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Partys, Alkohol, Schlaganfälle

So tragisch war Prinzessin Margarets Leben wirklich

In der Netflix-Serie «The Crown» wird Prinzessin Margaret als ruhelose Party-Prinzessin dargestellt. Ob sie einfach ihr privilegiertes Leben genoss oder vielmehr eine tieftraurige Persönlichkeit auf der Suche nach Glück war, bleibt jedoch bis heute ein Rätsel.

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Prinzessin Margaret zur Blüte ihrer Partyzeit im Jahr 1966.

Getty Images

Seit «The Crown» ist das Leben von Prinzessin Margaret, †71, plötzlich wieder in aller Munde. Die Netflix-Serie, von der soeben die dritte Staffel veröffentlicht wurde, fokussiert eigentlich auf Queen Elizabeth II., 93. Für einmal aber läuft ihr die vier Jahre jüngere Schwester fast den Rang ab. Zumindest, was die Tragik anbelangt.

Die Frage ist, ob man ein Biopic spoilern darf – oder überhaupt kann. Immerhin stehen noch einige Staffeln «The Crown» an. Zumindest die ältere Generation dürfte sich aber so oder so an die schillernde Party-Prinzessin erinnern. Schliesslich beherrschte sie in den 60er- und 70er-Jahren die Titelseiten der Klatschblätter weltweit, führte ein Jetset-Leben wie keine andere – und galt als Skandalroyal schlechthin.

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Elizabeth setzte sich für ihre Schwester ein

Margaret kam am 21. August 1930 als zweite Tochter des späteren Königs George VI. zur Welt und stand von Beginn an im Schatten ihrer älteren Schwester Elizabeth. Nahe standen sich die beiden trotzdem. So setzte sich die Queen beispielsweise, anders als in «The Crown» dargestellt, für Margaret ein, als 1953 deren Affäre mit dem 16 Jahre älteren, geschiedenen und bürgerlichen Peter Townsend öffentlich wurde.

Gegen den Willen von Kirche und Parlament arbeitete Elizabeth mit dem damaligen Premierminister Anthony Eden einen Plan aus, um Margaret die Hochzeit zu ermöglichen: Sie hätte Titel und Einkünfte behalten können, jedoch auf den Platz in der Thronfolge verzichten müssen, wie später bekannt wurde. Margaret entschied sich gegen diese Option.

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Eine unglücklich Liebe: Peter Townsend und Prinzessin Margaret

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Trophäe anstatt Liebe

Zum Schluss wurde es dann doch ein Bürgerlicher: 1960 heiratete Margaret den Fotografen Antony Armstrong-Jones, der von Queen Elizabeth 1961 zum Earl of Snowdon ernannt wurde. Wirklich glücklich wurde das Paar aber nie: Vielmehr scheint die Prinzessin für den Künstler eine Art Trophäe gewesen zu sein. «Er war sehr stolz auf sich, dass er ihr Liebhaber sein durfte», meint Anne de Courcy, die eine Biografie über ihn geschrieben hat. Und Margaret war nicht seine einzige Trophäe.

Antony Armstrong aber war es, welcher der Prinzessin den Weg in die Künstlerszene öffnete, wo die Prinzessin endlich jene Aufmerksamkeit bekam, nach der sie sich so sehnte. Das Paar feierte die Nächte durch, wo Margaret auftrat, waren auch Promis und Alkohol nicht weit.

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Prinzessin Margaret hatte zwei Kinder: David kam 1961 zur Welt, Sarah 1964.

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Das Jetset-Leben führten Margaret und Antony auch nach der Geburt ihrer zwei Kinder David und Sarah fort, immer öfters aber waren sie separat voneinander und in Begleitung von Affären unterwegs. Ab 1973 etwa führte die Schwester der Queen eine jahrelange, öffentliche Beziehung mit dem 17 Jahre jüngeren Journalisten Roddy Llewellyn. Obwohl sie noch verheiratet war. Erst 1978 folgte die Scheidung von Armstrong. Drei Jahre später trennte sie sich auch von Llewellyn.

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Prinzessin Margaret mit dem 17 Jahre jüngeren Journalisten Roddy Llewellyn.

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Legendäre Partys, Whisky und Zigaretten

Die Partys von Margaret mit Showgrössen wie Mick Jagger waren legendär, sei es in London oder auf der karibischen Insel Mustique, wo die Prinzessin ein sagenumwobenes Urlaubsdomizil besass. Glaubt man den damaligen Schlagzeilen, soll es dort nicht immer ganz jugendfrei zu und hergegangen sein: Ihre Kinder zumindest nahm Margaret wohlweislich nie mit auf die Insel.

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Ohne Zigarette sah man die Kettenraucherin Margaret praktisch nie.

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Selbst Lungenkrebs hielt sie nicht vom Rauchen ab

Ab 1985 aber war plötzlich alles anders. Wegen Verdachts auf Lungenkrebs musste Margaret ein Lungenflügel entfernt werden. Ein Eingriff, von dem sie sich nur langsam erholte.

Das Rauchen gab sie trotzdem nicht auf. 60 Zigaretten täglich sollen es gewesen sein. Zusammen mit Whisky. In der Biografie «Ma’am Darling: 99 Glimpses of Princess Margaret» wird sogar behauptet, dass die Schwester der Queen versucht haben soll, «das Rauchen und Trinken zu kombinieren, indem sie Streichhölzer auf ihre Becher klebte. So konnte sie ein Streichholz anzünden, während sie trank».

Zuletzt war sie auf den Rollstuhl angewiesen

1998 dann der nächste Tiefschlag: Prinzessin Margaret erlitt einen Schlaganfall. Kurze Zeit später verletzte sie sich bei einem Unfall schwer an den Füssen, konnte nicht mehr ohne Unterstützung laufen. Auch wenn Margaret nun die Finger von den Zigaretten liess, erlitt sie in den folgenden Jahren weitere Schlaganfälle.

Ab 2001 war sie ganz auf den Rollstuhl angewiesen, zeigte sich kaum noch in der Öffentlichkeit. Ihren letzten Auftritt hatte sie beim 100. Geburtstag ihrer Tante Alice. Zwei Monate später, im Februar 2002 starb Margaret nach einem weiteren schweren Schlaganfall. Im Alter von nur 71 Jahren.

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Prinzessin Margaret (rechts) im August 2001 bei einem ihrer letzten Auftritte. Am 9. Februar 2002 starb sie, rund zwei Monaten vor ihrer Mutter Queen Mum (links).

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«Ich habe noch nie eine unglücklichere Frau gesehen.»

Bis heute streiten sich Experten, ob Margaret ihr Leben lang auf der Suche nach Glück war und ihren Schmerz mit den Partys, Zigaretten und Alkohol zu betäuben versuchte. Oder ob sie schlicht die Vorzüge eines royalen Lebens genoss.

Royal-Experte Alexander Graf von Schönburg-Glauchau etwa ist gemäss Welt.de überzeugt: «Sie konnte ihr Leben im Windschatten der Königin geniessen. Eine Traumposition, die sie auch ausgekostet hat, wobei die Königin immer ihre schützende Hand über sie gehalten hat. Wo sie hinkam, wurde ihr der Hof gemacht, sie durfte sich praktisch alles erlauben und ihr Rock’n’Roll- und Glamourleben führen.»

Anders sah das die Cousine der Prinzessin, Margaret Rhodes: «Ich glaube, ihr Leben war sehr traurig. Sie war nicht erfüllt.» Das bestätigte gemäss «Adelswelt» einst auch John Julius Norwich, ein Freund der Prinzessin: «Ich habe noch nie eine unglücklichere Frau gesehen.»

Von Thomas Bürgisser am 23.11.2019
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