobten auf derselben (seien wir ehrlich, wackligen Basis) ihre Arbeitsethik. So hat jede Medaille ihre zwei Seiten. Und Meghans Pech war und ist: ihre Seite liegt leider meist im Schatten.  

Inzwischen residiert die kleine Familie im sonnigen L.A. Die Bleibe ist natürlich luxuriös und liegt in einem geschützten und sehr noblen Teil der kalifornischen Metropole. Natürlich haben viele auch daran was auszusetzen. Zu teuer, zu nobel, zu weiss-nicht-was. Wieso sollten sie nicht vorübergehend in einem Haus, das ihnen zur Verfügung gestellt wird, wohnen, bis sie ein eigenes gefunden haben. Eigentlich doch ganz vernünftig, sich erst einmal in Ruhe umzuschauen. Viele Menschen nutzen die Ferienwohnungen ihrer Freunde – gratis.

Eltern sprechen miteinander - auch reiche

Und wenn Sängerin Adele (die da wohl auch irgendwo wohnt) der Meghan angeblich Tipps für eine gute Schule für Söhnchen Archie gibt – dann stösst auch das vielen wieder sauer auf. Dabei ist es doch ganz normal, dass sich Eltern untereinander über mögliche Betreuungsoptionen für die lieben Kleinen austauschen. Das Kernproblem hier ist: Bei Harry und Meghan findet jedes Reisearrangement, jede Übernachtungssituation und jede Betreuungsfrage auf einem hoch skalierten Niveau statt. Mal eben in die Jugendherberge oder in die Mietwohnung nebenan, das können sie nicht, das wäre zu gefährlich. Für Archie einfach husch per App eine Babysitterin engagieren? Auch das geht aus Sicherheitsgründen nicht.  

Und damit kehren wir zurück zum Märchen, das heute vor zwei Jahren offiziell begonnen hat. Vielleicht hat dieses Märchen eben doch ein Happy-End. Vielleicht nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Denn statt mit Glitz und Glamour, Diademen und täglich wechselnden Outfits um die Welt zu jetten und in royaler Mission Bänder durchzuschneiden, spaziert Meghan jetzt angeblich in ihren Lieblingsleggings in Los Angeles herum. Das royale Leben, von dem so viele träumen und das mit dieser Hochzeit beinahe zum Greifen nah schien, hat das Paar an den Nagel gehängt.  

 

Zugunsten des eigentlichen Märchens. Dem Märchen, in dem sich zwei Menschen lieb haben und gemeinsam allen Widrigkeiten trotzen. Dem Märchen, in dem aus Liebe schwere Entscheidungen getroffen und familiäre Bindungen in Frage gestellt werden. 

Dem Märchen, in dem eine kleine Familie zusammen hält und das Beste füreinander will. Diese Märchen werden selten erzählt. Sie sind weniger spannend und dramatisch. Denn sie sind eigentlich gar keine Märchen – sondern simpel und schlicht der Lauf des Lebens. 

Von Bettina Bendiner am 19.05.2020
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