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  4. Coronavirus: So unterschiedlich reagieren die Royals in Europa

Spanier sind wütend

König Felipes Corona-Ansprache endet im Desaster

Das Coronavirus verbreitet sich weltweit immer schneller. Nun reagieren auch die europäische Royals, auf ganz unterschiedliche Weise. Ein Überblick.

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Erntete Protest: König Felipe von Spanien.

Dukas

Spanien: Protest gegen König Felipe

Er wollte den Menschen im Land angesichts der Corona-Krise eigentlich Mut zusprechen. Spaniens König Felipe, 52, hat sich am Mittwochabend mit einer Ansprache an das Volk gewendet. «Der gesamte Staat, alle öffentlichen Institutionen, setzen sich für die Lösung dieser Krise ein, die unsere wesentliche Priorität ist, und alle Spanier können sich geschützt fühlen», sagte er, bedankte sich zudem bei allen, die momentan grosse Opfer bringen würden, darunter dem medizinischen Personal.

Doch seine gut gemeinte Rede geriet zum Desaster: Statt Applaus erntete der Monarch während seiner Ansprache Wut und Hass. Tausende Menschen gingen auf ihre Balkone, um dort auf Töpfe und Pfannen zu schlagen – ein historischer Protest gegen das angeblich korrupte Königshaus.

Königin Letizia muss sich einem Corona-Test unterziehen

Eine Woche vorher machten sich König Felipe VI. und Königin Letizia noch auf zu einem Mittagessen beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron und seiner Frau Brigitte. Hände wurden dabei aber wohlweislich nicht geschüttelt. Und auch Küsschen zur Begrüssung waren nicht angesagt.

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Ein guter Entscheid, wie sich weniger später zeigte. Denn am Donnerstag wurde bekannt, dass Königin Letizia sich bei einer spanischen Ministerin angesteckt haben könnten, die bereits positiv getestet wurde. Deshalb unterzogen sich sowohl Letizia als auch Felipe einem Coronatest. Dessen Resultat am Freitag: negativ.

Trotzdem teilt der spanische Hof gemäss hola.com mit: «Den Empfehlungen der Mediziner folgend übernimmt Ihre Majestät die Königin keine Termine und macht die nun erforderlichen regelmässigen Temperaturkontrollen.» Zumindest für eine Woche haben die spanischen Monarchen nun einmal einen freien Terminkalender.

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Verbeugung anstatt Küsschen: Die Macrons hielten Abstand zu den Royals, zum Glück.

Getty Images

Fürst Albert II, 62, verhängte für Monaco eine Ausgangssperre, die ab dem 18. März gilt. Nur Fahrten zur Arbeit (sofern nicht von zu Hause aus möglich) und Fahrten zu Lebensmittelgeschäften oder zu Ärzten sind gestattet. Er bat zudem darum, Gruppenaktivitäten – ob drinnen oder draussen –  zu verschieben, um alle Kontakte nur auf die eigene Familie zu beschränken. Diese Massnahmen seien notwendig und unabdingbar, um dieser Pandemie zu begegnen.

«Wir sind bereit. Ich vertraue unserem Gesundheitssystem und seinen Infrastrukturen, aber auch jenen Frauen und Männern, die ihre Arbeit unter sehr schwierigen Bedingungen erledigen», so der Fürst auf Facebook. «Ich möchte in meinem Namen und in Namen des Volkes allen öffentlichen und privaten Gesundheitsmitarbeitern in Monaco danken, die unermüdlich arbeiten und ihre Mission unter ständigem und wachsendem Druck erfüllen.»

Dänemark: Historische Rede von Königin Margrethe

Königin Margrethe von Dänemark, 79, hielt eine historische Ansprache. In ihrer ersten ausserplanmässigen Rede fordert sie jeden auf, sich gegen die Verbreitung des Coronavirus zu stellen. Es sei ein gefährlicher Gast, es breite sich aus wie Ringe im Wasser. «Und zwar schnell. Eine Person kann viele andere Menschen infizieren – ohne, dass man sich krank fühlt. Diese Kette kann lang werden, und daher müssen wir sie unterbrechen», so die Monarchin. Sie fordert die Dänen auf, die Massnahmen der Behörden unbedingt zu befolgen. Junge Menschen sollen nicht feiern, sondern wie alle anderen zu Hause bleiben.

Abbruch der Auszeit in der Schweiz und in Norwegen

Die dänische Königsfamilie hat die Notbremse bereits gezogen: Königin Margrethe II. hat ihre Winterferien in Norwegen abgebrochen und ist in ihr Schloss Fredensborg zurückgekehrt. Alle Anlässe wurden abgesagt und die Königin hat sich quasi in eine Selbst-Quarantäne begeben: Nicht einmal die Feierlichkeiten zu ihrem 80. Geburtstag im April sollen noch stattfinden.

Auch Mary und Frederik von Dänemark haben ihre Auszeit in der Schweiz, in Verbier, vorzeitig beendet und sind nach Kopenhagen zurückgekehrt. Das bedeutet auch das Aus für die Schulzeit ihrer vier Kinder Christina, Isabella, Vincent und Josephine in der Lemania-Verbier International School (hier erfahrt ihr mehr dazu). Die Entscheidung sei für das Kronprinzenpaar eine Selbstverständlichkeit gewesen, der Prinz und die Prinzessin wollten den Dänen in dieser Zeit beistehen.

 

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Margrethe von Dänemark ist in ihr Schloss zurückgekehrt und wird sich dort nun zurückziehen.

Dukas

Schweden: Kronprinzessin Victoria nimmt weiterhin Termine wahr

Im schwedischen Königshaus versucht man bisher, den Alltag möglichst Aufrecht zu erhalten. Zwar ist Prinzessin Estelle, 8, bereits seit einigen Tage zuhause anstatt in der Schule, da es dort zu einer Corona-Infizierung kam. Estelles Mama, Kronprinzessin Victoria von Schweden, nimmt aber vorerst weiterhin Termine wahr, wie auf Instagram zu sehen ist.

Gleichzeitig war König Carl Gustaf XVI. aber einer der ersten Royals, der Grossanlässe absagte. Dazu gehörte etwa ein Dinner Anfang März. Aber auch die Feierlichkeiten zu Victorias Namenstag fanden gestern Donnerstag nur im kleinsten Rahmen statt.

Ausserdem veröffentliche der König ein Statement, in dem er den Helfern für ihren Einsatz dankte und den Betroffenen Unterstützung von sich und seiner Familie zusicherte.

Norwegen: Prinzessin Mette-Marit tritt schon länger etwas kürzer

In Norwegen nimmt Kronprinzessin Mette-Marit bereits seit längerem weniger Termine wahr. Für sie ist das Coronavirus aufgrund ihrer chronischen Lungenfibrose besonders gefährlich. Am Donnerstag dann gab das Königshaus bekannt, dass sich König Harald und Königin Sonja in Quarantäne befinden. Dies, nachdem sie eine Woche zuvor in Jordanien gewesen sind und die norwegische Regierung allen, die ausserhalb der nordischen Länder unterwegs waren, Selbstisolation auferlegt hat.

So oder so aber wurde gleichzeitig bekanntgegeben, dass gleich alle Termine bis Ostern abgesagt sind. Einzig absolut notwendige Treffen im Rahmen der verfassungsmässigen Rolle des Königs sollen bis Ostern noch möglich sein. König Harald selber meinte dazu: «Unser Land befindet sich in einer ernsten Situation, die jeden Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt betrifft. Es ist entscheidend, dass wir alle uns am nationalen Bestreben beteiligen, um zu vermeiden, dass wir oder andere einer Infektion ausgesetzt werden.» Ausserdem dankte er insbesondere den Angestellten im Gesundheitswesen, «die ihr Möglichstes tun, um die heutige Situation zu verbessern».

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König Harald Norwegen spricht zum Volk.

Danapress

Prinz Charles macht weiter wie immer

Scheinbar wenig beeindruckt zeigen sich die britischen Royals. Queen Elizabeth II. sagte zwar nun zwei öffentliche Auftritte nächste Woche ab, wie am Freitag gemäss royalcentral.co.uk ein Sprecher des Palastes mitteilte. Als Vorsichtsmassnahme. Anschliessend schaue man weiter. Die 93-Jährige werde aber weiterhin im Buckingham-Palast Gäste empfangen, wie es heisst.

Und auch die restlichen Mitglieder der Königsfamilie machen fast weiter wie bis anhin. Prinzessin Anne etwa zeigte sich – wie bereits die letzten paar Tage – auch am Freitag wieder in der Öffentlichkeit, genauer gesagt bei einem Pferderennen. Auch Prinz William, Prinz Edward mit Gräfin Sophie und Prinz Charles nehmen Termine wahr. Letzterer hat zwar einige Auslandsreisen mit Camilla abgesagt, am Donnerstag aber war er bei einem Dinner anwesend und verlieh Medaillen.

 

Grossbritannien: Queen mit Message ans Volk

Die Queen hat ihre Landsleute zu Zusammenhalt im Kampf gegen die Pandemie aufgerufen. «In Zeiten wie diesen erinnere ich mich daran, dass die Geschichte unseres Landes von Menschen und Gemeinschaften geprägt wurde, die zu einer Einheit geworden sind», heisst es in einer offiziellen Mitteilung. Die vereinten Bemühungen müssten nun auf das gemeinsame Ziel gelenkt werden. «Uns allen wird geraten, unsere normalen Routinen und regelmässigen Lebensmuster zum Wohle der Gemeinschaften, in denen wir leben, zu ändern und insbesondere die Schwächsten unter uns zu schützen.»

Von Thomas Bürgisser am 13.03.2020
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